Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1352

To be or not to be – Charlie

Sonntag, 25. Januar 2015

Alle Welt spricht plötzlich französisch und von Integration – von einem Beispiel aus jüngster Zeitgeschichte allerdings immer weniger

„Je ne suis pas Charlie – Ich bin nicht Charlie!“ – Ist es heute, in einer Gesellschaft zunehmenden Konformitäts- und Meinungsdrucks, erlaubt, einen solchen Satz zu sagen? Opportun ist es sicher nicht. Wer „Ich bin Charlie“ sagt, braucht sich nicht zu erklären. Dieser von den Journalisten Thierry Puget und Joachim Roncin erfundene „Hashtag“ verbreitete sich in Windeseile um die Welt. Millionen skandieren diesen Satz, während sie untergehakt durch Paris ziehen. Deswegen beeilt sich Michel Houellebecq zu beteuern, sein Buch enthalte keinerlei Islamophobie, und sagt: „Moi aussi, je suis Charlie.“

Von: Klaus Weigelt (KK)
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Auch das hat es gegeben, die herrlichen Farben orientalischer Teppiche in strengen christlichen Kirchen – allerdings weit im Südosten und noch weiter zurück in der siebenbürgischen Geschichte, der verflossenen
Bild: Wikimedia Commons

Ein Staat ist ein Staat ist ein Staat?

Sonntag, 25. Januar 2015

So einfach, gar dreifach ist das nicht, vielmehr zeigte eine völkerrechtliche Tagung, dass die Meinungen überaus vielfach sind

Als das Programm für die Fachtagung der Kulturstiftung der Vertriebenen und der Studiengruppe für Politik und Völkerrecht konzipiert wurde, konnte noch niemand ahnen, von welch unerwarteter Aktualität die recht abstrakt anmutende Thematik „Territoriale Souveränität“ und „Gebietshoheit“ angesichts der vielfachen internationalen Krisen und Kriege, etwa in der Ukraine und in Israel/Palästina, sein werde.

Die beiden staatsrechtlichen Begriffe sind  im Zivilrecht „Eigentum und Besitz“ vergleichbar: In der Regel hat ein Staat, der die territoriale Souveränität innehat, auch die Gebietshoheit.

Von: Ernst Gierlich (KK)
Ein-Staat-ist

Fernöstliche Grazie steht der harten Auseinandersetzung mit noch härteren historisch-politischen Fakten nicht im Weg – und deren Interpretation erst recht nicht: Wen-Chin Chen aus Taiwan
Bild: der Autor

Der Kunstmarkt als Geiseldrama

Sonntag, 25. Januar 2015

Vor dem und im Zweiten Weltkrieg war die Zeit der Erpresser und gewissenlosen Profiteure, zeigt die mühsame Provenienzforschung

Als Ismar Littmann am 23. September 1934 an den Folgen eines Selbstmordversuchs starb, hatten die Nationalsozialisten ganze Arbeit geleistet. Anderthalb Jahre zuvor war ihm, wie Tausenden anderen jüdischen Anwälten, die Zulassung entzogen worden. Sozial ausgegrenzt und hoch verschuldet, sah der einst wohlhabende Breslauer Rechtsanwalt, Mäzen und Kunstsammler keinen anderen Ausweg. Seine Witwe gab wenige Monate später etwa 200 Kunstwerke zur Auktion in das Berliner Auktionshaus Max Perl. Sie hatte die Hoffnung, mit den Erlösen ihren Lebensunterhalt und die Emigration der Kinder zu finanzieren.

Von: Carsten Eichenberger (KK)
Der-Kunstmarkt

Das Paradies in schroffem Schwarzweiß: Plakat von Otto Mueller, damals noch für den Park von Sanssouci, französisch: Ohne Sorge
Bild: Archiv

Vergangenes Land

Sonntag, 25. Januar 2015

Galizien lebt nur noch in seinen Mythen und im Bewusstsein seiner multikulturellen Bevölkerung, „vergangen“ auch sie

Das habsburgische Galizien gibt es nicht mehr. Und doch existiert es in der Erinnerung vieler Völker, die einst dazu gehört haben. Wie sehen die Polen, die Ukrainer und die Juden Galizien? Was ist das Besondere daran? Das Internationale Kulturzentrum in Krakau widmet dem Mythos Galizien bis zum 8. März 2015 eine Ausstellung unter dem Titel „Mythos Galizien“. Danach ist sie im Wien Museum zu sehen.

