Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1337

Zusammenraufen als Zivilisationstechnik

Freitag, 25. Oktober 2013

Tagung über Ungarn und Deutsche als Brückenbauer der europäischen Einigung mit Beteiligung des OKR im ungarischen Szekszárd

Nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts musste man dankbar sein, dass sie in den 50-er Jahren laut Márta Fata vom Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen, in Kochlöffelkriegen ausliefen und zumindest regional ein Ende fanden, wenig rühmlich, aber immerhin opferarm. So hießen die Konflikte, die damals zwischen den von der unteren Donau vertriebenen und den „eigentlichen“, den baden-württembergischen Schwaben ausgetragen wurden, als diese und jene sich, von den Siegermächten im viel zu kleinen Ländle zusammengezwungen, auch im Haushalt zusammenraufen mussten.

Von: Georg Aescht (KK)
Zusammenraufen1

So bedrohlich der Felsen, so zutraulich der Strom, der jene Ulmer Schachteln trug, mit denen die deutschen Kolonisten einst dorthin gelangten, wo sie sich mit Fug und Recht Donauschwaben nennen konnten
Bild: Donauschwäbisches
Zentralmuseum, vgl. S. 18

Gemeinschaft beginnt im Kleinen

Freitag, 25. Oktober 2013

12. Kongress der Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Partnerschaften mit intensiver polnischer Beteiligung

Der Blick nach vorn fällt leichter, wenn man festen Boden unter den Füßen hat und sicher steht. Die Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Partnerschaften (AKP) hatte sich für ihren 12. Kongress mit Bedacht einen Rahmen gewählt, der beides miteinander verband: das profunde historische und zugleich wertgetragene Ambiente des Tagungsortes und die Offenheit für Visionen, deren Europa in der gegenwärtigen Krise so dringend bedarf.

Von: Klaus Weigelt (KK)
Gemeinschaft-beginnt1

Bei soviel Geschichte kann sich die Sicht auch schon mal perspektivisch etwas verziehen, wesentlich ist, was in den historischen Räumen heute beredet wird: Abtei Brau weiler
Bilder: der Autor

Bildung ist …

Freitag, 25. Oktober 2013

… das, das die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben. Der Heiligenhof in Bad Kissingen arbeitet, damit das nicht so bleibt

Auch die Deutschen schätzen inzwischen den frühzeitigen Übergang in den Rentnerstand hoch und immer höher. 2011 bezogen etwa 700 000 Personen zum ersten Mal Altersrente. Fast die Hälfte von ihnen hatte noch nicht die damalige Regelaltersgrenze von 65 Jahren erreicht. Bei den Österreichern ist die Frühverrentung fast zum Lebensstil geworden; alle Regierungen im Wien der letzten 15 Jahre haben dagegen gekämpft, Erfolg war selten zu vermelden. Doch wer hätte gedacht, dass die Polen jemals zu Europameistern im frühen Bezug von Invaliden- und anderen Renten werden könnten?

Von: (KK)
Bildung-ist

Sieht so Bildung aus? Ein Chip in der Schläfe mag sie signalisieren, ersetzen kann er sie ebensowenig wie der vertikale weise Spruch. Glasskulptur von Tim Neunheuser
Bild: vgl. S. 27

Wo Menschen und Bücher lebten

Freitag, 25. Oktober 2013

So hat Paul Celan seine Heimat geschildert, und jenem teils verflossenen Leben ist das Augsburger Bukowina-Institut auf der Spur

Es war Dr. Georg Simnacher, der legendäre Bezirkstagspräsident von Schwaben, der beim 36. Bundestreffen der Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen (Bukowina) in seiner Festansprache in der Augsburger Kongresshalle vor 1200 Zuhörern den Vorschlag unterbreitete, eine Forschungsstelle für Kultur und Geschichte der Bukowina einzurichten. Die Arbeitsstelle (das Institut) solle sich mit Geschichte und Kultur der Bukowina auseinandersetzen, da eine staatliche Förderung nur über den Kulturparagraphen (§ 96) des Bundesvertriebenen- und -flüchtlingsgesetzes zum damaligen Zeitpunkt realistisch erschien. Sie habe sich mit den Menschen zu befassen, die aus der Bukowina stammten, umgesiedelt, angesiedelt, vertrieben wurden und nicht nur in Schwaben eine neue Heimat gefunden hätten.

Von: Ortfried Kotzian (KK)
Wo-Menschen

„Halb-Asien“ und doch ganz und gar Europa: Wer die Aufnahme einer bessarabischen Kirche und ihrer einstigen Gemeinde sieht, versteht den ironischen Namen, den Karl-Emil Franzos einst für jene eigentlich Bukowina und Bessarabien geheißenen Gefilde geprägt hat, und weiß gleichzeitig, dass er liebevoll gemeint war
Bild aus der Ausstellung,
vgl. S. 18

Reisen zur Perspektive der Anderen

Freitag, 25. Oktober 2013

Was eine Kulturreferentin in Westpreußen erlebt, wenn sie nicht referiert

Langsam rollt unser Bus auf den wie immer vollen Parkplatz nahe der Marienburg. Meine Gruppe und ich steigen aus, und nach wenigen Schritten erblicken wir die Festung in ihrer beeindruckenden Backsteinpracht.

