Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1342

Westorientierung und Ostdesorientierung

Dienstag, 25. März 2014

Die Wertschätzung für unsere östlichen Nachbarländer muss das dort beheimatete deutsche Kulturerbe einschließen

Während der langen Jahrzehnte des Kalten Krieges von Ende der 1940er Jahre bis zur Epochenwende 1989/90 war die Westorientierung der Bundesrepublik Deutschland Schutzschild und Freiheitsgarantie der jungen deutschen Demokratie unter der ständigen Bedrohung aus dem Osten. Für diese stets notwendige Wachsamkeit stehen beispielhaft die Berlin-Blockade 1948, der Volksaufstand in der DDR 1953, der Ungarnaufstand 1956, der Mauerbau in Berlin und durch ganz Deutschland 1961, die Zerschlagung des Prager Frühlings 1968 und die kommunistische Unterdrückung Polens in den 1980er Jahren.

Von: Klaus Weigelt (KK)
Westorientierung1

Wohin geht die Fahrt? Das Kennzeichen des polnischen Transporters im Oberschlesischen Landesmuseum Ratingen sagt wenig darüber aus, aber Museumsdirektor Stefan Kaiser, OKR-Präsident Klaus Weigelt und Rüdiger Goldmann aus vom Vorstand haben die Richtung optimistisch in den Blick genommen
Bild: OKR

Zugeständnis ohne Eingeständnis

Dienstag, 25. März 2014

In Ungarn gibt es einen Gedenktag für die Vertreibung der Deutschen, man gedenkt der Opfer, denkt aber nicht über die Täter nach

Zum Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen diskutierten am 11. Februar im Münchner Haus des Deutschen Ostens (HDO) hochrangige Vertreter aus Politik und Wissenschaft sowie eine Vertreterin der Donauschwaben aus Ungarn. Einhellig wurde die Einführung dieses Gedenktages, der am 19. Januar 2013 erstmals begangen wurde, begrüßt.

Von: Werner Harasym (KK)
Zugeständnis-ohne

Vertreibungselend unter pannonischer Sonne: Krottendorf/Békásmegyer 1946
Bild: Archiv

„Ästhetik des Aufbegehrens“

Dienstag, 25. März 2014

„Dichten für das Vaterland“ im Polen der Zwischenkriegszeit

„Sprache des Hasses“ nannte neulich die Neue Zürcher Zeitung den Tenor, mit dem sich Liberale und Nationalisten in Polen gegenseitig beschimpfen. Die Verbindung von Literatur und Politik war in Polen schon immer sehr eng. Sie lässt sich auch in das Polen der Zwischenkriegszeit zurückverfolgen. Das jedenfalls behauptet die Schweizer Slawistin und Zeithistorikerin Isabelle Vonlanthen. In ihrem Buch „Dichten für das Vaterland“ versucht sie die „national engagierte Lyrik und Publizistik in Polen 1926–1939“ zu entschlüsseln. Arkadiusz Luba hat das Buch gelesen und mit der Autorin über ihr Werk gesprochen.

Von: Arkadiusz Luba (KK)
Ästhetik-des

„Einander kennen?“, fragte schon vor fast 200 Jahren Georg Büchner, Doktor der Naturwissenschaften. Auch T. G. Sellners Stelen zeigen, dass das eine rhetorische Frage ist
Bild: Glasmuseum Rheinbach, siehe Seite 30

Lernen von den Nachzüglern

Dienstag, 25. März 2014

Die Ukraine-Krise als Geschichtslektion für Europa

„Die Ukraine-Krise ist die schwerste europäische Krise seit dem Ende der DDR und des europäischen Kommunismus.“ Mit dieser Feststellung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist zu dem Desaster alles gesagt, in dem Westeuropa und vor allem die EU den schon lange heftig schlingernden ukrainischen Zug an die Wand gesteuert haben. Der deutsche und der polnische Außenminister konnten diesen Aufprall gerade noch abmildern.

Jetzt ist der Schrecken groß, in dem man sich an den schwer verständlichen Glauben klammert, in Kiew gäbe es eine international handlungsfähige Regierung. Auch die Vorstellung, dass die „Freiheitskämpfer“ auf den Barrikaden des Majdan vielleicht auch nicht sämtlich idealistische Lichtgestalten sind, wie Moskau bereits betont, hat bisher kaum Gehör gefunden.

