Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1370

Beheimatung

Montag, 25. Juli 2016

Ein sperriges Wort für eine nicht minder mühsame Arbeit an einem gefeierten Produkt: Siedlung der Siebenbürger Sachsen in Drabenderhöhe

„Die Siebenbürger-Sachsen-Siedlung in Drabenderhöhe wird seit ihrer Gründung immer wieder als ein gelungenes Beispiel von Beheimatung der Siebenbürgen Sachsen ohne Aufgabe der Identität betrachtet“, betonte Herta Daniel, die Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, anlässlich des Festaktes zu 50 Jahren seit der Einweihung der Siebenbürger-Sachsen-Siedlung in Drabenderhöhe im Kulturhaus Drabenderhöhe.

Ein paar Tausend Besucher von nah und fern nahmen an den dreitägigen Jubiläums-Veranstaltungen teil, die Enni Janesch, die Vorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe des Verbandes, gemeinsam mit den regionalen Vereinen und Kulturgruppen organisiert und bestritten hat. Ebenfalls seit einem halben Jahrhundert bestehen auch die Kreisgruppe Drabenderhöhe des Verbandes der Siebenbürger Sachsen mit den Nachbarschaften, das Blasorchester Siebenbürgen-Drabenderhöhe, der Honterus-Chor, der Frauenverein, das Altenheim und der evangelische Kindergarten.

Dieter Göllner (KK)

seite-03-kk1370

Unter der Haube sind die Siebenbürger Sachsen im Oberbergischen – und zwar einer meisterlich selbstgestickten
Bilder: der Autor

Silesifizierung eines Preußenadlers

Montag, 25. Juli 2016

Mit der Restauration des neugotischen Kattowitzer Parlamentssaales vergewissert sich die dortige Musikakademie schlesischer Bautradition

Kattowitz hat eine Attraktion mehr: Nach zweijähriger Sanierung wurde am 4. April der Konzertsaal in der Kattowitzer Musikakademie (Akademia Muzyczna w Katowicach) wiedereröffnet. In perfekter Abstimmung mit der neu installierten Orgel wird der Saal den höchsten Erwartungen an die Akustik gerecht.

Die Renovierungsarbeiten dauerten zwei Jahre und kosteten über 10,6 Millionen Zloty. „Der größte Anteil stammt aus EU-Mitteln und den Norwegischen Fonds. Neben der umfassenden Renovierung des Konzertsaals im 2. Stockwerk, der Bolesław-Szabelski-Aula, wurden auch Dacharbeiten und ein Austausch der Fenster durchgeführt“, erklärt Katarzyna Plesniak, die Kanzlerin der Kattowitzer Musikakademie. Der Prachtsaal in der Kattowitzer Karol-Szymanowski-Musikakademie bietet Platz für 145 Konzertbesucher – steht allerdings nur Veranstaltungen der Musikakademie offen.

Johannes Rasim (KK)

seite-05-kk1370

Prof. Ewa Chojecka mit Prof. Frode Skadberg Thorsen von der Edvard-Grieg-Akademie in Bergen (links im Bild) bei der Eröffnung des Konzertsaals in Kattowitz
Bilder: der Autor

Forschen nach Noten

Montag, 25. Juli 2016

Festakt zu 25 Jahren Sudetendeutsches Musikinstitut

„Musik überwindet Grenzen und schafft Zusammengehörigkeit!“ Diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch die Reden beim Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Sudetendeutschen Musikinstituts, das beim Bezirk Oberpfalz und damit in Regensburg, der Patenstadt der Sudetendeutschen, angesiedelt ist. Die Bedeutung der Einrichtung würdigten Repräsentanten aus dem sudetendeutschen und tschechischen Bereich wie auch der Träger und Geldgeber sowie der Kooperationspartner.

Mit dem Bläserstück „Fanfare“ von Widmar Hader, dem Gründungs- und langjährigen Leiter des Sudetendeutschen Musikinstituts, der unter den Ehrengästen war, vorgetragen vom Blechbläser-Ensemble der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg unter der Leitung von Norbert Lodes, begann der Festakt. Der jetzige Institutsleiter Dr. Andreas Wehrmeyer hieß zahlreiche Vertreter aus dem sudetendeutschen bzw. Vertriebenenbereich sowie der Stadt Regensburg und des Bezirks Oberpfalz willkommen.

