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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Glatz, Jakob

Theologe, Pädagoge, Schriftsteller

* 1776, 17.11.
Deutschendorf/Poprad in der Zips

† 1831, 25.09.
Preßburg

Der Theologe, Pädagoge und Schriftsteller aus der Zips galt schon als Kind als Wunderknabe, als er mit zwölf Jahren den erkrankten Lehrer in der Volksschule vertrat und sonntags an der Orgel der evangelischen Kirche saß. Er kam 1793 an das Lyzeum in Preßburg, wo er auch Hauslehrer war und am Lyzeum einen „Deutschen Verein“ gründete. Im Jahre 1795 bezog er die Universität in Jena und wurde 1804 als Lehrer an die Wiener protestantische Schule berufen. 1805 übernahm er die zweite Pfarrstelle an der Wiener evangelischen Gemeinde und wurde 1808 durch Kaiser Franz I. zum zweiten geistlichen Rat beim Kaiserlichen Konsistorium ernannt. Als Konsistorialrat in Wien erwarb er sich besondere Verdienste bei der Errichtung der protestantisch-theologischen Lehranstalt (1819). Im Jahre 1824 kehrte er nach Preßburg zurück, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Er starb in Preßburg am 25. September 1831. Jakob Glatz gehörte zu den fruchtbarsten und angesehensten Jugendschriftstellern seiner Zeit, aus dessen Feder nicht weniger als 81 Schriften stammen. Aber auch als theologischer Erbauungsschriftsteller machte er sich durch sein Andachtsbuch und ein Trostbüchlein einen Namen, auch verfaßte er (1829) eine „Kirchenagende für die evangelischen Gemeinden im österreichischen Kaisertum“. Während des Wiener Kongresses besuchte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen fünfzehnmal die Kirche, in der Glatz predigte. Er hat besonderen Einfluß auf die Entwicklung des deutschen Volksbewußtseins in Ungarn ausgelöst und in seinen Schriften als erster die Eigenart der Deutschen in Ungarn herausgestellt.

Bibl.: A. Hudak/L. Guzsak: Karpatendeutsche Lebensbilder. Erlangen 1971.

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