Von: Dietmar Stutzer (KK)
Lernen-von-den

Kosmische Katastrophensze-
narien, wie sie der Expressionismus um die Zeit des Ersten Weltkriegs ausgemalt hat, erscheinen bedrückend gegenwärtig: Klaus-Andreas Moering, Gewitterwolken
Bilder: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regenbsburg, siehe Seite 28

Ermland ist nicht abgebrannt

Dienstag, 25. März 2014

… aber in einem kirchengeschichtlichen Buch nicht vorhanden

Herfried Münkler, dessen Buch „Der große Krieg“ ein Klassiker über den Ersten Weltkrieg zu werden verspricht, schreibt von einer zweigeteilten Erinnerung. Symptomatisch dafür sei, dass es an der einstigen Ostfront keine mit Verdun und Flandern vergleichbaren Orte und Räume gibt, da der Krieg im Osten sehr viel mehr als Bewegungskrieg geführt worden ist. So spricht man auch von einer „vergessenen Front“; Churchill nannte den Ersten Weltkrieg gar den „unbekannten Krieg“. Münkler, Professor an der Humboldt-Universität Berlin, moniert, dass von den rund 150 Büchern, die derzeit in Deutschland, und den rund 300, die in Frankreich zum Ersten Weltkrieg erscheinen, einige den Krieg auf deutschem Territorium, also in Ostpreußen, gar nicht wahrnehmen:

Von: Norbert Matern (KK)
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Christlche Traditionen hatten und haben zumal im Osten noch archaisches Gewicht – nicht zu vergessen. Gertrud Lerbs, Osterwasser
Bild: aus der Sammlung des Ostpreußischen Landesmsuseums Lüneburg, siehe Seite 18

Glanz einer Zeit jenseits unseres Gedächtnisses

Dienstag, 25. März 2014

Goldfunde in Vorpommern, lange vor Pommern

Pommern kann stolz sein auf seine herrlichen prähistorischen Schätze, die von der kulturellen Vielfalt der Ureinwohner dieses Landstriches im Nordosten Europas und dem künstlerischen Schaffen jener Menschen künden. Seit dem 6. März ist der Hiddenseer Goldschmuck, dessen Aufenthaltsort das Kulturhistorische Museum in Stralsund ist, als Leihgabe ein ganz besonderes Präsent der großen Wikinger-Ausstellung im British Museum in London.

Von: Hans-Gerd Warmann (KK)
Glanz-einer-Zeit

Ihre Geschichte ist verschlungener als sie selbst: Kleinodien des Crivitzer Goldschatzes
Bilder, auch Seite 5: der Autor

Hüben für drüben lernen

Dienstag, 25. März 2014

Haus Schlesien eröffnet polnischen Studenten ihre schlesische Heimat

Für Studierende deutscher und polnischer Hochschulen aus den Fachbereichen Germanistik, Geschichte, Geographie, Kunstgeschichte und Volkskunde sind die Praktikumsplätze im Haus Schlesien von Königswinter-Heisterbacherrott bei Bonn sehr begehrt.

Von: Dieter Göllner (KK)
Hüben-für-drüben

Mit der Zuversicht bleibt man nie allein: Nicola Remig, Leiterin des Hauses, und Edyta Gorzad
Bilder: der Autor

Was an Ostern alles ersteht

Dienstag, 25. März 2014

Rundblick in die Heimstätten ostdeutschen Kulturerbes

Ostertraditionen unterscheiden sich zwar von Region zu Region, doch Eierfärben, Eiersuchen und nicht zuletzt der „Osterhase“ sind nach wie vor feste Bestandteile des Festes, das in enger Verbindung mit dem Frühling steht. So manche der althergebrachten Osterbräuche, die in den ehemaligen Herkunftsgebieten der deutschen Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler zelebriert und gepflegt wurden, sind inzwischen fast in Vergessenheit geraten. Grund genug für Museen und kulturelle Institutionen des West-Ost-Dialoges sowie für Vertreter von Landsmannschaften, an die Traditionen zu erinnern.

Von: (KK)
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Rund ist es nicht, aber es rundet sich – und es blüht
Bild: Oberschlesisches Landesmuseum Ratingen

„Kant und Marx“

Dienstag, 25. März 2014

Dazwischen: Oskar Negt wird 80

Damals, vor fast einem halben Jahrhundert, als an westdeutschen Universitäten die Studenten demonstrierten, um den „reaktionären“ Staat abzuschaffen, hätte man nicht vermutet, dass Oskar Negt, einer der Wortführer der „Außerparlamentarischen Opposition“ (APO), geborener Ostpreuße ist.

Von: Jörg Bernhard Bilke (KK)
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Bild: Wikimedia Commons

Preis der Suevia Pannonica für Gerhard Seewann

Dienstag, 25. März 2014
Der von der Suevia Pannonica, Vereinigung Ungarndeutscher Akademiker e. V., Heidelberg, in unregelmäßigen Abständen vergebene Suevia-Wissenschaftspreis wurde dem in Fünfkirchen arbeitenden Osteuropa-Historiker Professor Dr. Gerhard Seewann zugesprochen. Er wird damit für sein 2012 erschienenes Werk „Geschichte der Deutschen in Ungarn“ geehrt.

Von: Katharina Eicher-Müller (KK)
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