Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1351

Mut, seinem eigenen Verstande zu entsagen

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Diesen legt europäische Kulturpolitik an den Tag, im Ressortdenken versinkt die Vielfalt Mittel- und Osteuropas und der Minderheiten

Der historische Kulturraum Mittel- und Osteuropas ist untergegangen – das ist wahr. Die deutsche und europäische Ostsiedlung, an der zahlreiche Flüchtlinge aus religiösen Gründen wie die Mennoniten, die Salzburger Protestanten, die Hugenotten beteiligt waren, aber auch katholische Christen, die im Zuge der Gegenreformation auf Einladung der Habsburger nach Südosteuropa gezogen sind, ließ über Jahrhunderte eine Symbiose vieler Nationen heranwachsen in Galizien, der Bukowina, in Siebenbürgen, Mährisch-Schlesien, in Ostpreußen, im Banat, der Voivodina und in vielen anderen Orten und Regionen. Diese Symbiose begann schon im 19. Jahrhundert aus vielerlei Gründen zu zerfallen, wurde aber endgültig erst durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts zerstört.

Von: Klaus Weigelt (KK)
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Hier wurde Zukunft zu Papier gebracht, auf dem Papier aber ist sie auch geblieben, denn in der pollitischen Wirklichkeit ist sie nie angekommen: Am 2. Februar 2005 erklären die für Kultur zuständigen Regierungsvertreter Polens, Deutschlands, der Slowakei und Ungarns im Warschauer Schloss, ein Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität gründen zu wollen

 

Leuchtturm im akademischen „Bermudadreieck“

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Mit dem Immanuel-Kant-Preis fördert die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Forschungen zu Kultur und Geschichte im Osten

Am 13. November 2014 wurde zum zweiten Mal der Immanuel-Kant-Forschungspreis im Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Oldenburg verliehen. Der 2012 geschaffene Preis der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) ist nach dem großen Königsberger Philosophen und Aufklärer Immanuel Kant (1724–1804) benannt. Er wird für herausragende Dissertationen und Habilitationsschriften vergeben, die sich mit der Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa befassen. Preisträgerinnen waren in diesem Jahr Dr. Evelyn Reitz (Berlin) mit ihrer Arbeit „Kulturelle Differenzerfahrung und ästhetische Einheitsbildung in der Prager Kunst um 1600“ sowie Dr. Svenja Bethke (Hamburg), die zum Thema „‚Kriminalität‘ und ‚Recht‘ in den jüdischen Ghettos Warschau, Litzmannstadt und Wilna im Zweiten Weltkrieg“ geforscht hat.

Von: (KK)
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Von dem Kuchen, der just zur Preisverleihung verteilt wurde, kriegten diesmal auch die Preisträgerinnen etwas ab, der Preis selbst aber dürfte ihnen noch süßer geschmeckt haben (v. l.): BKM-Referatsleiterin Dr. Nicole Zeddies, Preisträgerin Dr. Evelyn Reitz, Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Thomas Wünsch, Preisträgerin Dr. Svenja Bethke, BKGE-Direktor Prof. Dr. Matthias Weber
Bild: BKGE

Anstiftung zur Wissbegier

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Forschungsprogramme der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zu Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) schreibt zwei neue Forschungsprogramme für Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa aus.

Dazu sagte Monika Grütters, die Staatsministerin für Kultur und Medien: „Das Kulturerbe der Deutschen im östlichen Europa ist ein bedeutender Teil unserer Geschichte. Es ist zu einem verbindenden Element für ein gemeinschaftliches Europa der Kulturen geworden. An der Schwelle von der Erlebnis- zur Geschichtsgeneration ist es umso dringender, das Wissen über die Zusammenhänge und die wissenschaftliche Forschung zu Flucht und Vertreibung deutlich zu verstärken. Deshalb rege ich die Forschung über dieses für Europa in seiner ganzen Vielfalt so bedeutende Thema an.

Von: (KK)
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Schleichendes Grauen packt einen beim Anblick dieser Masse von Menschen, die gerade ihrer menschlichen Identität beraubt werden: Die deutschen Besatzer treiben die Einwohner von Gdingen bei Danzig im September 1939 zusammen und internieren sie. Dabei geben sie ein Bild ab, das auf Jahre hinaus paradigmatisch für das historische Geschehen in Europa sein wird, was wissenschaftlicher Betrachtung bedarf
Bilder: Archiv

 

Nicht auch noch den Verlust verlorengeben

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Die deutsche Kultur- und Literaturgeschichte darf nicht auf die Grenzen der heutigen Bundesrepublik Deutschland eingeschränkt werden

Wer heute durch das vereinigte Deutschland fährt, findet noch immer ostdeutsche Spuren, sofern er sie erkennt. An der Autobahn beispielsweise zwischen Frankfurt und Köln gibt es im Westerwald den Rastplatz Landsberg an der Warthe, womit viele Deutsche heute vermutlich nichts anfangen können. Gemeint ist die einst preußische Kreisstadt in Ostbrandenburg, in der die DDR-Schriftstellerin Christa Wolf geboren ist. Im Internet findet man über diesen Rastplatz, der als „Stück westdeutscher Erinnerungskultur an die ehemals deutschen Ostgebiete“ bezeichnet wird, fast sieben Seiten Information.

