Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1362

Es war noch nie so

Mittwoch, 25. November 2015

… dass es nicht irgendwie gewesen wäre. Die Europäische Akademie Külz–Kulice besteht trotz gebrochener Vereinbarungen ungebrochen

Als die Stettiner Universität im Jahr 2012 die mit der Stiftung Europäische Akademie Külz–Kulice geschlossene Vereinbarung zur Nutzung des Tagungsgebäudes in Külz–Kulice kündigte und der Leiterin Lisaweta von Zitzewitz auf unwürdige Art den Stuhl vor die Tür setzte, unkte manch einer: „Das ist das Ende von Külz!“ Nun, die Pessimisten haben sich geirrt. Obwohl die Europäische Akademie derzeit keinen festen Standort hat, ist sie nach wie vor aktiv und setzt ihre im Jahr 1995 begonnene Verständigungsarbeit zwischen Deutschen und Polen trotz organisatorischer Schwierigkeiten erfolgreich fort. Es finden weiterhin deutsch-polnische Begegnungen statt, und im Rahmen der von der Akademie begründeten Publikationsreihen: „Zeszyty Kulickie/Külzer Hefte“ und „Schlösser und Gärten in der Wojewodschaft Westpommern“ sind in der letzten Zeit weitere Hefte unter redaktioneller Leitung von Lisaweta von Zitzewitz erschienen.

Hannelore Schardin-Liedtke/
Elsbeth Vahlefeld (KK)

S3--Titelseite-Der-Erste-Weltkrieg

Briefe, nach Reiner Kunze „läuse im pelz des vaterlandes“, schmücken den Umschlag des Heftes, das gleich zwei Vaterländer in einen Pelz hüllt
Bilder: Europäische Akademie Külz–Kulice

Kultur ist, wenn einer anpackt

Mittwoch, 25. November 2015

Ein „Weltmensch“ wie Jan Niezwiestny braucht keine hehren Vorsätze, um Vorstellungen umzusetzen – im Schloss Juditten

Jan Niezwiestny ist ein Weltmensch – und er hat einen Traum: die Bewahrung des preußischen Schlosses Juditten für die Nachwelt.

Ein Auto mit schwedischem Kennzeichen steht auf dem Hof neben dem Schloss, wo ein älterer Herr in rotem Pullover mit der Motorsäge im Park arbeitet. Erst ein wenig argwöhnisch über den Besuch, in der einsamen Gegend acht Kilometer vor der Grenze zum russischen Teil Ostpreußens, erzählt er einige Fakten aus seinem Leben.

Manfred E. Fritsche (KK)

S6--Juditten-2

Der Löwe ruht, anders als der Mensch, der sich um ihn kümmert
Bilder: der Autor

Theologischer Thesaurus

Mittwoch, 25. November 2015

Neu definiert: das Institut für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa

Seine Weichen in Richtung Zukunft neu gestellt hat bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung das Institut für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte e. V., das seither, d. h. seit Ende Juli, auch einen neuen Namen hat: Institut für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa e. V. heißt nun die am 10. Dezember 1958 gegründete Einrichtung. Damit sind neben inhaltlichen Neuorientierungen auch personelle und organisatorische Veränderungen verbunden.

Markus Bauer (KK)

S9-Bauer-Institut

Amtsbrüder im Geiste, auch in dem der kirchlichen Tradition und der modernen Forschung: Monsignore Dr. Paul Mai (l.) übergibt die Leitung des Instituts an Professor Dr. Rainer Bendel
Bild: der Autor

Experten der Exposition

Mittwoch, 25. November 2015

Im Haus Schlesien, Königswinter, zeigen deutsche und polnische Museumskuratoren, wie man was am besten zeigt

Ziel der Veranstaltung war es, verschiedene Aspekte der Thematik „Flucht und Vertreibung“ zu beleuchten, einschlägige Projekte in profilierten Einrichtungen zu erörtern und nicht zuletzt, die Sichtweise und das Verständnis beider Nationen kennenzulernen und zu diskutieren. Die Teilnehmer waren aufgefordert, ihre Projekte und Planungen vorzustellen und über ihre Erfahrungen zu berichten. Verschiedene Vorträge befassten sich mit dem Umgang mit der Nachkriegsgeschichte in Politik und Öffentlichkeit beider Staaten sowie der öffentlichen Förderung diesbezüglicher Projekte.

Dieter Göllner (KK)

S11--Kuratorentagung---Nicola-Remig-+-Edward-Halajko-vom-Museum--Neisse

Wie setzt man das Elend von Flucht und Vertreibung ins Bild? Ob Handwagen oder Fahrrad, alles suggeriert Mobilität, die kleinen Exponate und Dokumente in der Vitrine belegen, dass sie erzwungen war: Gastgeberin Nicola Remig und Edward Hałaiko aus Neisse
Bild: der Autor

Das alte Glogau ersteht im neuen

Mittwoch, 25. November 2015

Zusammenarbeit des dortigen Museums mit dem Schlesischen Museum zu Görlitz und dem Glogauer Heimatbund

Bereits vor zwanzig Jahren hatte Leszek Lenarczyk, der Direktor des Muzeum Archeologiczno-Historyczne w Głogowie, die Idee zu dieser Ausstellung, doch damals war die Zeit dafür noch nicht reif. Umso mehr freute es ihn, dass er diesen Plan noch vor seiner Pensionierung realisieren konnte. Die Idee dazu reifte über Jahre, auch durch die enge Zusammenarbeit mit dem Glogauer Heimatbund (GHB), dem Beiratsmitglied Dr. Klaus Schneider, Leipzig, der seit 1986 einen intensiven Meinungsaustausch mit seinem Freund führt.

