Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1354

Gegen Fundamentalismus helfen nur Fundamente

Mittwoch, 25. März 2015

Horizonte, Perspektiven, Wissens- und Wertedimensionen – eine Betrachtung

Wer heute als Referendar in den Schuldienst eintritt, ist etwa im Jahr des Mauerfalls 1989 geboren. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs, die unmittelbare Nachkriegszeit, der Verlust des deutschen Ostens mit seiner jahrhundertealten Geschichte und Kultur, die deutsche Teilung und die westdeutsche Demokratie mit den Kanzlern Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt, Schmidt und Kohl bis zur Vereinigung mit der DDR – alles feste Erlebnisbestandteile der heute über Siebzigjährigen – sind für die jungen Referendare allenfalls angelernte historische Fakten, falls sie einen gründlichen Geschichtsunterricht genossen oder sich selbst als wache Jungbürger ein Bild von der politischen Geschichte Nachkriegsdeutschlands gemacht haben.

Von: Klaus Weigelt (KK)
Gegen-Fundamentalismus

Nachdenklichkeit ist schön. nicht nur vor schöner Landschaft. Aber wie geht‘s weiter, hinter dem Horizont? Michael Barner, Mann betrachtet eine Landschaft
Bild: aus der Ausstellung, vgl. Seite 21

Die dort gewesen sind, sie sind nicht mehr

Mittwoch, 25. März 2015

Jubiläum des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien und Tagung zur Sowjetdeportation 1945 in Hermannstadt

Hermannstadt ist nicht eine, sondern mindestens zwei Reisen wert. Man kann hier nämlich nicht nur europäische Wirklichkeit erkennen, sondern zu allem, was diese Wirklichkeit ausmacht, gleich auch das Gegenteil, das sie mit ausmacht, und das nicht erst beim zweiten Mal. Als hätte sich der historisch-dialektische Materialismus, mit dem auch hier seinerzeit Schüler und Studenten traktiert wurden – „Werktätige“ nicht minder, aber praktischer –, diese Stadt zur Stätte seiner Rache dafür gekürt, dass man ihm die Deutungshoheit entzogen hat.

Von: Georg Aescht (KK)
Die-dort-gewesen-Ausschnitt

Fast erscheint das Bild aus den siebziger Jahren „echter“ als die tourismustauglichen Aufnahmen der Kulturhauptstadt von 2007: hochaufragendes, trauriges Hermannstadt
Bilder: Archiv

Wer sie lernt, der lernt sie lieben

Mittwoch, 25. März 2015

Sprachen schließen sich nicht aus – und niemanden, hat die russischsprachige Studentin Anna German auf Deutsch gelernt

Mit dreizehn Jahren bin ich zum ersten Mal nach Deutschland gefahren und habe mich plötzlich in einer parallelen Realität wiedergefunden: Alles war unbegreiflich und für mich lähmend. Die Häuser, Menschen, Gerüche, Geräusche und sogar die Farben waren unbekannt und fremd. Auch die Sprache war neu für mich. Allerdings hat man mir danach erzählt, dass ich die deutsche Sprache nicht in Deutschland, sondern in Lisakowsk, einer kleinen Stadt im Norden Kasachstans, erstmals gehört habe. Mit sechs Monaten haben mich die Eltern nach Kasachstan zu unseren russlanddeutschen Verwandten mitgenommen, von denen die Mehrheit dann in den neunziger Jahren nach Deutschland umgezogen ist. Obwohl ich mich daran nicht erinnern kann, habe ich da in Lisakowsk die Sprache meiner Vorfahrer zum ersten Mal gehört. Doch nun in Deutschland, als ich einen ganzen Monat weit weg von meinem Zuhause war, habe ich mich mit der deutschen Sprache angefreundet.

Von: Anna German (KK)
Wer-sie-lernt

„Schläft ein Lied“, bei der Preisverleihung allerdings ist man hellwach: v. l. Judith Metz (Projektleiterin Deutsche Gesellschaft e.V.), Petra Meßbacher (Geschäftsführerin VDA e.V.), Dr. Roswitha Schieb (Schriftstellerin), Cyntia Hobor (Preisträgerin Rumänien, 3. Platz), Anna German (Preisträgerin Russland, 1. Platz), Hartmut Koschyk (MdB, Aussiedlerbeauftragter der Bundesregierung)
Bild: D. G. e. V.

Wissen um die bösen und die guten Mächte

Mittwoch, 25. Februar 2015

Dietrich Bonhoeffer, eines der letzten Opfer der Nazis, das sich der Rolle verweigerte

Im Jahr 1954, als ich 17 Jahre alt und Mitglied der Evangelischen Jugend in meiner Heimatstadt Rodach bei Coburg war, schenkte mir Pfarrer Heinz Prengel, der aus Breslau stammte, das Buch „Widerstand und Ergebung“ seines schlesischen Landsmanns Dietrich Bonhoeffer. Dieses schmale Buch mit dem Untertitel „Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft“ habe ich damals verschlungen, und das dort abgedruckte Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ beeindruckte mich ganz besonders.

