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Gertrud Laub: Namenlos in der Fremde

laub1Gertrud Laub, geb. Rabong, wurde 1955 in Orzydorf im rumänischen Banat geboren. In Temeswar besuchte sie das Lenau-Lyzeum und absolvierte das Studium der Germanistik und Romanistik (Französisch). Nach einer mehrjährigen Lehrtätigkeit in Herkulesbad übersiedelte sie 1982 in die Bundesrepublik Deutschland, wo sie an unterschiedlichen Schulen in Baden-Württemberg, in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg unterrichtete. Zur Zeit lebt Gertrud Laub in Berlin.

laub„Namenlos in der Fremde“ ist ein historischer Roman, der die Deportation der deutschen Minderheit aus Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg thematisiert.

Der Protagonist ist 17 Jahre alt und einer der 70 000 bis 80 000 Deutschen, die im Januar 1945 in die Sowjetunion verschleppt werden. Dem jungen Mann ist von Anfang an klar, dass dieser Lebenseinschnitt seine glückliche Kindheit beendet und es nie mehr so wird, wie es einmal war, doch sollen seine Befürchtungen noch übertroffen werden.

Oft scheint es im Laufe der fünf Jahre, dass er den Kampf gegen den Hunger, gegen die grausame Kälte im Winter, gegen das Ungeziefer, gegen die körperliche Schwäche und gegen die herrschende Tyrannei des stalinistischen Regimes und dessen Schergen verliert. Obwohl sich gerade unter diesen Umständen die Hilfsbereitschaft, der hier und da aufkeimende Altruismus, der Zusammenhalt und die Freundschaft bewähren, sind sie kein Garant für das Überleben.

Die Romanfragmente belegen die Ausweglosigkeit und Verzweiflung der Hauptperson sowohl bei der Deportation als auch während der Zeit im Donbass.

swb-verlag Stuttgart 2015, 240 S., broschiert, ISBN 9783944264790, 12,80 €

Hier ein Auszug aus dem Roman