Martin Sprungala (KK)

S13-Glogau

Ein Koffer voll Trauer und Hoffnung – dass er ausgestellt wird, berechtigt zu letzterer
Bild: Museum Glogau

Es tut not, die Not von einst zu zeigen

Mittwoch, 25. November 2015

Kriegsende und Neubeginn in Görlitz und Zgorzelec im Schlesischen Museum zu Görlitz

Das Schlesische Museum zu Görlitz hat am 20. November die neue Sonderausstellung „Die große Not. Erinnerung an das Kriegsende 1945 und den Neubeginn in Görlitz und Zgorzelec“ eröffnet. Das Projekt ist durch das Mitwirken vieler Privatpersonen sowie Görlitzer Vereine und Institutionen zustande gekommen. Die Museumsmitarbeiterin Dr. Martina Pietsch hat gemeinsam mit etwa 40 Leihgebern die Geschichte der zahlreichen eingesandten Objekte erkundet und die Erinnerungen der Menschen dokumentiert. Die Ausstellung ist bis zum 24. Juli 2016 im Schlesischen Museum zu sehen. Geplant ist eine umfangreiche Internetpräsentation von Leihgaben und ihren Geschichten.

(KK)

S14--Madonna-aus-Expo-Die-grosse-Not

Manche Werke mit frommem Gegenstadt zeigen mehr noch als dessen Frömmigkeit jene des Gestalters und des Besitzers –
nachgerade das Gegenteil von Frömmelei
Bild: Museum

Sie trugen keine Schuld

Mittwoch, 25. November 2015

Vielmehr oft die größte Last, und das willig: Pferde als Opfer von Krieg und Flucht

Das Bild ist durchs Leben mitgegangen:

Eine milde Vorfrühlingsnacht des späten März 1945, der Flüchtlingstreck hatte bei beginnender Dunkelheit am Saum einer Waldwiese in einem lichten Hochwald unweit der Straße Halt gemacht, die heute, aus Österreich kommend, die Bundesstraße 388 ist. Die etwa 20 Pferde und die beiden Kühe, die zum Treck gehörten – vor allem die Kinder sollten etwas Milch bekommen –, hatten gefressen, standen und lagen vor den Planwagen, neben ihnen einige Männer mit griffbereiten Waffen.

Dietmar Stutzer (KK)

S16--Pferde

Bedingungslose Treue in wuchtiger Anstrengung – und das auf Zuruf! Hat der Mensch sie immer verdient? Flucht aus Ostpreußen zur Kurischen Nehrung
Bild: National Geographic Society/Corbis

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Mittwoch, 25. November 2015

Märkische Wegmarken

Wolfgang Kling und Jörg Lüderitz: Neumark – durch die alte Kulturlandschaft östlich von Oder und Neiße. Trescher Verlag, Berlin 2015, 291 S.

Altmark – Mittelmark – Uckermark – Neumark zeichnen in etwa den zeitlichen Verlauf der deutschen Ostsiedlung im 12. und 13. Jahrhundert im Land zwischen Elbe und Oder nach, wobei die Neumark bereits östlich von Oder und Neiße, der heutigen deutsch-polnischen Grenze, liegt. Diese Region nördlich und südlich der Warthe war bis 1945 der östliche Teil der Mark Brandenburg, sie gehört im heutigen Polen zu den Woiwodschaften Westpommern im Norden und Lebus im südlichen Teil. Der Name Neumark ist als Nowa Marchia in der polnischen Lokalhistorie weiter erhalten.

Karlheinz Lau (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Mittwoch, 25. November 2015

Seht auf diese Stadt – und übers Jahr erst recht

Breslau zum Verlieben. Bildband zur Kulturhauptstadt Europas 2016. Mit 144 Bildern des Meisterfotografen Marek Maruszak auf 106 Seiten, Hardcover, farbig. Görlitz 2015. Zum Preis von 19,90 Euro zzgl. Versand erhältlich bei der Schlesischen Schatztruhe, Telefon 03581/41 09 56, info@senfkornverlag.de, www.schlesische-schatztruhe.de

Kaum eine andere Stadt hat nach dem Zerfall des Sowjetimperiums seit 1989 einen solchen atemberaubenden Aufschwung genommen wie die schlesische Metropole.

(KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Mittwoch, 25. November 2015

„Die Schatzgräber“ im heimatlichen Weinberg

Nicola Schorm: Alte Heimat. Fremdes Land. Eine Erzählung. Omnino-Verlag, Berlin

Nach Jahrzehnten besucht Ferdinand seine Heimatstadt Werschetz im Westbanat, die er mit 17 verlassen hat, um in den Krieg zu ziehen. Seine Kinder begleiten ihn auf dieser Reise in die Vergangenheit, die auch in die Weinberge von Werschetz führt. Von der einst deutsch geprägten Stadt ist nicht mehr viel übrig. Die Bürgersteige sind kaputt, Tante Lukrezias Haus steht nicht mehr. Von Oma Georgias Haus gleicht nur noch das Kapitell jenem auf dem alten Foto, das die vier Besucher aus Deutschland mitgebracht haben. Die Büste von Nikolaus Lenau ist vom Sockel verschwunden: „In Werschetz wird kein deutscher Kopf mehr verehrt.“ Nur die blauen Trauben schmecken noch so gut wie vor dem Krieg. Großvater Jankovics Grab finden die Besucher auf dem serbisch-orthodoxen Friedhof, Oma Aloisias letzte Ruhestätte auf dem angrenzenden katholischen Gottesacker jedoch nicht.

Johann Steiner (KK)

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