Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1334

Auftakt zur Aufklärung

Donnerstag, 25. Juli 2013

Baubeginn am Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Der 11. Juni 2013 markiert ein wichtiges Datum der deutschen Geschichte nach 1945. An diesem Tag wurde in einem Festakt in Anwesenheit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Staatsministers für Kultur und Medien, Bernd Neumann, der Baubeginn für ein Dokumentationszentrum der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung eingeläutet. Der Standort liegt in der Mitte Berlins, es ist das Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof auf der Geschichtsmeile zwischen Brandenburger Tor, Holocaustmahnmal, Topographie des Terrors, Checkpoint Charlie und Jüdischem Museum.

Von: Karlheinz Lau (KK)
Auftakt

„Deutschlandhaus“ ist
ein etwas hochtrabender
Name, das Haus selbst ist
ein reizloser Bau. Ihn mit
Leben zu erfüllen aber ist eine reizvolle Aufgabe, der sich die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
verschrieben hat
Bild: Archiv

„Gehen wir in das nächste Zimmer“

Donnerstag, 25. Juli 2013

Ein Besuch im Liwadija-Palast in Jalta ist ein gespenstisch ernüchternder Ausflug in die Geschichtsvergessenheit sowjetischen Angedenkens

Die Südküste der Krim, das ist Russlands Riviera. Parallel zu ihr und nur wenige Kilometer von ihr entfernt ragen die grauen Steilwände des Krim-Gebirges in den scheinbar ewig blauen Himmel. Diese Mauer schützt das Gebiet vor den rauhen Nordwinden. Ihr Verwitterungsschutt bildet zum Meer hin einen im Winkel von etwa 45 Grad abfallenden Hang.

Von: Bernhard Fisch (KK)
Gehen-wir-in-das

Da saßen sie. Ob sie nicht anders konnten?
Bild: Archiv Ulrich Menzel

Dünne Bretter erhalten heißt dicke Bretter bohren

Donnerstag, 25. Juli 2013

Die denkmalverträgliche Wiederherstellung von Schloss Steinort ist eine Geschichte mit vielen Episoden – hier eine erfolgreiche

Schloss Steinort (Sztynort) ist bekanntlich das letzte noch weitgehend authentisch erhaltene Schloss im ehemaligen Ostpreußen und Ende 2009 von der polnischen Schwesterstiftung der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz in Görlitz (DPS) auf Betreiben ihrer inzwischen verstorbenen Vorstandsmitglieder Gottfried Kiesow und Andrzej Tomaszewski mit dem Ziel einer denkmalverträglichen Wiederherstellung übernommen worden. Seitdem ist der große Instandsetzungswurf für das bis 1944 von der Familie von Lehndorff bewohnte Schloss ausgeblieben, da die von den beiden Stiftungen erhofften Fördermillionen noch nicht geflossen sind.

Von: Peter Schabe (KK)
Dünne-Bretter

Als wäre der Name ein Zeichen: Steinort, ein steinerner Ort in der Landschaft, hat auch in ruinösem Zustand nichts von seiner Wirkungsmacht eingebüßt
Bilder: der Autor

Wer fragt, hat recht

Donnerstag, 25. Juli 2013

„Wo ist meine Heimat?“, fragt die Jugend bei der Ackermann-Gemeinde

„Wo ist meine Heimat?“ Dieser Frage gingen rund 50 Jugendliche zwischen 15 und Anfang 20 Jahren aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei bei der traditionellen Politischen Weiterbildungswoche der Jungen Aktion der Ackermann-Gemeinde nach. Sozusagen eine neue Heimat dieser Veranstaltung war in diesem Jahr das niederbayerische Kloster Niederaltaich, in dem die Liturgie sowohl im katholischen als auch im ostkirchlichen Ritus gefeiert wird. Und das Mitfeiern gehört bei dieser Veranstaltung für die Jugendlichen seit jeher dazu.

Von: Markus Bauer (KK)
Wer-fragt-hat-recht

Andacht lehrt auch Denken: Statio
Bild: der Autor

Banat à la française

Donnerstag, 25. Juli 2013

Die „Zivilisationistin“ Gwénola Sebaux ergründet schwäbische Identität aus französischer Sicht

Von Siebenbürgen höre man manchmal in Frankreich, sagt Gwénola Sebaux. Vom Banat hingegen habe keiner eine Ahnung. Das will die Hochschullehrerin an der privaten Université Catholique de l’Ouest im nordwestfranzösischen Angers ändern. Sie widmet ihre Habilitationsschrift einem kultursoziologischen Vergleich zwischen den im rumänischen Banat verbliebenen Deutschen und ihren in die Bundesrepublik gezogenen Landsleute. „Ziel ist, dem französischen Publikum eine Region Südosteuropas am Beispiel der Banater Deutschen vorzustellen“, sagte Sebaux in einem Vortrag über „Identitätsfragen der Banater Schwaben im europäischen Kontext“ an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Dort war sie Gast des international besetzten DFG-Graduiertenkollegs 1412.

