Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Projekt: Hilfe für bedrohte Heimatsammlungen

hannoverDerzeit bestehen in der Bundesrepublik Deutschland über 500 Heimatsammlungen aus zwanzig ehemals ostdeutschen Regionen. Sie entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als soziale Begegnungsstätten, teilweise auch schon als kleine museale Einrichtungen. Flüchtlinge und Vertriebene haben sie, parallel zu ihrem Beitrag zum Wiederaufbau Deutschlands, in jahrelangem ehrenamtlichem Engagement aufgebaut.

BreslauDiese nach Umfang und Inhalten sehr unterschiedlichen Sammlungen – dazu zählen Heimat­stuben, Heimatmuseen, Heimatarchive, Patenschaftsarchive und Patenzimmerhaben einen vielschichtigen Charakter: Als Schaufenster der jeweiligen ostdeutschen Region informieren sie über deren historische und aktuelle Bedeutung in Europa. Integriert in bundesdeutsche Kommunen sind sie zudem ein wertvolles Zeugnis deutscher Nach­kriegs­geschichte.

patschkauGleichwohl ist der Bestand vieler dieser mit viel ehrenamtlichem Engagement betriebenen Heimatsammlungen oftmals akut bedroht, sei es durch zunehmende Raumkündigungen seitens der Kommunen aus finanziellen Gründen, sei es durch den rapiden Rückgang des Betreuungspersonals aus Altersgründen. Etliche Sammlungen wurden in den vergangenen Jahren bereits aufgelöst, ohne dass der Verbleib der Bestände bekannt ist.

Namslau2Ein Projekt, das die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in  Verbindung mit HAUS SCHLESIEN, Heisterbacherrott, und mit Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien betreibt, soll einen effektiven Beitrag dazu leisten, die Heimatsammlungen, in welchen das Kulturgut der ehemals von Deutschen bewohnten Regionen Mittel-, Ostmittel- und Osteuropas bewahrt und der Öffentlichkeit präsentiert wird, nachhaltig zu sichern. Es gilt, die Sammlungen nach Möglichkeit innerhalb der Kommunen, in denen sie in der Nachkriegszeit entstanden sind, zu erhalten, oder ihnen Wege zu weisen, ihre Bestände im Rahmen anderer Institutionen zu sichern und weiter fruchtbar zu machen. Dies soll durch Beratung vor Ort, Hilfe in Notfallsituationen, Unterstützung bei Inventarisierung, Archivierung, zeitgemäßer Präsen­tation und Öffentlichkeitsarbeit erfolgen.

SAM_1105Als Grundlage für diese Beratungstätigkeit ist zu ermitteln, welche Sorgen die Betreuer der Sammlungen konkret umtreiben. Im Rahmen eines ausschließlich auf Schlesien bezogenen Vorgängerprojektes von HAUS SCHLESIEN und in einer im Auftrag des Oldenburger Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa geleisteten bundesweiten Aufnahme der Heimatsammlungen ist vor einigen Jahren bereits die grundsätzliche Erfassung der Sammlungen und ihrer Bestände erfolgt. Dies gilt es nun, auf den gegenwärtigen Stand zu bringen.

briegKeineswegs alle Heimatsammlungen bedürfen einer Beratung im Rahmen des Projekts. Nicht wenige werden professionell betrieben und erscheinen in ihrem Fortbestand gesichert. Vieles an Hilfen wird zudem bereits von Landsmannschaften oder von Zusammenschlüssen und anderen Initiativen auf Länderebene geleistet. An alle Sammlungen aber richtet sich die freundliche Aufforderung der Betreiber des Projekts der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, einen Fragenbogen zu beantworten und somit dazu beizutragen, ein verlässliches und differenziertes Bild der Gesamtlage zu zeichnen.

Den Fragebogen können Sie hier auch gerne als Download abrufen.

Am 16./17.2016 und 9./10.2016 haben Tagungen für die Betreiber der Sammlungen im HAUS SCHLESIEN stattgefunden. Hier Berichte über die Veranstaltungen.

Erste Ergebnisse der Fragebogenaktion und Beiträge zu praktischen Themen finden Sie in der Ende 2016 erschienenen, hier als Download verfügbaren

Handreichung für die Betreiber ostdeutscher Heimatsammlungen

 

 

 

 

 

 

Hier als Download die gesamte Studie

Aktuelle Situation und Perspektiven der ostdeutschen Heimatsammlungen

 

Weitere Informationen erhalten Sie über:
Elke Wilming, Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen,
Godesberger Allee 72-74, 53175 Bonn,
Tel. 0228/ 91512-0,
E-Mail kulturstiftung@t-online.de.