Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1379

Aller Mühen und Ehren wert

Dienstag, 25. April 2017

Ostdeutsche Kultur ist kein Reservat für Vertriebene und Flüchtlinge

Wenn jemand heute sagte: „Ostpreußen gehört zu Deutschland, und Pommern, Ostbrandenburg, Schlesien und weitere Regionen, in denen Deutsche über Jahrhunderte gelebt und gewirkt haben, natürlich auch“, dann könnte in unserer politisch korrekten Welt leicht der Verdacht chauvinistischer Umtriebe entstehen. Dabei wäre das keine billige Retourkutsche zu den vielfachen Hinweisen, die heutzutage gegeben werden über das, was alles angeblich zu Deutschland gehört oder gehören soll, sondern einfach eine zutreffende Feststellung über das kulturelle Erbe des deutschen Ostens, die sich bei genauer Lektüre des Paragraphen 96 im Bundesvertriebenengesetz ergibt.

Klaus Weigelt (KK)

 

Als Gralsburg hat Oleh Lubkiwsky 2007 „Die Stadt, die einmal Czernowitz hieß“, imaginiert – und das war sie zumindest für die moderne deutsche Kultur und Literatur
Bild: Deutsches Kulturforum östliches Europa

Münchner Schatztruhe, betonbewehrt

Dienstag, 25. April 2017

Der Bau des Sudetendeutschen Museums hat die Hochstraße erreicht

Im vergangenen September, als der Grundstein zum Sudetendeutschen Museum München gelegt wurde, gähnte neben dem Sudetendeutschen Haus im Hang des Isarsteilufers ein großes Loch. Das Traditionslokal „Wallensteinstuben“ mit böhmischer Küche, von der zahlreiche sudetendeutsche, aber auch gaumenverwöhnte Gäste aus aller Welt noch immer träumen, war abgebrochen worden. Die Baugrube entstand, bohrte sich immer tiefer in den Hang und war damals bereits teilweise ausgehoben.

Ortfried Kotzian (KK)

 

Die Wände mussten mit Bohrpfählen abgestützt werden, um dem Bau im schwierigen Gelände Halt zu geben
Bild: der Autor

Beständigkeit im Wechsel

Dienstag, 25. April 2017

Erinnerungen an 60 Jahre HDO – Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf

Vielleicht hätten die verschiedenen Direktoren dieses Hauses Memoiren schreiben sollen. Es wäre ihnen wohl nicht schwer gefallen, da sie doch meist der Geschichte als Wissenschaft oder der Literatur und dem Bibliothekswesen von Haus aus und Berufs wegen sehr nahe standen.

Auch zum deutschen Osten, dem alten Ostdeutschland, hatten sie deutliche Verbindungen, einen mehr oder (zum Teil auch) weniger deutlichen „Vertriebenenhintergrund“, keinen Migrationshintergrund, denn vom Osten in den Westen gewandert waren sie ja nicht. Dass das Haus des Deutschen Ostens in der Bismarckstraße errichtet wurde, war wohl Zufall – oder wollte man Ankunft und Abfahrt der Vertriebenen durch die Nähe des Hauptbahnhofs erleichtern?

Rüdiger Goldmann (KK)

 

Östliche Emblematik vor westlich moderner, nüchterner Fassade: ein Modell des Danziger Krantors und glockenbewehrte Wappen ostdeutscher Landschaften
Bild: Gerhart-Hauptmann-Haus

Das Unrecht der Selbstgerechtigkeit

Dienstag, 25. April 2017

Zwei Jahrzehnte Deutsch-Tschechische Erklärung

Hat das in Deutschland jemand bemerkt? Dass Ende Januar 2017 zwei Jahrzehnte seit Verabschiedung der Deutsch-Tschechischen Erklärung verstrichen waren, in der sich Deutsche und Tschechen zu Sünden der Vergangenheit bekannten, Münchner Abkommen 1938 versus Vertreibungen Deutscher 1945/46, und Besserung für die Zukunft gelobten.

Was beiderseits ungesagt blieb, hatte der tschechische Präsident Václav Havel (1936–2011) bereits am 15. März 1990 im Beisein von Bundespräsident Richard von Weizsäcker gesagt, als man sich in Prag des 51. Jahrestags der Errichtung des „Protektorats Böhmen und Mähren“ erinnerte. Dabei fand Havel Worte von dankenswerter Deutlichkeit: „Sechs Jahre nazistischen Wütens haben ausgereicht, dass wir uns vom Bazillus des Bösen anstecken ließen, dass wir uns das Prinzip der Kollektivschuld zu eigen machten.

