Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1348

Vertreibung als Schritt zur Sowjetisierung

Donnerstag, 25. September 2014

Der tschechische Kulturminister Daniel Herman hat ein Leben auf der anderen Seite der Barrikade geleistet

Einen nicht alltäglichen Lebenslauf weist der als Kulturminister in der Tschechischen Republik tätige Daniel Herman (51) auf, Grund genug, diese Biografie näher zu beleuchten. Unter dem Titel „Tschechen und Deutsche: was uns verbindet – was uns trennt“ stellte sich der tschechische Politiker in einem biografischen Gespräch den Fragen des Journalisten Kilian Kirchgeßner.
Der im Jahr 1989 zum Priester geweihte und sogleich mit hohen Funktionen (Sekretär von Bischof Miloslav Vlk in Budweis, dann Sprecher der Tschechischen Bischofskonferenz) betraute Daniel Herman ließ sich im Jahr 2007 laiisieren und führte von 2010 bis 2013 das Institut zur Erforschung totalitärer Regime, das auch die Ereignisse im Kommunismus beleuchtet.

Von: Markus Bauer (KK)
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Zeichen der Freundschaft im Zeichen des Kreuzes: Was ein rechter Böhmerwäldler ist, der sieht zwar all die Bäume, gar Schlagbäume, aber auch den heimatlichen Wald als heute Deutsche und Tschechen verbindendes Element. Daniel Herman im Gespräch mit Kilian Kirchgeßner (r.)
Bild: der Autor

„Ein furchtbar wütend Schrecknis ist der Krieg“

Donnerstag, 25. September 2014

„Die Herde schlägt er und den Hirten“ – hätten doch die „Hirten“ 1914 Schiller gelesen!

Vor 100 Jahren trat Europa in den Ersten Weltkrieg ein, genauer gesagt, die Politiker in Berlin und Wien, die zu entscheiden hatten, taumelten in den Krieg, ohne zu wissen, was sie eigentlich entschieden. Ausgelöst wurde er durch das tödliche Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau am 28. Juni 1914 in Sarajewo. Verloren war er eigentlich bereits am 2. August 1914, nämlich auf der Agrar- und Ernährungsseite. Dabei kann man nicht sagen, dass die Staatsführungen in Deutschland und Österreich-Ungarn falsche Entscheidungen in der Ernährungs-und Agrarpolitik getroffen hätten. Sie haben gar keine getroffen.

Mit dem Tage der Mobilisierung wurden den landwirtschaftlichen Betrieben im Sommer 1914 viele ihrer leistungsfähigsten Arbeitskräfte zur Erntezeit entzogen.

Von: Dietmar Stutzer (KK)
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Was war der Kentaur der alten Griechen doch für ein beinahe vernünftiges Fabelwesen im Verhältnis zu dem Ungeheuer, das Alfred Kubin im Angesicht des Weltkriegs imaginiert hat! Gleiches gilt allerdings auch für den Krieg selbst, von dem nicht nur die alten Griechen sich keine Vorstellung hätten machen können
Bild: KünstlerGlde
Esslingen

Waisenkind der Weltkriegsgeschichte

Donnerstag, 25. September 2014

Dass Ostpreußen schon 1914 ein Brennpunkt der Kriegshandlungen war, wurde lange vernachlässigt, zeigt das Kulturzentrum in Ellingen

„Deutschland blickte zu Beginn des Ersten Weltkrieges nur nach Westen.“ So begann Dr. Andreas Kossert von der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin seinen Einführungsvortrag zur neuen Sonderschau „August 14 – Der Erste Weltkrieg in Ostpreußen. Triumph und Tragik“ im Kulturzentrum Ostpreußen im Barockschloss Ellingen. Nach dem bereits 1905 entwickelten Schlieffen-Plan, der die Grundlage der deutschen Operationen zu Beginn des Krieges bildete, war der Osten nur schwach verteidigt, denn der Plan sah einen Angriff mit raschem Sieg im Westen vor in der Hoffnung auf die langsame Mobilmachung der Russen im Osten, wo dann die freiwerdenden Kräfte eingesetzt werden sollten.

Von: Manfred E. Fritsche (KK)
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„Deutschland blickte zu Beginn des Ersten Weltkrieges nur nach Westen.“ Im Gegensatz dazu richtet die Ausstellung des Kulturzentrums Ostpreußen unter der Leitung von Wolfgang Freyberg (Mitte) den Blick nach Osten
Bild: der Autor

Leise Helden

Donnerstag, 25. September 2014

Haus Schlesien eröffnet den Blick auf das niederschlesische Gut Kreisau als „Insel freien Denkens“ im Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es eine Reihe ziviler Widerstandsgruppen, die keine Sabotage- oder Gewaltakte gegen das Regime unternahmen. Vielmehr trafen sie sich im Privaten, diskutierten und entwarfen Pläne für die Zeit nach der NS-Herrschaft. Eine Ausstellung im Haus Schlesien bis zum 8. März 2015 basiert auf der Wanderausstellung der Stiftung Kreisau und zeigt Facetten des Widerstands in der nationalsozialistischen Diktatur am Beispiel der Überlegungen und Aktivitäten der Mitglieder des Kreisauer Kreises. Sie lädt dazu ein, sich mit diesen Menschen, ihrem Werdegang und ihrer Zeugenschaft auseinanderzusetzen.