Von: Jörg Bernhard Bilke (KK)
Wissen-um-die-Ausschnitt

Denkmal für Dietrich Bonhoeffer in Breslau
Bild: Mathias Marx, Deutsches Kulturforum östliches Europa

Kurland und -leute

Mittwoch, 25. März 2015

In den Vereinigten Kurländischen Stiftungen leben sie weiter

Im Juni 2014 konnten die Vereinigten Kurländischen Stiftungen bei einem Festakt in Dresden auf ihre 100jährige Geschichte zurückblicken. Die Gründung von Ada Baronin Manteuffel aus dem Jahr 1914 mit dem Auftrag, ein Witwenstift aufzubauen, hat aufgrund der veränderten sozialen und politischen Umstände auch die Schwerpunkte der heutigen Stiftungsarbeit verlagert. Neben der Unterstützung bedürftiger Kurländer in aller Welt und der Vergabe von Studienstipendien liegen sie jetzt in der Rettung deutschen Kulturguts vor dem Verfall.

Von: (KK)
Kurland

Das baltische Licht und die langen Schatten des Spätherbstes lassen die Kirche von Hasau/Užava leuchten, und man sieht, auch ein Gotteshaus ist zunächst einmal ein Haus
Bild: Vereinigte
Kurländische Stiftungen

Als die Kirche zu den Menschen fuhr

Mittwoch, 25. März 2015

Kapellenwagen für die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Am 26. Februar übergab die Vorsitzende der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen, Erika Steinbach MdB, in Anwesenheit von BdV-Präsident Bernd Fabritius MdB, der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung einen historischen Kapellenwagen als erstes Großexponat für ihre Dauerausstellung.

Seit 1950 versorgte die Ostpriesterhilfe damit die deutschen Heimatvertriebenen mit Hilfsgütern der belgischen und niederländischen Bevölkerung. Die „fahrende Kirche“ diente auch dazu, für die in der Diaspora lebenden katholischen Vertriebenen Seelsorge zu leisten. Initiator war der belgische Pater Werenfried van Straaten.

Von: (KK)
Als-die-Kirche

Damals war es ein Schwerlasttransport, mit dem die leichte Last des Glaubens und der Hilfe zu den Vertriebenen kam; das „Großexponat“ bereitet auch heute Freude: Erika Steinbach, Andrea Moll und Bernd Fabritius stehen davor und dafür ein
Bild: Stiftung Zentrum
gegen Vertreibungen

Neue Infrastruktur in der alten Heimat

Mittwoch, 25. März 2015

S-Bahn zwischen Danzig und Gdingen

Für die Fußball-Europameisterschaft 2012, die auch in Danzig (Gdansk) stattfand, sollten die Flughäfen Danzig und Gdingen (Gdynia) an das S-Bahnnetz der Dreistadt angebunden werden. Bis zur Europameisterschaft konnten jedoch nur die Planungen verwirklicht werden.

Von: Manfred E. Fritsche (KK)
Neue-Infrastruktur

Menschenleer, doch nicht mehr lange: die neue Bahnstrecke
Bild: der Autor

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Mittwoch, 25. März 2015

Wir wollen wissen, was der wissen will

Im Jahr 1972 hatte Wilfried Heller mit rumänischen Kollegen auf sechs Exkursionen das nahe und fernere Umland der Landeshauptstadt Bukarest und von Pitesti, der Hauptstadt des Kreises Arges, der sich vom Hauptkamm der Südkarpaten bis in die Rumänische Tiefebene erstreckt, bereist.

Von: Susanne Habel (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Mittwoch, 25. März 2015

In Görlitz blühen Lenz und Bücher

Vor einigen Jahren erschien anläßlich des 150. Todestages Joseph von Eichendorffs ein „Hausbüchlein“ mit einem „Best-of-Mix“ aus dem Lyrikkanon des schlesischen Romantikdichters. Herausgegeben hatte es Johann Joseph Claßen, selbst in Arnsberg ansässiger Dichter und auch bekannt als Vorsitzender der literarischen Christine-Koch-Gesellschaft im Sauerland.

Von: (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Mittwoch, 25. März 2015

Baltische Seminare

Die Carl-Schirren-Gesellschaft debattiert

Die politischen Ereignisse der Jahre 1989/1991 haben den vormals hinter dem Eisernen Vorhang gefangenen Völkern die einzigartige Möglichkeit gegeben, die ideologische, politische Macht des Kommunismus zu überwinden und sich wieder ihrer eigenen Geschichte und Kultur zu widmen.

Von: Wolf Wulffius (KK)
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