Wolf Oschlies (KK)

 

Ein schillernder Ort ind dunklen Farben – als sollte das schwermütige Böhmen zum Strahlen gebracht werden und wiche vor der Zumutung zurück: Walther Klemm, Alt-Karlsbad
Bild: Kunstforum Ostdeutsche Galerie, siehe Seite 28

Streitbar in Demut

Dienstag, 25. April 2017

Zum Tod von Miloslav Kardinal Vlk

„Nicht nur, dass er die Gabe hat, seine Ansichten glaubhaft zu machen, Kardinal Vlk vermittelt vor allem die Sicherheit, dass das Christentum eine Kraft ist, die jedermann befreien und ändern kann.“ In diesem Satz fasste der tschechische Politologe Rudolf Kucera seinen Eindruck über den Prager Erzbischof Miloslav Kardinal Vlk zusammen.

In einem auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Wird Europa heidnisch?“ (Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2000) veröffentlichten Gespräch hatten sich Rudolf Kucera mit dem Oberhaupt der tschechischen Katholiken über brennende Fragen der Gegenwart sowie die Zukunft des Christentums in Europa unterhalten.

Volker Strebel  (KK)

 

Nicht im Schatten, sondern im Licht des Kreuzes und freundlicher Nachdenklichkeit: Miloslav Kardinal Vlk
Bild: Wikimedia Commons

Erinnerungen mit Zähnchen

Dienstag, 25. April 2017

Seit 70 Jahren kämpft „Kirche in Not“ gegen die Not

Die Päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ hat Grund zum Feiern: Das weltweite katholische Hilfswerk gibt es seit 70 Jahren. Über seinen Gründer ist das Hilfswerk eng mit den Marienerscheinungen im portugiesischen Fatima verbunden, die 100 Jahre zurückliegen. „Unser Werk war von Anfang an ein Wunder: Es bewirkte in unzähligen Menschen die Kraft zu Vergebung und eine bedingungslose Großherzigkeit“, erklärte Johannes Freiherr von Heereman, geschäftsführender Präsident des Hilfswerks.

Ralf Nachtmann (KK)

 

Kleine Ursache, großer Stolz: der Sammler
Bilder: der Autor

Von Kriegstaten und Taten der Frömmigkeit

Dienstag, 25. April 2017

Ein halbes Jahrtausend Glaube und Zweifel: Geschichte des Protestantismus in Schlesien

„500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien – das ist eine vielschichtige, in mancher Hinsicht widerspruchsvolle Geschichte, eine Geschichte von Not und Bedrängnis, von Kriegstaten und Taten der Frömmigkeit und der Nächstenliebe, von Unterdrückung und Aufbegehren, von dramatischen Umwälzungen und Vertreibungen. Phasen stiller und ungestörter Entwicklung gab es selten“, betonte Markus Bauer, der Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz (SMG), bei der Eröffnung der Reformationsausstellung „Kirchfahrer, Buschprediger, Betende Kinder – 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien“, die bis zum 8. Oktober im Haus Schlesien Königswinter zu sehen ist.

Dieter Göllner (KK)

 

Zartheit und Zärtlichkeit in Lindenholz: Madonna aus Steinau an der Oder, 15. Jahrhundert
Bilder: der Autor

In der KK 1378 vom 25. März 2017

Dienstag, 25. April 2017

In der KK 1378 vom 25. März 2017

erfahren wir erfreulicher Weise von den Veranstaltungen des Ostpreußischen Landesmuseums. Leider steht in der Ankündigung von Dieter Göllner ein offenbar unausrottbarer Fehler: „Markgraf Albrecht von Brandenburg, letzter Hochmeister des Deutschen Ordens“.

Udo Arnold (KK)

 

Gerufen, nicht immer willkommen

Dienstag, 25. April 2017

800 Jahre deutsches Leben in Mittel- und Osteuropa

Interessenten haben die Möglichkeit, die Wanderausstellung der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen (ZgV) „Die Gerufenen – Deutsches Leben in Mittel- und Osteuropa“ im Westpreußischen Landesmuseum von Warendorf noch bis zum 21. Mai 2017 zu sehen.

Die Dokumentarschau vermittelt Aspekte der Migrationsgeschichte der Deutschen, deren Ostsiedlung bereits im Mittelalter begann. Die größten Siedlungsschübe nach Südosteuropa und Russland ließen im 19. Jahrhundert nach, als eine millionenfache Auswanderung nach Übersee einsetzte.

D. G. (KK)

 

Statuarisch das Rathaus, statisch das Gesamtbild, und nahezu surreal die Szenerie: Warten auf …? Historische Ansicht von Kesmark in der Zips
Bild aus der Ausstellung

Die Bahn kommt – und bleibt

Dienstag, 25. April 2017

Zumindest macht die schlesische eine Weile in Ratingen Station

Die große Sonderausstellung „Schlesische Bahnwelten: 175 Jahre Modernität und Mobilität“ des Oberschlesischen Landesmuseums in Ratingen-Hösel  wurde Anfang April 2017 im Beisein von rund 150 Gästen, darunter Persönlichkeiten aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie aus dem Kulturbereich und zahlreichen – nostalgischen – Eisenbahnfreunden von nah und fern eröffnet.

(KK)

 
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