Von: Bernadett Fischer (KK)
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„‚Ich bin gebunden‘ heißt, dass ich mich verantwortlich fühle, wobei das Maß der Verantwortung sich in dem Maß verringert, in dem der Umkreis sich erweitert“, schrieb Helmuth James von Moltke. Hier muss er ganz besonders „gebunden“ gewesen sein: mit Freya auf Gut Kreisau
Bilder: Haus Schlesien

Das Gestern verdient heutigste Aufmerksamkeit

Donnerstag, 25. September 2014

Ein Bonner Schüler schärft sie auch bei seinen Mitschülern

Die Ausstellung über das Wirken des Kreisauer Kreises, die vom Dokumentations- und Informationszentrum von Haus Schlesien vorbereitet wurde, wird ergänzt durch ein Schülerprojekt mit einem Abiturienten des Amos-Comenius-Gymnasiums in Bonn–Bad Godesberg.

Von: Jannick Tapken (KK)

Schillernde Journalistenikone

Donnerstag, 25. September 2014

Eine jetzt erschienene Biographie bricht den „Jahrhundertreporter“ Ryszard Kapuscinski auf allzumenschliches Maß herunter

Ryszard Kapuscinski gilt als polnischer Jahrhundertreporter. Weltberühmt wurde er durch seine Reportagen – vor allem aus Afrika und Lateinamerika. Seine Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Was die Leserschaft angeht, musste er nur vor dem Science-Fiction-Autor Stanisław Lem kapitulieren.

Mit dem Buch „Ryszard Kapuscinski. Leben und Wahrheit eines Jahrhundertreporters“, das gerade in Deutschland erschienen ist, weist der Autor Artur Domosławski nach, dass vieles in Kapuscinskis Bio-Bibliographie erfunden ist.

Von: Arkadiusz Luba (KK)
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Zweimal das Gesicht eines Mannes, der deren viele gehabt haben muss – wie eben sein Leben und „seine Wahrheit“: die Titelbilder der Biographie in polnischer und deutscher Sprache

 

Es weltkriegt allenthalben

Donnerstag, 25. September 2014

In Europa und Deutschland glücklicherweise nur in Medien und kulturellen Einrichtungen – auch ostdeutscher Observanz

Der Vortrag von Prof. Mirosław Ossowski aus Danzig/Gdansk zum Thema „Ostpreußen in der deutschen Literatur nach 1945“ war eine der jüngsten publikumswirksamen Veranstaltungen im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg. Bei dieser Gelegenheit las Arno Surminski ergänzend aus seinen Werken. Das Programm begleitete die bis zum 28. September geöffnete Ausstellung zu Arno Surminskis 80. Geburtstag“.

Von: Dieter Göllner (KK)
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Botschafterinnen von Karl Kraus: teatro caprile
Bilder: der Autor

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. September 2014

Ein „Narrativ“ vom „Schneewittchensyndrom“

„Schlesien ist immer dabei.“ So lautet der Titel einer anrührenden Erinnerung von Monika Taubitz an ihre Kinderjahre in Schlesien in diesem Buch. Als Teil zwei einer früheren Publikation verdeutlicht der zweisprachige Wendeband, welche „Zugänge und Sichtweisen“ frühere und heutige Bewohner mit dem Land und dem Begriff Schlesien verbinden.

Von: Erich Pawlu (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. September 2014

Man weiß ja nie – zuviel

Als mir Wulf D. Wagner (Jahrgang 1969), der bekannte Experte für Architekturgeschichte, beim Deutschlandtreffen der Ostpreußen in Kassel die voluminösen Bände zeigte, begegnete mir dieser Name zum ersten Mal, und ich fragte mich, wie der Auftraggeber der Arbeit, Rolf Dyckerhoff, in seinem Geleitwort: „Warum dieses Buch?“

Von: Klaus Weigelt  (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. September 2014

Böhmen, den Nazis ein böhmisches Dorf

In der Reihe der „Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa“ legt Volker Mohn einen umfangreichen Band über die nationalsozialistische Kulturpolitik im seit 1939 besetzten Böhmen und Mähren vor, insgesamt 470 Seiten Text und 41 Seiten zusätzliche Verzeichnisse und Register.

Von: Rüdiger Goldmann (KK)
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