Von: Arkadiusz Luba (KK)
Vergangenes-Land1

Putin-Versteher hätten die Welt nicht mehr verstanden, noch weniger als heute: Juliusz Kossak, Der Kaiser Franz Joseph auf einem Ball im Lemberger Rathaus
Bilder aus der Ausstellung

Irgendwie ging es immer weiter

Sonntag, 25. Januar 2015

Edith Lorenz erinnert sich an eine Kindheit, die keine war

Als sie zehn Jahre alt war, habe man sie oft auf den Leinwänden deutscher Lichtspielhäuser gesehen, erzählt Edith Lorenz. Die 76-Jährige aus dem vogtländischen Greiz war kein Kinderstar und hatte auch nichts Tollkühnes geleistet, um das Interesse einer Filmkamera auf sich zu ziehen. Sie war nur eines der unzähligen „verlorenen Kinder“ aus den historischen ostdeutschen Provinzen, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg in den Wochenschauen in der allgemeinen Hoffnung vorgestellt wurden, dass sie von ihren Eltern oder anderen Familienangehörigen erkannt werden.

Von: Marius Koity  (KK)
Irgendwie-ging

Das Unheimliche liegt im Auge des Betrachters, er tut gut daran, das Schöne zu suchen – es findet sich auch in Ernst Kolbes Winterlandschaft in Pommern
Bild: Westpreußisches
Landesmuseum

Als aus Landsleuten Migranten wurden

Sonntag, 25. Januar 2015

Ausstellungstrilogie der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen

Die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen hat die Ausstellungstrilogie „HeimatWeh – Zu Hause in Europa“ im Laufe von fünf Jahren erarbeitet und die drei Teile einzeln in Berlin und in anderen Städten vorgestellt. Die Präsentation greift Themen auf, die Heimat und Heimatverlust durch Vertreibungen unterschiedlicher Art dokumentieren und auch den mühsamen Neuanfang in einer oft feindseligen Umgebung schildern.

Von: Dieter Göllner (KK)
Als-aus-Landsleuten1

Ihre Herkunft ist festlicher Natur, ihr Herkommen keineswegs: Böhmerwälder Tracht
Bilder: der Autor

Wahrheit von Staats wegen

Sonntag, 25. Januar 2015

Slowakisches Museum der Karpatendeutschen in Preßbur

Es ist fast einmalig – im diesem Staatlichen slowakischen Museum der Karpatendeutschen in Preßburg/Bratislava werden auch Enteignung und Vertreibung ehrlich dargestellt! Wo sonst? Passend befindet sich dieses kleine, feine Museum in einem schön renovierten Dreier-Ensemble historischer Bauten gleich unterhalb der Burg, nahe der Donau und der vielbefahrenen Straße nach Theben/Devin: Zizkova 14, Stadtteil Zuckermantel.

Von: Wolfgang Steffanides  (KK)
Wahrheit-von1

Nehmet hin und leset: Übergabe der Festschrift durch Direktor Ondrej Pöss
Bild: der Autor

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Sonntag, 25. Januar 2015

Nachgeholtes Buchdebüt

Der Schriftsteller wurde am 18. April 1901 als Sohn des späteren Reichstagsabgeordneten Konrad Graf Finck von Finckenstein auf Schloss Schönberg im Kreis Rosenberg geboren. Das Schloss, inmitten von Wäldern an einem See gelegen, wurde im 14. Jahrhundert vom Deutschen Orden erbaut und befand sich bis 1945 knapp 250 Jahre im Besitz der Familie von Finckenstein. Diese Umgebung muss den Jungen stark beeinflusst haben, seine Bücher werden sie später immer wieder beschwören.

Von: Barbara Kämpfert (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Sonntag, 25. Januar 2015

Reise ans Ende eines Volkes

„Mit meinem Tod will ich den tiefsten Protest gegen die Untätigkeit, mit der die Welt zuschaut und die Ausrottung des jüdischen Volkes zulässt, zum Ausdruck bringen.“ Diese Worte stehen im Abschiedsbrief eines Mitglieds des Nationalrats der Republik Polen – Szmul Zygielbojm, der sich angesichts der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto am 12. Mai 1943 in London das Leben nahm.

Von: (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Sonntag, 25. Januar 2015

Historiker werden alt, sind’s aber nicht

Es bedurfte intensiver Arbeit in einer Zeitspanne von zehn Jahren, um dieses umfangreiche Quellenwerk fertigzustellen. Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien bewilligte 2009 ein Stipendium, mehrere Vorsitzende der Historischen Kommission engagierten sich, und zur Finanzierung trugen schließlich die Stiftung „Zukunft für Ostpreußen“ und die Stiftung Königsberg im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft bei.

Von: (KK)
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