Von: Marius Koity (KK)
Banat

Klein war der Hund, groß aber waren Wagemut und Zuversicht der schwäbischen Einwanderer, will das Stuttgarter Schulwandbild
von 1935 bedeuten
Bild: Donauschwäbisches Zentralmuseum

„Kraftschlüssig“

Donnerstag, 25. Juli 2013

Die Peter Maffay Stiftung macht dem Wort in Siebenbürgen alle Ehre

Zunehmende Verformungen und armbreite Risse hatten bereits seit Längerem darauf hingedeutet: Die Ringmauer der Kirchenburg im siebenbürgischen Radeln, wo die Peter Maffay Stiftung arbeitet, war stellenweise stark einsturzgefährdet. Im Februar 2012 brach ein etwa acht Meter langer Abschnitt der bis dato vollständig erhaltenen Ringmauer ein und riss den hölzernen, gedeckten Wehrgang mit sich. Auch wenn keine Personenschäden zu beklagen waren, war die Sicherheit erstmal dahin: Die gotische Saalkirche, über Jahrhunderte hinweg durch den mit mehreren Türmen verstärkten Bering gesichert, war unversehens „offen“.

Von: (KK)
Kraftschlüssig

Bedürftiger Solitär: die Kirchenburg von Radeln
Bild: Sebastian Szaktilla

Schwarzweißes Leuchten

Donnerstag, 25. Juli 2013

Werner Neumeister hat das Prag-Bild des Münchner Adalbert Stifter Vereins mitgeprägt

Werner Neumeister, 1926 in Meißen geboren, kehrte 1946 aus russischer Gefangenschaft in das zerstörte Dresden zu seiner Mutter zurück. Nach schwerer Krankheit begann er dort das Studium der Malerei, das er in Berlin fortsetzte. Als er immer wieder bei Fotowettbewerben Preise gewann, wandte er sich dieser Kunst zu. Nach seiner Heirat mit der Geigerin Maryse Levy übersiedelte er nach München, wo seine drei Söhne geboren wurden.

Von: (KK)
Schwarzweißes-Leuchten

Fast strahlt die kunstvolle Decke intensiver als die seitlich einfallende Sonne, und die Menschengruppe ist gleichsam lichtgebadet:
Aufnahme von Werner Neumeister
Bild: Adalbert Stifter Verein

Entmündigung macht krank

Donnerstag, 25. Juli 2013

Das kommunistische Verdummungspotential und die Mangelwirtschaft feiern in den Krankenstatistiken der östlichen Länder unselige Urständ

Der Weltgesundheitsreport 2012 der Weltgesundheitsorganisation WHO – World Health Organisation spart mit Kritik auch an den westeuropäischen Ländern nicht. Jetzt beschreibt auch das britische Medizinjournal „The Lancet“, das renommierteste der Welt, mit einer Serie den Gesundheitsstatus der Europäer in West und Ost, unterteilt nach den Staaten, in denen sie leben.

Von: Dietmar Stutzer (KK)
Entmündigung-mach-krank

Man wünschte sich, die Schönheit dieser Bunzlauer Keramik könnte die darin kredenzten Flüssigkeiten
mit heilsamen Kräften versehen: vollständig erhaltene Gefäße, kurz nach 1600, aus dem Keramik-Museum Bunzlau
Bilder (siehe auch Seite 28): Muzeum Ceramiki w Bolesławcu

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Juli 2013

Historisches forsch angehen heißt beileibe nicht forschen

Unterschiedlicher können zwei Bücher, die sich mit dem Volk der Prußen befassen, kaum sein: Auf der einen Seite bieten zwei Journalisten eine Reihe von weitgehend oberflächlichen „Features“ an, die mit dem Volk der Prußen im Kern wenig zu tun haben, auf der anderen Seite gelingt es einer Pädagogin, eine kenntnisreiche und detaillierte Darstellung der Prußen vorzulegen, die dieses untergegangene Volk facettenreich lebendig werden lässt.

Von: Klaus Weigelt (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Juli 2013

Zugang zum „großen böhmischen Ganzen“

Im Herzen Prags findet sich Am Graben 16/Na Príkope 16 eine von der Oberösterreichischen Landesregierung angebrachte Gedenktafel: „Letzter Dichter des Prager Kreises und Freund Tschechischer Künstler. Absolvent des Prager Akademischen Gymnasiums am Graben“. Urzidil, der als junger Mann in Prag einer von den drei Sprechern war, die am 19. Juni 1924 eine Totenrede auf den verstorbenen Franz Kafka hielten, verstarb als US-Bürger während einer Lesereise am 2. November 1970 in Rom.

Von: Volker Strebel (KK)
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