Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1339

Sorgen, die wir gerne hätten

Mittwoch, 25. Dezember 2013

In der ostdeutschen Kulturarbeit erhofft man sich von der neuen Regierungskoalition neue Lösungen

In der „Berliner Zeitung“ vom 9. November 2013 war ein Artikel unter der Überschrift „Niedrigzinsen bedrohen Stiftung zur DDR-Aufarbeitung“ abgedruckt. Darin war zu lesen, dass die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur „infolge der anhaltend niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt an massiven Finanzproblemen“ leide. 2014 entstünde eine Lücke von 1,5 Millionen Euro, „zahlreiche Vorhaben“ könnten am Vorabend des 25. Jahrestages des Mauerfalls nicht realisiert werden. „Wir sind der Hoffnung, dass der Bund seine Verantwortung wahrnimmt und die Finanzierungslücke schließt“, so der Sprecher der Stiftung, Tilman Günther.

Von: Klaus Weigelt (KK)
Sorgen,-die-wir

„Der Sonnenwanderer“ hat Ernst Mollenhauer sein Bild genannt, das mitnichten sonnig anmutet. Der Expressionismus wusste um die Schatten
Bild: Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg, siehe auch Seite 28

Tschechisches Auferstehen deutschen Widerstands

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Die vom Aussiger Historiker Tomas Okurka erarbeitete Ausstellung „Deutsche Antifaschisten in den böhmischen Ländern“ in Hof

Der sudetendeutsche Widerstand gegen den Nationalsozialismus in den Jahren 1938/45 ist heute weitgehend vergessen. Allein 20 000 sudetendeutsche Sozialdemokraten wurden damals, nachdem das Sudetenland am 1. Oktober 1938 von der Deutschen Wehrmacht besetzt und „reichsangeschlossen“ worden war, in deutsche Konzentrationslager verschleppt. Zugleich flohen Zehntausende Gegner des Nationalsozialismus, um der Verfolgung zu entgehen, ins Landesinnere, vor allem nach Prag, wo sie aber, da sie Sudetendeutsche waren, unfreundlich aufgenommen und größtenteils zurückgeschickt wurden.

Von: Jörg Bernhard Bilke (KK)
Tschechisches-Auferstehen

Die Frucht der Erkenntnis, neu interpretiert von Jiri Kolar Bild: Markus Bauer aus der Ausstellung des Kunstforums
Ostdeutsche Galerie Regensburg

Auch Mobilität ist politisch

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Das zeigt eine Ausstellung des Oberschlesischen Landesmuseums

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Geschwindigkeit und Komfort von Fortbewegungsmitteln extrem verändert. Im Mittelalter war Reisen meist religiös oder wirtschaftlich motiviert, später nutzten viele Menschen die mobile Freiheit, um dem Alltag zu entfliehen und fremde Länder zu entdecken.

Das Oberschlesische Landesmuseum von Ratingen-Hösel geht in seiner neuen Sonderausstellung (siehe auch unser letztes Heft) all diesen Entwicklungen nach und nimmt die Besucher mit auf eine imaginäre Zeitreise.

Von: Dieter Göllner (KK)
Auch-Mobilität

Über Land und Au ging‘s mit dem Landauer, fast emissionsfrei, nach Wunsch verdeckfrei, keinesfalls jedoch kostenfrei. Die Remise für ein solches Gefährt gehörte mutmaßlich zu einem  stattlichen Gutshof
Bild: der Autor

Ein Klosterbau wird zum öffentlichen Raum

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Das Westpreußische Landesmuseum zieht nach Warendorf

Über Jahrhunderte hinweg war das am Rande der historischen Altstadt Warendorf gelegene Franziskanerkloster ein Ort der inneren Einkehr. Im Jahr 2008 mussten die Franziskaner wegen Nachwuchsmangels die Anlage aufgeben. Inzwischen fanden umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem renommierten Architekturbüro Pfeiffer Ellermann Preckel aus Münster sowie die Einrichtung des Museums in Zusammenarbeit mit dem Museums- und Ausstellungsplaner Michael Wienand aus Dortmund statt.

Von: (KK)
Ein-Klosterbau

Aus dem Ort innerer Einkehr wird ein Ort westpreußischen Gedenkens und geistiger Regsamkeit
Bild: Dieter Göllner

Tanzen als und zur Verständigung

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Deutschbaltisch-Estnische Kulturtage Domus Revaliensis

Ende August 2013 versammelten sich etwa 100 Personen im wunderschönen Spiegelsaal des ehemaligen Hauses von Ungern- Sternberg auf dem Revaler Domberg, jetzt Akademie der Wissenschaften Tallinn, zur Festveranstaltung der 9. Deutschbaltisch- Estnischen Kulturtage 2013.

