Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1370

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Juli 2016

Versprechen Sprache

Diana Zoppelt, Liana Regina Junesch, Adriana Hermann, Tita Mihaiu (Hg.): Deutschsprachiger Unterricht in Rumänien. Ein Überblick über die Wahrnehmung der Stärken, Probleme und Chancen. Schiller-Verlag, Bonn/Hermannstadt 2015, 29 Lei/7 Euro

Der deutschsprachige Schulunterricht in Rumänien ist beliebt und begehrt wie eh und je, auch unter Eltern und Schülern, die keine deutschen Wurzeln haben. Deutsch als Unterrichtssprache ist in Mode, verspricht gute Berufs- und Karriereaussichten und knüpft gleichzeitig an das traditionsreiche Schulwesen der deutschen Minderheit in Rumänien an. Dabei oszilliert der deutschsprachige Unterricht zwischen großer Nachfrage einerseits und einem in allen Schulstufen akuten Lehrermangel andererseits, der sogar den Fortbestand bedroht erscheinen lässt.

Jürgen Henkel (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Juli 2016

Elf Reichsmark hat es schon gebraucht

Angela Bajorek: „Wer fast nichts braucht, hat alles“. Janosch – die Biographie. Ullstein-Verlag, Berlin 2015, 22 Euro

Kürzlich hat er seinen 85. Geburtstag gefeiert. Wenige Wochen zuvor erschien im Ullstein-Verlag die Biographie: „Wer fast nichts braucht, hat alles“. Das Buch war so schnell vergriffen, dass bereits die zweite Auflage erschienen ist. In ihrer einfühlsamen Biographie präsentiert Angela Bajorek Janosch als faszinierenden Künstler, aber auch als ungewöhnlichen, durch Krankheiten gezeichneten und dennoch optimistischen Menschen – als einen Mann, der nach einem aufregenden Leben heute große Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.

Michael Ferber (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Juli 2016

Größe im Kleinen

Hannelore Schardin-Liedtke: Hebrondamnitz. Aus der Geschichte eines pommerschen Dorfes. Eigenverlag, 2016. 204 Seiten mit Abbildungen, zahlreichen Fotos und Anhängen. Übersetzung ins Polnische: Robert Kupisinski. 50 Euro zzgl. Versand. Bezug: h.schardin@gmx.de

Hebrondamnitz ist ein kleines Dorf im Kreis Stolp, weit im Osten Pommerns gelegen, fast dort, wo die Kaschuben zu Hause sind. Eine beachtliche Reihe von Chroniken über Dörfer und Gemeinden in Hinterpommern wird mit dem von Hannelore Schardin-Liedtke nach jahrelangen sorgfältigen Recherchen im Selbstverlag veröffentlichten Werk über diese Ortschaft fortgesetzt. Diese Ortsgeschichte ist etwas Besonderes. Meines Wissens ist es die erste Dokumentation über ein hinterpommersches Dorf, die zweisprachig abgefasst ist. Das war möglich, weil die Verfasserin für die Übersetzung ins Polnische den exzellenten Pommernkenner Robert Kupisinski, Stolp, gewinnen konnte. So sollen nicht nur ehemalige Bewohner von Hebrondamnitz angesprochen werden, sondern vor allem auch die jetzigen Einwohner von Damnica.

Elsbeth Vahlefeld (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Juli 2016

Revision unterm Reetdach

Dörte Hansen: Altes Land. Roman. Albrecht Knaus Verlag, München 2015, 287 S., 19,99 Euro

Der Erstlingsroman von Dörte Hansen führte im Frühjahr mehrere Wochen die Bestsellerlisten des deutschen Buchhandels an und steht aktuell immer noch unter den ersten zehn, liegt daher nach wenigen Monaten in mindestens 22. Auflage vor – das ist ungewöhnlich. Doch die Autorin hat ganz einfach einen guten Roman geschrieben, der mehrere Themen einfühlsam aufgreift, die uns heute beschäftigen.

Barbara Kämpfert (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. Juli 2016

Backsteinarchitektur

Ostpreußens Berühmtheit fußt neben seiner einzigartigen Landschaft wesentlich auch auf der einzigartigen Architektur seiner Burgen und Kirchbauten, die der Deutsche Orden im Zuge seiner Eroberung und Besiedlung der Region ab dem 13. Jahrhundert errichten ließ. Die Marienburg als Sitz des Hochmeisters ist das sicher beeindruckendste Beispiel.

