Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1380

Ein „schicklicher Ort“

Donnerstag, 25. Mai 2017

Das Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf feiert sein 60-jähriges Bestehen als Stätte der Erinnerung und Zukunft

Die Urkunde im Grundstein für den Bau des Hauses in der Düsseldorfer Bismarckstraße enthält die Aussage: „Keine Stätte der Absonderung, sondern eine Stätte der Begegnung! Nicht nur eine Stätte der Erinnerung, sondern eine Stätte der Zukunft!“ Dieses Motto war und ist im Gerhart-Hauptmann-Haus immer Programm. Die Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus wurde 1957 unter dem Namen Haus des Deutschen Ostens durch die nordrhein-westfälische Landesregierung gegründet. 1992 fand die Umbenennung in Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus – Deutsch-osteuropäisches Forum statt. Das Ziel war und ist auch heute die Erhaltung, Darstellung und Weiterentwicklung der Kultur der historischen deutschen Ostgebiete und der deutschen Siedlungsgebiete in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. 

Dieter Göllner (KK)

 

Auch wolgadeutsches Schicksal, gewiss keine festlicher, aber umso denkwürdigerer Gegenstand, wurde zur Düsseldorfer Feierstunde von jungen Laienschauspielern aus Saratow auf die Bühne gebracht
Bilder: der Autor

Nicht einfach, gegen Vereinfacher anzukommen

Donnerstag, 25. Mai 2017

Das 26. Brünner Symposium beschwört die „Macht des Wortes“ gegen die Gefährdung des Gemeinwesens durch den Populismus

Über 300 Teilnehmer verbuchte das 26. Brünner Symposium „Dialog in der Mitte Europas“ am Palmsonntagwochenende, federführend organisiert und durchgeführt von der Ackermann-Gemeinde und der Bernard-Bolzano-Gesellschaft. Ein Grund für diesen Zuspruch war wohl auch das Tagungsthema: „Die Macht des Wortes. Orientierung für die Gesellschaft und Missbrauch durch Populisten“.

In seinem Einführungsvortrag machte der Jurist und Politikwissenschaftler Professor Dr. Anton Pelinka deutlich, dass die Macht der Worte oft in nationalen Opfer- bzw. Unrechtsmythen offenbar werde – mit Reduktionen auf ethnische Aspekte.
Markus Bauer (KK)

 

Das Podium zum Abschluss (von links): Staatsministerin a. D. Prof. Ursula Männle, der ehemalige tschechische Ministerpräsident Dr. Vladimir Špidla, Moderator Ondrej Matejka, Landtagsabgeordnete Claudia Stamm, der polnische Historiker Dr. Robert Zurek, der Politikwissenschaftler Grigorij Mesežnikov
Bild: der Autor

Die Bodenkultur liegt am Boden

Donnerstag, 25. Mai 2017

Ausverkauf tschechischer Agrarflächen an österreichische Investoren

„Wie Böhmen noch bei Öst’reich war“, da gab’s nur Spaß miteinander. So schwelgten 1954 Josef Fiedler und Josef Petrak in einer fröhlichen Polka. Dabei hatte diese gesungene Nostalgie bereits einen bitteren Beigeschmack, denn die österreichisch-tschechoslowakische Grenze war zur mörderischsten Demarkation des Kalten Kriegs geworden.

Ende 2013 hat der Grazer Wirtschaftshistoriker Stefan Karner nachgewiesen, dass an diesen 453 Grenzkilometern erheblich mehr Menschen ums Leben kamen als an den 1393 Kilometern innerdeutscher Grenze.

Wolf Oschlies (KK)

 

Die Durchlässigkeit von Zäunen und Grenzen ist nicht für alle ein Glück wie für den Fotokünstler Christian Fritz: Goldener Käfig
Bild: aus dem Katalog „Kulturlandschaft Egerland“ der KünstlerGilde

Beweger

Donnerstag, 25. Mai 2017

Georg Dehio-Kulturpreis an Paul Philippi und Jaroslaw Ostrcilik

Mit dem Georg Dehio-Kulturpreis 2017 des Deutschen Kulturforums östliches Europa wurde der evangelische Theologe, Historiker und Politiker Paul Philippi (Hermannstadt/Sibiu, Rumänien) und der tschechische Autor, Journalist und Aktivist Jaroslav Ostrcilík (Brünn/Brno) ausgezeichnet.
(KK)