Da die Domus-Revaliensis-Tage ein Programmpunkt des Baltischen Studenten- Seminars waren, das in diesem Jahr in Estland stattfand, nahmen 20 Studenten (Esten, Letten, Russen und Deutsche) und ihr Leiter teil. Babette von Sass begrüßte alle Anwesenden. Sie dankte der Vertreterin des Kultusministers, Anne-Ly Reima, dem Präsidenten der Minderheiten Estlands, Timus Seifullen, und dem Vertreter der Deutschen Botschaft in Estland, Frank Maier, für ihr Kommen.

Von: (KK)
Tanzen-als-und

Bedrohlich kann er auch sein, der Tanz, zeigt Nik Golder. Der 1959 in Jekaterinburg geborene spätere Vorsitzende der antioffiziellen Künstlervereinigung Vernissage kam 1990 nach Deutschland und lebt in Bad Wimpfen. Unter dem Titel „Mensch und Natur“ ist bis zum 11. Januar eine Ausstellung in der Galerie der KünstlerGilde Esslingen zu sehen.
Bild: KünstlerGilde

Nicht Deutschstämmige, sondern Deutsche

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Kritische Anmerkungen zum Beitrag „Deutsche, jedoch nicht unter deutscher Herrschaft“ in der KK 1338 vom 25. November

1. Die deutsche Minderheit in Estland hat nicht nur unter dänischer, schwedischer und russischer Herrschaft gelebt, sondern von 1561/62 bis 1629 auch unter polnischer.

Von: Elimar Schubbe (KK)

Tönernes Dach, goldener Boden

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Handwerkliche deutsch-polnische Zusammenarbeit in Lauban

Cezary Królewicz hat es bis zum Festgottesdienst am 17. November 2013 kaum erwarten können, allen zu danken, die die Instandsetzung des Schiffdachs der ehemaligen Frauenkirche, heute evangelische Jungfrau-Maria-Kirche, in Lauban möglich gemacht haben. Mit großer Freude blickt der junge polnische Pfarrer der Evangelisch- Augsburgischen Kirchengemeinde Lauban, der auch in der Georgskapelle der Görlitzer Peterskirche regelmäßig Gottesdienste für die protestantischen Gläubigen aus Zgorzelec abhält, auf ein polnisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt der besonderen Art zur Erhaltung der älteren Schwester der Görlitzer Frauenkirche.

Von: Peter Schabe (KK)
Tönernes-Dach

Die Wienerberger Tonbiber machen das Kleinod alter Architektur zum Schmuckstück des neuen Lauban
Bild: der Autor

Alter Alltag, museumsreif – ostpreußischer Aufruf

Mittwoch, 25. Dezember 2013
Das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg ist weltweit das einzige Museum für Kultur, Kunst und Geschichte der früheren Provinz Ostpreußen, das sich in Gänze der Bewahrung, Erforschung, Erinnerung und Vermittlung des ostpreußischen Kulturerbes widmet.

Von: (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Mittwoch, 25. Dezember 2013

„Erinnerung, du meine Kastanienblüte“

Auf Tuchfühlung mit der Vergangenheit geht Johann Lippet; der deutsche Dichter aus dem Banat kramt eine ganze Dorfwelt hervor, zum Teil, wie es der Titel andeutet, aus dem Papierkorb, und lässt sie sprachlich neu erstehen. Dabei wertet der Banater Autor und Mitbegründer der Aktionsgruppe Banat den heimatlichen Dialekt wieder auf, mischt altes Liedgut und rumänische Wörter dazu.

Von: Edith Ottschofski (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Inständig widerständig

Es gibt sie also, die „östlichen“ deutschen Literaturen, wenn auch einstweilen mit Gänsefüßchen – die immerhin auch als Auszeichnung aufgefasst werden können. Ein sorgfältig wägender Wort- und Textgläubiger wie der Germanist Klaus Werner hätte das Attribut nicht in den Untertitel seiner Aufsatzsammlung gesetzt, käme nicht ein dritter Glaube hinzu: an ein Spezifikum jener Literaturlandschaften oder auch nur Blätterwäldchen, die einst vom Eisernen Vorhang verhangen waren, von der DDR über das Banat, Siebenbürgen und Bukarest bis in die Bukowina.

Von: Georg Aescht (KK)
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