Markus Bauer (KK)

seite-08-kk1370

„Musik überwindet Grenzen und schafft Zusammengehörigkeit“, war zu hören – und dazu auch Fröhlich- und Freundlichkeit, ist zu sehen: Institutsleiter Dr. Andreas Wehrmeyer, Bezirkstagspräsident Franz Löffler und der Gründungs- und langjährige Institutsleiter Widmar Hader
Bild: der Autor

Rübezahl kam bis Iserlohn

Montag, 25. Juli 2016

Im Ostlandheim wird ein Vierteljahrhundert der Partnerschaft zwischen BdV und Kreuzenort gefeiert und eine Begegnungsstätte eröffnet

Seit einem Vierteljahrhundert bestehen freundschaftliche Beziehungen zwischen dem Bund der Vertriebenen (BdV) in Nordrhein-Westfalen, insbesondere dem BdV Iserlohn, und Kreuzenort, einer Gemeinde bei Ratibor in Oberschlesien. Auch in diesem Jahr organisierte der BdV unter Federführung des unermüdlichen Oberschlesiers Hans-Joachim Muschiol, immerhin über 90 Jahre jung, mit seinen Helfern aus der Gruppe „Altvater/Rübezahl“ eine Zusammenkunft im Ostlandheim in Iserlohn.

Rüdiger Goldmann (KK)

 

Kein „Spitzwegsches Dasein“

Montag, 25. Juli 2016

Vielmehr Arbeit an einem „virtuellen Lesesaal“: Deutsch-Baltische Gesellschaft zeichnet die Archivare Peter Wörster und Indrek Kuuben aus

Die alltägliche Arbeit der Archivare steht selten im Licht öffentlichen Interesses. Dass sie für alle historisch orientierten Forschungen die unverzichtbare Grundlage darstellt, ohne die keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden können, ist vielen Menschen außerhalb eines engen Zirkels kaum bewusst. Nicht selten herrschen Klischees vor, denen zufolge Archivare irgendwo in verstaubten Papieren früherer Jahrhunderte wühlen und ein gleichsam Spitzwegsches Dasein fristen. Dass Archive, die in klassischer Definition das „Gedächtnis der Verwaltungen“ oder moderner: das „Gedächtnis der Nationen“ darstellen, sich mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts der Forschung geöffnet haben und im 20. Jahrhundert zu modernen Kompetenz- und Dienstleistungszentren geworden sind, ist in einer breiteren Öffentlichkeit nicht immer bekannt.

Dorothee M. Goeze (KK)

seite-11-kk1370

V. l. und v. v.: Renate Adolphi, Indrek Kuuben, Landesbeauftragte Margarete Ziegler-Raschdorf, Peter Wörster, Axel Freiherr von Campenhausen, Christian von Boetticher
Bild: Deutsch-Baltische Gesellschaft e. V. ,
Hemma Kanstein

Wohltätig bis wohltuend

Montag, 25. Juli 2016

Oberschlesisches Landesmuseum ehrt Eva von Tiele-Winckler, Schöpferin des Friedenshortes, und den Musiker Heinrich Schulz-Beuthen

Zum 150. Geburtstag von Eva von Tiele-Winckler – auch bekannt als Mutter Eva – zeigt das Oberschlesische Landesmuseum eine interessante Dokumentarschau. Die Ausstellungskuratorin Izabella Wójcik-Kühnel aus Kattowitz beschreibt die Persönlichkeit von Eva von Tiele-Winckler (1866–1930) als eine starke Frau, die viel bewirkte und sich selbst stets zurücknahm: „Christliche Nächstenliebe als Basis des Handelns war ihr Leitmotiv.“

(KK)

seite-12-kk1370

Schwesterliches Gegenüber: Blick in die Ausstellung zu Mutter Eva
Bild: Dieter Göllner

Der kategorische und viele praktische Imperative

Montag, 25. Juli 2016

Ostpreußische Reise der Freunde Kants und Königsbergs

Die Gesellschaft der Freunde Kants und Königsbergs e. V. hatte sich unter der Leitung des Vorsitzenden Gerfried Horst in Königsberg/Kaliningrad eingefunden und wartete auf Professor Dr. Wladimir Gilmanov von der Kant-Universität. Es war der 20. April 2016, und traditionsgemäß werden die Kant-Tage mit einem Vortrag Gilmanovs eingeläutet, beim „Bohnenmahl“ im Deutsch-Russischen Haus finden sie dann ihren krönenden Abschluss. 2017 jährt sich diese von Gerfried Horst initiierte Veranstaltung zum zehnten Mal.