Von: Jörg Bernhard Bilke (KK)
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So umstritten wie gerade deshalb denkwürdig ist das Stück von Heiner Müller, eines der wenigen Werke der DDR zum Thema Vertreibung
Bild: Haus der Geschichte, Bonn

Wo der Schwabe nicht mehr spart

Donnerstag, 25. Dezember 2014

An der Erwachsenenbildung, bei der sich die heimatvertriebenen schwäbischen Neubürger als Sauerteig erwiesen

Ein besonderes Jubiläum konnte die Volkshochschule Augsburg, die von der Augsburger Akademie getragen wird, in diesem Jahr begehen. 110 Jahre ist die Einrichtung alt. Sie wurde also zehn Jahre vor dem Ersten Weltkrieg gegründet. Nach unbestätigten Berichten ist sie die älteste Volkshochschule Deutschlands. Augsburg war in dieser Zeit geprägt durch das „nachhaltige“ Wirtschaften der Handelshäuser Fugger und Welser und durch eine aufstrebende Industriekultur, welche vor allem vom Textilsektor – man sprach vom „schwäbischen Manchester“ – und dem Maschinenbau (MAN) bestimmt wurde.

Von: Ortfried Kotzian (KK)
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Auch so hat Deutschlands Zukunft einmal ausgesehen, das sollte in der Gegenwart nicht vergessen werden
Bild: Zentrum gegen Vertreibungen

Auf den Eisernen folgte ein demütiger Kanzler

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Leo von Caprivis Grab bei Crossen an der Oder wird wiederhergestellt

Darf so das Grab eines Kanzlers aussehen? Nahe von Crossen an der Oder in der Woiwodschaft Lebus befindet sich, völlig zerstört, die letzte Ruhestätte Leo von Caprivis, des Nachfolgers Otto von Bismarcks. Die Organisation der Deutschen Minderheit in der Woiwodschaft Lebus, die Gemeinde und das Preußeninstitut e. V. wollen das Grab nun wieder würdig herrichten.

Noch Mitte der 70-er Jahre war neben dem verschwundenen Gutsschloss Skyren bei Messow unweit der Oder die Steinpyramide mit einem zwei Meter hohen Marmorkreuz als Grabstein des deutschen Kanzlers erhalten.

Von: Till Scholtz-Knobloch
(Schlesisches Wochenblatt – KK)
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Diese Stätte ist kein Ort der Ruhe, selbst das Kreuz stammt von einem fremden Grab. Gemeindevorsteher Dariusz Jarocinski zeigt den deutschen Gästen die Ruine
Bild: der Autor

Den Blick weiten fürs weite Land

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Die neue Stiftung „Pomeranus“ will Pommern mit gleich dreierlei Kulturprojekten erschließen

Unter dem vielversprechenden Namen „Pomeranus“ ist in Stettin eine Stiftung gegründet worden, die sich zur Aufgabe gestellt hat, zur Förderung des Kulturerbes und der Identität Pommerns beizutragen. Die Träger dieser Stiftung sind der Auffassung: Pommern ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit einer turbulenten Geschichte, die sich im Lauf von mehreren Jahrhunderten entwickelt hat. Infolge des letzten Weltkriegs und der Teilung durch die deutsch-polnische Grenze brach dieses Land entzwei.

Von: Hans-Gerd Warmann (KK)
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Flach dehnt sich Pommern hin zur See, umso steiler ragte der Stolz der Bewohner: die Hakenterrasse in der Hauptstadt Stettin in den dreißiger Jahren
Bild: Pommersche Landsmannschaft – Landesgruppe Nordrhein-Westfalen e. V.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Verjagt aus Heimat und Kindheit

Freya Klier, 1950 in Dresden geboren, kommt aus der Bürgerrechtsbewegung der DDR, sie ist heute freischaffende Autorin und Regisseurin. Zentrale Themen für sie sind ihre Erfahrungen als Oppositionelle sowie während ihrer Haftzeit und nach dem Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland.

Von: Karlheinz Lau (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Schwere Stunde Null

Etwa zehn Jahre nach Kriegsende schrieben in den sogenannten Wiedergewonnenen Gebieten, also den einstigen deutschen Ostgebieten, neu angesiedelte Polen für einen Wettbewerb des Posener Westinstituts nieder, wie schwer ihr Neuanfang war.

Von: Norbert Matern (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Geistige Arbeit, geistlicher Trost

Die Bewältigung der Vertreibung der Deutschen aus Schlesien und die damit bis heute verbundenen Fragen von der Sicherung des schlesischen Kulturerbes bis hin zur Versöhnung zwischen Deutschen und Polen sind Themen, zu denen Christian-Erdmann Schott als Vorsitzender der Gemeinschaft evangelischer Schlesier in den vergangenen Jahren immer wieder in packenden Predigten Stellung bezogen hat.

Von: (KK)
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