Obwohl ich selbst schon viele Male hier zu Besuch war, erfüllt mich die nach dem Krieg wiederaufgebaute Marienburg jedesmal wieder mit Ehrfurcht. Sie war ein weithin sichtbares Zeichen der Macht des Deutschen Ordens in Westpreußen, dieser über Jahrhunderte durch ihre ganz besondere deutsch-polnische Geschichte geprägten Provinz am Unterlauf der Weichsel.

Von: Magdalena Oxfort (KK)
Reisen-zur

Das Winterlicht über dem Schnee strahlt, so diffus es sein mag, für manchen Erinnerung aus, und aus dem Fenster leuchtet es heimelig, ja heimatlich: Frank Maedler, Haus mit Licht
Bild: Kunstforum Ostdeutsche Galerie, vgl. S. 23, Frank Maedler/VG Bild-Kunst

Postsozialistischer Sozialtransfer

Freitag, 25. Oktober 2013

Polens Wirtschaft hat mehr Strukturprobleme als Struktur

Auch die Deutschen schätzen inzwischen den frühzeitigen Übergang in den Rentnerstand hoch und immer höher. 2011 bezogen etwa 700 000 Personen zum ersten Mal Altersrente. Fast die Hälfte von ihnen hatte noch nicht die damalige Regelaltersgrenze von 65 Jahren erreicht. Bei den Österreichern ist die Frühverrentung fast zum Lebensstil geworden; alle Regierungen im Wien der letzten 15 Jahre haben dagegen gekämpft, Erfolg war selten zu vermelden. Doch wer hätte gedacht, dass die Polen jemals zu Europameistern im frühen Bezug von Invaliden- und anderen Renten werden könnten?

Von: Dietmar Stutzer (KK)
Postsozialistischer

Wer hat von meinem Tellerchen gegessen, wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Wie im Märchen mutet postsozialistische Wirtschaftspolitik streckenweise an, nicht weil Wunder geschähen, sondern weil nichts geschieht vor lauter naivem Fatalismus: Jessica Backhaus, Blue Spoon
Bild: Kunstforum Ostdeutsche Galerie, vgl. S. 23, Jessica Backhaus, Robert Morat Galerie Hamburg/Berlin

„Halb-Asien“ in Ulm – Bessarabien-Ausstellung

Freitag, 25. Oktober 2013
Bis zum 12. Januar 2014 ist im Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm die Sonderausstellung „Fromme und tüchtige Leute“ zu sehen. Anhand von Leihgaben aus dem Bessarabiendeutschen Museum in Stuttgart wird die wechselvolle Geschichte der deutschen Kolonisten in Bessarabien von der Ansiedlung im Jahre 1814 bis heute beleuchtet. Die Anfänge reichen sogar bis in das Jahr 1812 zurück, als der russische Zar Alexander I. deutsche Siedler einlud, sich am Schwarzen Meer niederzulassen. Versprochen wurden ihnen Land und Freiheitsrechte.

Von: (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Freitag, 25. Oktober 2013

Wie zur Mahnung, dass man an Literatur glauben soll

Kämen einen Zeifel an und er begänne zu wanken in seiner Gewissheit, dass Kultur, Literatur, Poesie überhaupt den Sinn ausmachten, den man allenthalben vermisst: Hier ist ein Buch, das derlei Fragen mit jeder Seite, jeder Zeile dermaßen dezidiert beantwortet, dass Jener sich nachgerade schämen müsste, jemals auch nur dem Hauch eines Zweifels stattgegeben zu haben.

Von: Georg Aescht (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Freitag, 25. Oktober 2013

Tüchtigkeit als Motor der Integration

Dieses Buch verfolgt einen regionalen Ansatz, verdient aber überregionale Beachtung. Denn die rund 30 Kapitel des von Dr. Ulrich Müller verantworteten und 2012 vom örtlichen Stadtarchiv herausgegebenen Sammelbandes sind gut und abwechslungsreich geschrieben und hochprofessionell aufgemacht. So verlangt dieses Werk geradezu nach Nachahmung an anderen Orten, in denen nach dem Zweiten Weltkrieg Vertriebene und Flüchtlinge in größerer Zahl ein neues Zuhause gefunden haben.

Von: Martin Schmidt (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Freitag, 25. Oktober 2013

Eine Familie von Frauen steht ihren Mann

Ein Buch über das eigene Leben zu schreiben – Dietlinde Rüther hat diesen Gedanken realisiert. Sie schildert sehr ausführlich das Leben der 1933 in Stolp in Pommern, im heutigen Polen, geborenen Lehrerin und Pfarrersfrau, die nach der Flucht aus ihrer geliebten Heimatstadt in der späteren DDR lebte. Mit der innigen Beziehung zu Stolp beginnt das Buch, und sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Erinnerungen, von der friedlichen Zeit, von Krieg und Flucht, von unschönen Erlebnissen nach dem Krieg bis zu den fast freundschaftlichen Kontakten nach Stolp.

Von: Franz Anton Bankuti (KK)
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