 

Flinkes Eisen

Donnerstag, 25. Mai 2017

Das reiche Spektrum schlesischer Schienenverbindungen entfaltet sich im berschlesischen Landesmuseum Ratingen

Wer im Foyer des Museums einen Erwachsenen- oder Kinder-„Fahrschein“ zur Besichtigung der Ausstellung löst, begibt sich auf eine informative und spannende „Fahrt“ durch die ereignisreiche Geschichte der Eisenbahn in Schlesien.
Anhand einer Fülle von Exponaten, Dokumenten, Kursbüchern, Landkarten, Archivfotografien, Uniformen, Modelleisenbahnen sowie von aktuellen Panoramabildern und lebendigen Videosequenzen von Landschaften und Bahnhöfen in Polen und Tschechien wird ein Bogen aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart gespannt. 

D. G. (KK)

 

Auch viel herb stählerne Schönheit schuf einst die Kraft, die die Welt bewegte
Bilder: der Autor

„Der Augenblick ist mein“

Donnerstag, 25. Mai 2017

Das sagte Andreas Gryphius, und ihn in Acht zu nehmen, fordert Juri Pawlov mit einen Fotografien im Ostpreußischen Landesmuseum

Der russische Fotograf Juri Pawlov aus Königsberg/Kaliningrad porträtierte zwischen 2012 und 2015 insgesamt 270 Menschen im Kaliningrader Gebiet.

Angeregt durch Arbeiten des bedeutenden US-amerikanischen Fotokünstlers Richard Avedon (1923–2004) versucht der 1958 in Odessa (Ukraine) geborene Pawlov, mit seiner Bilderreihe die besondere natürliche Charakteristik der Einwohner dieser westlichen Exklave Russlands in ausdrucksstarken Momentaufnahmen zu spiegeln.
(KK)

 

Der schwarze Rand hat technische Gründe, korrespondiert aber mit der traurigen (Selbst-)Ironie der Roma-Familie in Kaliningrad
Bild: Juri Pawlov

Ein reiches Leben zur Bereicherung anderer

Donnerstag, 25. Mai 2017

In memoriam Dr. Sieghard Rost (1921–2017)

Vor einem halben Jahr hatten sich etwa 200 Personen im Nürnberger Willstätter-Gymnasium versammelt, um in froher Runde den 95. Geburtstag des hochverdienten Pommern Dr. Sieghard Rost zu feiern (vgl. KK 1374).

(KK)

 

Serbisch-deutsches Gedenken

Donnerstag, 25. Mai 2017

Am 6. Mai 2017 fand in Jarek (Backi Jarak) in der serbischen Vojvodina die Einweihung einer Gedenkstätte für die im dortigen Lager unter den Tito-Partisanen von Dezember 1944 bis April 1946 umgekommenen 7000 donauschwäbischen Zivilisten statt.

(KK)

 

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Mai 2017

„Die Abgeschnittenen“

Hans Bergel: Glanz und Elend der Siebenbürger Sachsen. Rückblicke und Ausblicke eines Beteiligten, Edition Noack & Block, Berlin 2017, 222 Seiten, 24,80 Euro

Eine Ethnie in vielerlei Gestalt, porträtiert in zehn Essays: Mit den „Spannungs- und Mentalitätsfeldern Südosteuropas“ ist sie seit jeher vertraut, sie hat ein „historisches Gespür in der Beurteilung der Lage“ – auch ihrer eigenen – und fasst daraufhin Beschlüsse, die sie bislang überleben ließen.

Ingeborg Szöllösi (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Mai 2017

Totalitäre Versuchungen

Leonid Luks: Zwei „Sonderwege“? Russisch-deutsche Parallelen und Kontraste (1917–2014). Ibidem Verlag, Stuttgart 2016. 289 Seiten, 34,90 Euro

Die „Vergangenheit nicht zu kennen kann die Zukunft kosten.“ Diese Mahnung hat der Dichter Reiner Kunze vor dem Hintergrund zweier totalitärer Diktaturen auf deutschem Boden formuliert.

Volker Strebel (KK)

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