Bärbel Beutner (KK)

seite-14-kk1370

Auch hier lehrte Immanuel Kant. Dem Pfarrhaus von Judtschen in der Nähe von Gumbinnen, wo er drei Jahre lang als Hauslehrer gewirkt hat, sollte man es bald wieder ansehen
Bild: kaliningrader-gebiet.de

Gedenken kann fröhlich sein und machen

Montag, 25. Juli 2016

Alljährlich feiern die Ostpreußen auf Schloss Burg bei Solingen, mittlerweile feiern Schlesier und Pommern mit

Das Oberschlesische Blasorchester Ratingen unter der Leitung seines Dirigenten Andreas Bartylla sorgte mit einem Platzkonzert für gute Stimmung beim diesjährigen Treffen der Ostpreußen und Schlesier an der Gedenkstätte der deutschen Heimatvertriebenen auf Schloss Burg.

Die nunmehr 20. Kulturveranstaltung der Landsmannschaft Ostpreußen, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, war erneut ein gelungenes Heimattreffen. Bereits zum zweiten Mal waren auch Vertreter der Landsmannschaft Schlesien dabei. Hinzu kommt, dass diesmal auch die nordrhein-westfälischen Pommern aus Wuppertal mit einem Informationsstand präsent waren.

(KK)

seite-16-kk1370

„Wenn die bunten Fahnen wehen“ und die Zeltdächer dazu: Hier klingt die „Klingende Windrose“ besonders authentisch und mitreißend, wie sich beim gemeinsamen Singen zeigt
Bild: Dieter Göllnerr

„Stadt ohne Gleichen“

Montag, 25. Juli 2016

Ellinger Wanderausstellung zu Tilsit

„Königin Luise von Preußen hat ihr zu europaweitem Ruhm verholfen; in besseren Zeiten nannte man sie die ‚Stadt ohne Gleichen‘, auf Anhieb wird sie mit einer berühmten Käsesorte in Verbindung gebracht: Tilsit heißt heute Sowjetsk.“ Diese Fakten nannte „Die Zeit“ im Februar 1999.

Vor kurzem wurde die Ausstellung „Tilsit – die Stadt ohne Gleichen“ in Anwesenheit des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland, Michael Banzhaf, des Sprechers der Landsmannschaft Ostpreußen, Stefan Grigat, und des Direktors des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen, Wolfgang Freyberg, im Königsberger Staatlichen Archiv eröffnet. Sie wird seit dem 22. Juli 2016 im Stadtmuseum Tilsit/Sowjetsk gezeigt.

Manfred E. Fritsche (KK)

seite-17-kk1370

Verblichen die Farben, doch strahlend die Stadt Tilsit
Bild: aus der Ausstellung

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Juli 2016

Multi-, ja pluriperspektivisch

Hans Henning Hahn und Robert Traba (Hg.): Deutsch-polnische Erinnerungsorte. Bd. 1 und 2: Geteilt / Gemeinsam. Schöningh, Paderborn, 2014 und 2015, Bd. 1: 818 S., Bd. 2: 732 S

Statt die individuelle Erinnerung an Orte zu koppeln, ist es in der Wissenschaft üblich geworden, kollektive Erinnerungen zu verorten, jedenfalls tatsächliche Lokalitäten wie auch nicht topographisch gefasste Stichworte als Erinnerungsorte anzusprechen. Dieses Verfahren hat einen hohen Stellenwert und auch für die deutsch-polnischen Beziehungen einen großen Umfang angenommen. Durch mehrere Ergebnisbände tritt nun ein Großprojekt an die Öffentlichkeit, das in seiner Entstehungsphase über den engsten wissenschaftlichen Kreis nicht hinausgelangte.

Stephan Kaiser (KK)

  Seite 1 von 2 Nächste Seite »