Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1340

Das nachlastende Jahrhundert

Samstag, 25. Januar 2014

2014 ist ein europäisches Gedenkjahr, das den Blick nach Osten lenken sollte

2014, das Jahr zahlreicher Jubiläen und Gedenktage, ist angebrochen. Das Ereignis mit der bis heute zutiefst nachlastenden Wirkung begann im Sommer vor hundert Jahren, und die Beteiligten waren wie „Schlafwandler“ in die Katastrophe getorkelt – so hat es der australische Historiker Christopher Clark 2013 schon im Titel seines umfassenden und bahnbrechenden Werkes über den Weg Europas in den Ersten Weltkrieg ausgedrückt.

Die für das sich anbahnende Inferno verantwortliche Generation steckte mit ihrem Denken noch tief im 19. Jahrhundert, hatte die Schlachten von Waterloo 1815 bis Sedan 1870 noch im Kopf, die Feldherren auf den Hügeln und die Truppen, gelenkt über berittene Kuriere, fern im Blick durch ihre Feldstecher, außerstande, ein jahrelanges Morden wie in Verdun (1916) auch nur zu erahnen.

Von: Klaus Weigelt (KK)
Das-nachlastende

Menschenwerk Krieg, Menschenwerk Kunst – wer wöge sie gegeneinander auf? Eine Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle hat den Ersten Weltkrieg zum Thema und bringt einen schwarz, rot, grün und gelb bemalten Stahlhelm in Stellung, um genau diese Aporie sinnfällig zu machen. Man könnte darüber verzweifeln, hoffte man nicht, es sei ja 100 Jahre her und wäre vorbei
Bilder aus der Ausstellung

Jede Kultur schafft sich ihre Barbaren selbst

Samstag, 25. Januar 2014

Weder Pauschalisierung noch Kleinreden der Probleme mit der neuen europäischen Freizügigkeit helfen, sie zu wahren und zu genießen

Ein nur mit Mühe verhaltener Aufschrei geht durch die deutschen Lande: Die Rumänen und die Bulgaren kommen! Als hätten es nicht alle schon seit Jahren gewusst, dass der Eingliederung der beiden südosteuropäischen Staaten die Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union folgt, ja dass diese die Sinngebung des europäischen Gedankens mitbestimmt. Die Älteren unter uns erinnern sich nur zu gut daran, als der Kontinent von bewachten und versperrten Grenzen unterteilt war, eine der widersinnigsten mitten durch Deutschland lief und Berlin in gegnerische Hälften spaltete.

Von: Franz Heinz (KK)
Jede-Kultur

Ein Wander- oder Hirtenstab ist keine Waffe, er wird nicht gezückt, und dieses bulgarische Paar bedroht die westliche Zivilisation genauso wenig wie Millionen andere
Bild: Südwest Verlag
München

„Fromme und tüchtige Leute“

Samstag, 25. Januar 2014

Dafür alles andere als bieder: Tagung über die Bessarabiendeutschen

Vor genau 200 Jahren wurden deutsche Kolonisten vom russischen Zaren Alexander I. nach Bessarabien, heute in der Republik Moldau und der Ukraine, gerufen. Diese Kolonisten hatten als freie Bauern eine besondere rechtliche Stellung im russischen Reich. Sie gründeten homogene deutsche Dörfer inmitten anderer Ethnien. Zum Großteil stammten sie aus dem Südwesten Deutschlands (Elsass, Baden, Württemberg, Pfalz u. a.), aber auch aus Norddeutschland oder Kongresspolen und waren mehrheitlich vom Pietismus geprägt. Die Zahl der deutschen Einwanderer zwischen 1814 und 1842 wird auf 9000 geschätzt. Ihre Zahl wuchs schließlich auf rund 100 000 Menschen an.

Von: (KK)
Fromme-und

Der Moderne in Gestalt des Fotoapparats und des Grammophons begegnete man mit gebührender Feierlichkeit, doch wenn‘s ums Arbeiten ging, fiel die Steifheit ab von diesen jungen Männern
Bild aus der Präsentation von Ute Schmidt

Selbst Kultur geht durch den Magen

Samstag, 25. Januar 2014

Haus Schlesien macht Lebkuchen zum Erlebnis

Ausgehend vom Pfefferkuchen, entwirft die Sonderausstellung im Haus Schlesien von Königswinter-Heisterbacherrott unter dem Motto „Eine Reise der Sinne, vom Ursprung bis zum Genuss …“ vom Mittelalter bis zur Gegenwart ein umfangreiches Bild mitteleuropäischer Ess- und Genusskultur. Die natürlichen Lebensmittel und Rohstoffe, die für die Herstellung des leckeren Gebäcks benötigt werden, stehen im Vordergrund. Die Produkte dürfen von den Besuchern mit allen Sinnen wahrgenommen werden.