(KK)

 


Literatur und Kunst

Montag, 25. Juli 2016

Es geistert der Gnom, es rumpelt der Stilz

Alfred Kubins Werk schöpft den Reiz des Grotesken und Skurrilen aus – und aus der Kunst vieler älterer wie jüngerer Kollegen

Der böhmische Zeichner und Illustrator Alfred Kubin (Leitmeritz/Böhmen 1877 – 1959 Zwickledt/Österreich) wurde durch seine phantasiereichen Darstellungen bekannt. Die Ausstellung „Alfred Kubin und seine Sammlung“ gibt einen besonderen Einblick in diese faszinierende Welt voller skurriler Gestalten, indem sie einige der Inspirationsquellen des Künstlers aus seinem Besitz zeigt. Über 100 von Kubins eigenen Blättern werden ebenso vielen Werken anderer Künstler aus seiner Sammlung gegenübergestellt. Darunter befinden sich Druckgrafiken und Zeichnungen von Max Beckmann, Pieter Bruegel d. Ä., Albrecht Dürer, Paul Gauguin, Francisco de Goya, James Ensor, Lovis Corinth und Edvard Munch. Zum ersten Mal sind auch 50 Bücher aus Kubins umfangreicher Bibliothek zu sehen. Die Ausstellung hat das Kunstforum Ostdeutsche Galerie von der Landesgalerie Linz des Oberösterreichischen Landesmuseums übernommen und zeigt sie bis zum 18. September.

(KK)

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Da war der Science-Fiction-Alien ET nicht nur nicht erfunden, sondern noch gar nicht vorstellbar, als Alfred Kubin seinen Embryo zeichnete
Bilder aus der Ausstellung

Literatur und Kunst

Montag, 25. Juli 2016

Der Baudenzauber besteht

Zum 20. Todestag der schlesischen Dichterin Erle Bach beschwören ihre Nachkommen und Bewunderer eine ganze Riesengebirgsmy-thologie

Schreibe mit Wolkentinte
Auf Regenbogenzeilen
Das Liebesmärchen
Hochelbischen Sommers.
[…]
Es hütet grüngoldentief
Die Teichmuschelfrau
Perlmuttverschwiegen
Ewige Märchen.

Erle Bach,
In ihrem Atem schläft die Zeit (1995)

Im Mai 2016 jährte sich der Todestag von Erle Bach zum zwanzigsten Mal. Sie kam am 5. November 1927 als Hanna Barbara Rauthe im niederschlesischen Hirschberg (heute: Jelenia Góra in Polen) in einer alten Riesengebirgsfamilie zur Welt. Sie war eine deutsche Schriftstellerin, Mundartdichterin, Journalistin, Künstlerin und Chronistin Schlesiens, zu dem sie ihr ganzes Leben lang eine tiefe Verbundenheit fühlte. Nach 1945 fand Erle Bach, nach zahlreichen Aufenthaltsstationen, ihre zweite Heimat in Baden-Württemberg. Dort, in Efringen-Kirchen, verblieb sie bis zu ihrem Lebensende.

Izabela Taraszczuk (KK)

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Mit Rübezahls knorrigem Segen halten sie Erle Bachs Vermächtnis hoch – so sind auch sie, die von weither kommen, im Riesengebirge zu Hause
Bild: die Autorin

Literatur und Kunst

Montag, 25. Juli 2016

Hinter den Wäldern war man nicht hinterwäldlerisch

Siebenbürgische Grafik, stets auf der Höhe der Zeit, in Gundelsheim

Bekanntlich ist das Siebenbürgische Museum auf Schloss Horneck die einzige museale Institution außerhalb Rumäniens, die die Kultur und Geschichte der Siebenbürger Sachsen im Kontext ihres multiethnischen und multireligiösen Umfeldes vermittelt. Wer das Haus in Gundelsheim besucht, kann die auf rund 500 Quadratmetern eingerichtete Dauerausstellung mit mehreren Themenbereichen um die wechselvolle Geschichte und die facettenreiche Kultur Siebenbürgens kennenlernen.

(KK)

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Ein musikalisches Wunderkind, wunderbar gestrichelt: Adolf Eybel, Carl Filtsch
Bild: Siebenbürgisches Museum

Literatur und Kunst

Montag, 25. Juli 2016

„Rübezahls musikalischer Garten“ in Görlitz

Das Schlesische Museum zu Görlitz beherbergt ein Konzert unter dem Motto „Junge Solisten Europas in der Heimat des Berggeistes“.
Arien und Duette aus vergessenen und wiederentdeckten Werken über den Berggeist Rübezahl werden am Sonntag, dem 7. August 2016, um 19 Uhr im Nordhof des Schlesischen Museums zu Görlitz aufgeführt. Im Vorfeld des Opern-Pasticcios „Rübezahls musikalischer Garten“ fand bereits zum 8. Mal eine internationale Opernwerkstatt im Schloss Buchwald/Bukowiec statt. Am Meisterkurs für angehende Opernsänger im Hirschberger Tal studierten die Teilnehmer unter der Anleitung der Sopranistin Malgorzata Mierczak Arien und Fragmente aus Opern von Komponisten wie Louis Spohr, Carl Maria von Weber, Friedrich von Flotow oder Hans Sommer ein.

(KK)


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