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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Lassalle, Ferdinand

Politiker

* 1825, 11.04.
Breslau

† 1864, 31.08.
Genf

Der Gelehrte, Politiker und Begründer der Sozialdemokratie in Deutschland, Ferdinand Lassalle, von seinem Vater,einem wohlhabenden jüdischen Seidenhändler, für den Kaufmannsstand bestimmt, studierte Philosophie und moderne Philologie an den Universitäten Breslau und Berlin. Seit dem Jahre 1848 widmete er sich der Politik und stürzte sich in die politische Agitation. Durch Karl Marx wurde erzum Sozialisten. Seine geistige Grundlage war die Philosophie Hegels. Seine politische Wirksamkeit brachte ihn mit den Gerichten in Konflikt und trug ihm eine Gefängnisstrafe ein. Er lebte später in Düsseldorf und wurde nach seiner Gründung am 23. Mai 1863 zum Präsidenten des in Leipzig ins Leben gerufenen Allgemeinen deutschen Arbeitervereins gewählt, doch waren seine Erfolge nur gering; es gelang ihm nur einige tausend Arbeiter zu gewinnen. Sein Kampf richtete sich gegen Bürgertum und Liberalismus. Er starb an den Folgen eines Pistolenduells. Sein Hauptwerk „Das System der erworbenen Rechte“ (1860) schrieb Lassalle in Düsseldorf. In späteren Jahren griff er wiederholt in die Politik ein. Hier ist vor allem seine Rede über das „Arbeiterprogramm“ berühmt geworden (1862). Lassalle, der u. a. auch ein historisches Trauerspiel „Franz von Sickingen“ (1859) verfaßt hat, trat für eine Einigung der deutschen Stämme unter einer nationalen demokratischen Regierung ein.

Bibl.: Oncken, H.: Lassalle zwischen Marx und Bismarck, 1966; Ramm, Th.: Ferdinand Lassalle als Rechts- und Sozialphilosoph, 1953; Bernstein, E.: Friedrich Lassalle und seine Bedeutung fürdie Arbeiterklasse, 1919.(1975)

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