Von: Dieter Göllner (KK)
Selbst-Kultur

Werkzeug als Kunstwerk: Holzmodel für den Gebildelebkuchen
Bilder: Haus Schlesien

Die Zahlen von Aussig

Samstag, 25. Januar 2014

Historische Dramatik lässt sich nicht quantifizieren

Eine verheerende Explosion in einem von tschechischen Soldaten bewachten Munitionslager kostet Dutzende von Sudetendeutschen und einigen Tschechen das Leben und richtet zugleich riesigen Sachschaden an, zerstört Fabrikgebäude und Wohnungen in Schönpriesen, einem Stadtteil Aussigs.

Von: Rüdiger Goldmann (KK)

Pardon auf Baltisch

Samstag, 25. Januar 2014

Dank für Elimar Schubbes Geschichtsaufklärung

Elimar Schubbe sei gedankt für die interessante baltische Geschichtsaufklärung, die für viele Leser der „Kulturpolitischen Korrespondenz“ sicher von großem Interesse ist. Die Geschichte des Baltikums ist leider in Deutschland wenig bekannt.

Von: Babette von Sass (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Samstag, 25. Januar 2014

Gelegenheit macht Liebe – auch zur Poesie

Der Name des ostpreußischen Barocklyrikers Simon Dach (1605–1659) dürfte heute, mehr als 450 Jahre nach seinem Tod, nur noch wenigen Literaturkennern ein Begriff sein. Selbst das in niederpreußischer Mundart geschriebene Liebesgedicht „Anke von Tharaw“ (1636), das der im ostpreußischen Mohrungen geborene Johann Gottfried Herder (1744–1803) unter dem Titel „Ännchen von Tharau“ aus dem „treuherzigen, starken Volksdialekt“ ins Hochdeutsche übertrug, wird heute gelegentlich als „Volkslied“ bezeichnet, dessen Verfasser also unbekannt sei.

Von: Jörg Bernhard Bilke (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Samstag, 25. Januar 2014

Ex Silesia lux

Ein Spaziergang entlang der Berliner Spree. Am Brandenburger Tor beginnend, überqueren wir den Hauptstadtfluss und schlendern hinüber zum Deutschen Theater, dann über die Friedrichstraße und Unter den Linden bis hinunter zur Nationalgalerie. Die vorgeschlagene Route könnte von jedem x-beliebigen Touristenbüro stammen, die Geschichten, die Roswitha Schieb zu den aufgezählten Orten zu erzählen vermag, sind jedoch etwas ganz Besonderes.

Von: Anna Valeska Strugalla (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Samstag, 25. Januar 2014

„Ihr glaubt jeden Blödsinn“

Die Besprechung dieses Buches bedingt das Betreten hochproblematischer Tabuzonen, zumal bereits der Titel unkorrekt anmutet. Dennoch fällt die Rezension des Werkes von Rolf Bauerdick leicht, zumal der aus Westfalen stammende, 1957 geborene Bauerdick den Leser inhaltlich wie sprachlich zu fesseln weiß. Die 14 mit zahlreichen Reiseerlebnissen gespickten Kapitel erzählen überzeugend aus dem Erfahrungsschatz des mehrfach preisgekrönten Journalisten und Romanautors mit Zigeunern oder – um in der hierzulande üblichen Wortwahl zu bleiben – Sinti und Roma.

Von: Martin Schmidt (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Samstag, 25. Januar 2014

Auf dem Laufenden sein, um dem eigenen Leben zu entkommen

Ion Luca Caragiales Welt kennt jeder – ob er aus der Levante oder dem wilden Westen stammt. Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben erinnern sich gleichermaßen an Mitica, die unsterbliche literarische Figur des bekanntesten rumänischen Dramatikers. Mitica – ein kleiner Angestellter Ende des 19. Jahrhunderts in der großen Stadt Bukarest, seine Lebensmomente fängt Caragiale in „Skizzen“ ein: Auf der Straße und im Büro, in Kneipen und Kaffeehäusern, ja selbst im Park treffen wir den geschwätzigen Helden an. Unentwegt fragt er, was die Zeitungen sagen.

Von: Ingeborg Szöllösi (KK)
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