Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1356

„Kein Tag zum Feiern“

Montag, 25. Mai 2015

Was zum 8. Mai alles geschrieben, geredet und gedacht wird, ist gleichwohl feierlich – und widersprüchlich

Die Rede, die der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Kriegsendes 1945 im Deutschen Bundestag gehalten hat, ist nach wie vor im Internet verfügbar und kann jederzeit nachgelesen werden. Gerade in diesen Wochen, wo erneut über das Kriegsende und seine Folgen diskutiert wird, ist es wichtig zu wissen, was der Bundespräsident damals gesagt hat. Gewöhnlich wird nur dieser eine Satz zitiert: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung.“ Selbst der unmittelbar folgende Satz: „Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“, ist schon nicht mehr bekannt.

Von: Jörg Bernhard Bilke (KK)
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Hier steht und hängt viel mehr im Raum als Worte und Bilder, die das Unheil nur beschwören, aber nicht fassen können: Monika Drachs Installation „die stunde stuerzt. 70 Jahre Kriegsende“
Bild: Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart, siehe Seite 22

„Am Ende siegt immer der Geist“

Montag, 25. Mai 2015

Dieser Trost Walter Rathenaus erreichte die Armenier nicht – ihr Ende war ein furchtbar anderes

Nun also doch. Völkermord wird jetzt auch in höchsten deutschen Kreisen genannt, darf genannt werden, was hundert Jahre lang eher beschwiegen wurde: der Mord der Türken an den Armeniern 1915, die Vertreibung und Auslöschung von 800 000 – andere Stimmen sprechen von bis zu 1,5 Millionen – Kindern, Frauen und Männern, die der damaligen türkischen Regierung ein Dorn im Auge waren. In Regierungskreisen hatte man sich bislang geweigert, von Völkermord zu sprechen, aus Rücksicht auf die türkische Regierung und die besonderen Beziehungen, die man halt so pflegt, politisch, kulturell, wirtschaftlich.

Von: Ulrich Schmidt (KK)
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Auf diesen Feldern keimte und wuchs der Tod. Armin T. Wegner fotografierte Armenier auf der verzweifelten Suche nach Essbaren in der Erdkrume
Bild: Wikimedia Commons

Das Dröhnen der Stunde Null hallt nach

Montag, 25. Mai 2015

Vielfältige Veranstaltungen des Deutschen Kulturforums östliches Europa in ebenso vielfältigen Kooperationen

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa e. V. mit Sitz in Potsdam bietet einen Rahmen, in dem das Spektrum der deutschsprachigen Kultur und Geschichte im östlichen Europa präsentiert wird.

Von: (KK)
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Bild: Wallstein Verlag

Ein Johannis macht noch keinen Frühling

Montag, 25. Mai 2015

Auch zwischen Staaten und Nationen: Regensburg, Budavár und die Kulturhauptstadt Europas 2015, Pilsen

Die Tradition von Städtepartnerschaften wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1947 wiederaufgenommen. Zuvor hatte es bereits vereinzelt Partnerschaften gegeben, wie seit 1925 zwischen Kiel und dem dänischen Sonderburg. Als älteste urkundlich nachweisbare Städteverbindung gilt die von Paderborn mit dem französischen Le Mans. Von dort wurden 836 n. Chr. die Reliquien des heiligen Liborius in einer langen Prozession nach Paderborn geleitet.

Von: Klaus Weigelt (KK)
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Unter dem nonpräsidialen Balkon des Heiligenhofs wurde über den deutschen Präsidenten aller Rumänen nachgedacht
Bild: der Autor

Wie ganze Burgen gebacken wurden

Montag, 25. Mai 2015

Die Architekturausstellung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen macht Station in Stralsund

Der Raumeindruck der westlichen Vorhalle der Stralsunder St. Marienkirche ist überwältigend. Jedem Eintretenden zieht es den Blick sofort hoch zu den von großen Fenstern hell erleuchteten gotischen Gewölben, welche die schmale Halle in schwindelerregender Höhe überspannen.

Von: Ernst Gierlich (KK)
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Ein Stein wie eine Metapher

Montag, 25. Mai 2015

Das Bernsteinmuseum Kaliningrad/Königsberg zeigt seine Schätze aus zu Kleinodien geronnenem Harz in Ellingen

Das Bernsteinmuseum Kaliningrad zeigt erstmals seine Schätze in Deutschland. Die Kunstwerke sind im Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen ausgestellt: „Gold des Baltikums“. Künstlerisch hochwertige Stücke können bis zum 7. Juni im Kulturzentrum bewundert werden. Golden glänzt der Bernstein in den Vitrinen, um die sich zahlreiche Besucher bei der Eröffnung drängen. Bewundernde Rufe über die künstlerische Gestaltung der aus dem 40 Millionen Jahre alten Material hergestellten Meisterstücke werden laut.

Von: Manfred E. Fritsche (KK)
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Die verhaltene und doch betörende Strahlkraft des Bernsteins von der Ostsee entfaltet sich in Ellingen
Bild: der Autor

Grün ist der Optimismus

Montag, 25. Mai 2015

Soroptimist International pflanzt Bäume in Danzig

Die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der neuen Universität Danzig fanden ihren besonderen Abschluss mit einer Baumpflanzung neben dem Bibliotheksgebäude. Soroptimist International (SI) Köln-Römerturm und SI 1. Club Gdansk, Danzig, Polen, Mitglieder der Europäischen Föderation von SI, setzten mit ihrem Projekt „Let us go green“ ein Zeichen für ihren Freundschaftsverband. Am 10. April 2015 wurden mit großer Zustimmung der Universität und der Öffentlichkeit zwei Eichen, zwei Ahornbäume und zwei Ginkgobäume ihrem zukünftigen Standort übergeben.

Von: (KK)
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„Wie’s den Wissenden erbaut“ – ein Ginkgo, wie ihn Goethe beschwört, vor der Universitätsbibliothek Danzig, die 40 Jahre besteht
Bild: Soroptimist International

Einander zuhören und -schauen

Montag, 25. Mai 2015

Haus Schlesien aus Königswinter in Leubus/Lubiaz

Das Sammeln und Bewahren schlesischen Kulturgutes und dessen Erforschung bilden den Schwerpunkt der Museumsarbeit des Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ) Haus Schlesien. Die Einrichtung will mit Ausstellungen und Veranstaltungen die deutschgeprägte europäische Kulturlandschaft sowie das wechselvolle Schicksal Schlesiens und seiner Menschen unterschiedlicher Sprache und Nationalität anschaulich machen.

Von: Dieter Göllner (KK)
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Erfahrbar machen, was jene erfuhren, die nicht wussten, wie ihnen geschieht: Plakat zur Leubuser Ausstellung
Bild: Haus Schlesien

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Mai 2015

Was ich nicht wusste, dass ich es weiß

In Zeiten, da die Dichtung zur Bühnenperformance mutiert und das Lesepublikum zu Hörern und Zuschauern von Lesungen und Festivals, wird ihm eine Komplizenschaft, ja Vertrauensseligkeit zwischen Produzenten und Rezipienten vorgemacht, als sei der Schriftsteller ein Fußballstar, der am Begrenzungszaun zu den Rängen hochspringt, um die Tuchfühlung mit seinen Fans zu genießen.

Von: (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Mai 2015

Übers Gedächtnis nachdenken

Geschichte prägt Kultur und Politik in Polen bis heute stärker als andernorts. Eine Anthologie mit klassischen polnischen Texten zu Theorie und Empirie des sozialen Gedächtnisses belegt dies nun eindrücklich.

Von: (KK)
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