Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1260

Von Copernicus bis „Commodities“

Mittwoch, 30 Juli 2008

In der alten polnischen Königsstadt Krakau bündeln sich Geschichte und Moderne zu reizvollen Spannungsbögen

Das UNESCO-Weltkulturerbe Krakau lebt mit seiner Geschichte. Wie im Mittelalter bläst alle Stunde der Trompeter vom hohen Turm der Marienkirche, bis die Melodie jäh abbricht. Erinnert wird an den treuen Wächter, der die Stadt vor den anrückenden Mongolen warnte, bis ein Pfeil seine Kehle durchbohrte.

Von: Norbert Matern (KK)

Die Einheimischen sprechen lächelnd von tausend Kirchen in Krakau, jedenfalls sieht man von jeder aus gleich auch mindestens eine nächste, hier auf dem Kuttenberg die Barbarakirche mit dem Ursula-Kloster. Bild: Archiv

Vom Hehmann und den Venusmännchen – und -weibchen

Mittwoch, 30 Juli 2008

Heinrich Pleticha (Hg.): Sagen aus Böhmen und Mähren. Verlagshaus Würzburg (Flechsig) 2008. 136 Seiten, illustriert, 17,90 Euro

„Der Hehmann“, „Der Otternkönig“, „Das Kegelspiel der Venusweibchen“ – nicht jeder Überschrift einer Sage ist anzumerken, um welches Thema es sich handelt. Der „Hehmann“ durfte nicht verspottet werden, indem ihn jemand mit seinem „He-He!“ nachäffte.
 

Von: Hans Gärtner (KK)

 

Eine Schwabinger Institution aus Ratibor

Mittwoch, 30 Juli 2008

Eine Ausstellung mit Werken des schlesischen Malers Oswald Malura bereichert den Sommer seiner Geburtsstadt

Unter dem Motto „Wege zum Bild – Drogi do obrazu“ hat das Museum im fernen Ratibor (polnisch Racibórz) am 4. Juli 2008, genau fünf Jahre und fünf Tage nach dem Tod des Malers Oswald Malura in München-Schwabing, seiner langjährigen Wirkungsstätte, eine dem reichhaltigen Schaffen des Künstlers gewidmete Ausstellung eröffnet; sie ist dort sieben Wochen lang zu sehen.

Von: Norbert Willisch (KK)

Sehen, was zu malen ist: Selbstbildnis. Bild: der Autor

„Man darf sich nicht aufgeben“

Mittwoch, 30 Juli 2008

Lenka Reinerová ist gestorben

Nun gibt es sie nur noch in Büchern, die deutschsprachige jüdische Literatur aus Prag. Am 27. Juni ist Lenka Reinerová in ihrer Heimatstadt gestorben.

Geboren 1916 noch als k. u. k. Untertanin, erlebte sie mehr Staatsformen, Umbrüche, Verwerfungen, als für ein Leben gut ist. Zur Schule ging sie in der 1918 gegründeten Tschechoslowakei.

Von: Ulrich Schmidt (KK)

„Manchmal auch anderswo“: die Dichterin

Das weite Land als Obdach

Mittwoch, 30 Juli 2008

Karl Schmidt-Rottluff fand dies bei der Familie Moltke in Kreisau, das Schlesische Museum zu Görlitz zeigt Ergebnisse

Wenn heute von Kreisau die Rede ist, geht es zumeist um den politischen Widerstand des „Kreisauer Kreises“, der dort 1942 und 1943 auf dem Sitz der Familie von Moltke zu konspirativen Arbeitstreffen zusammenkam.

Von: Johanna Brade (KK)

Die Weite der schlesischen Landschaft gegen die Enge der deutschen Verhältnisse: Karl Schmidt-Rottluff fand als Gast von Helmuth James Graf von Moltke Luft zum Atmen und Licht zum Malen. Bild aus der Ausstellung

Der Frühling, dem der kälteste Sommer folgte

Mittwoch, 30 Juli 2008

Der Okkupant, die Studentin, der Dissident und wie sie die Besetzung der Tschechoslowakei durch die Truppen des Warschauer Pakts erlebten

Am 21. August um drei Uhr nachts brach eine sowjetische Panzerdivision unter der Leitung des Generals Bondarenko von der ungarischen Grenze nach Preßburg/Bratislava auf. Man sagte den Soldaten, daß sie den Sozialismus gegen tschechoslowakische Konterrevolutionäre und die bundesdeutsche Okkupationsarmee verteidigen würden.

Von: Irena Brezná (KK)

Panzer zu Protestvehikeln – lange sollte die Illusion allerdings nicht vorhalten, daß Besatzer sich besetzen ließen

Kulturleistung ehrenhalber

Mittwoch, 30 Juli 2008

Allerdings bedarf es leistungsfähiger Institutionen, wird auch auf der Kulturtagung der Landsmannschaft Weichsel-Warthe deutlich

Die diesjährige Bundeskulturtagung der Landsmannschaft Weichsel-Warthe (LWW) in Wiesbaden am 31. Mai und 1. Juni 2008 beschäftigte sich unter der Leitung des Bundeskulturreferenten Dr. Martin Sprungala mit aktuellen Themen zur polnischen und deutschen Kultur und der Verständigungsarbeit der Landsmannschaft Weichsel-Warthe.

Von: (KK)

Jahr für Jahr Kulturleistung schwarz auf weiß – diesmal mit einer Stadtansicht Warschaus von Bernardo Canaletto

Kirchturm als Fanal

Mittwoch, 30 Juli 2008

Im siebenbürgischen Bistritz brannte das Gotteshaus

Am Abend des 11. Juni 2008 hat das um den Turm der evangelischen Stadtpfarrkirche von Bistritz/Bistriþa (Siebenbürgen, Rumänien) angebrachte Gerüst Feuer gefangen und binnen kurzer Zeit den ganzen Turm und Teile des Dachstuhls in Flammen gesetzt. Der zu guten Teilen vorher renovierte Turm ist nun weitgehend zerstört, das Kirchenschiff und dessen Inneres, u. a. die Orgel, sind vor allem durch Löschwasser beschädigt worden und nun wegen des teilweise offenen Daches vor allem durch die Witterung gefährdet.

Von: (KK)

Fatales Ende einer Renovierung: Ausgerechnet das Gerüst wurde dem Turm zum Verhängnis. Bild: Siebenbürgische Zeitung