Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1384

Vom Überleben zum Leben

Montag, 25. September 2017

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hilft deutschen Minderheiten „in der Mitte Europas“ auf den Weg

„Minority life is like art“, pointierte Lóránt Vincze, der siebenbürgischstämmige ungarische Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen, seine Ausführungen auf Englisch, und Johann Nepomuk Nestroy, der nichtamtliche österreichische Präsident der Union europäischer Ironiker, hätte sicher nichts dagegen, wenn man diese Pointe mit seiner Aussage über die Kunst bestärkte: Sie sei schön, mache aber viel Arbeit. Lóránt Vincze stellte denn auch, und das durchaus im Sinne alle Beteiligten, weniger auf die Schönheit denn auf die Arbeit ab.

Die Vor-Arbeiter „deutscher Minderheiten in der Mitte Europas“ trafen sich Anfang September auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Deutschen Gemeinschaft – Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien, an einem Ort, wo diese Arbeit umso schwerer ist, aber sichtlich Früchte trägt und wo solche Früchte vielleicht bitterer nötig sind als anderswo:

Peter Schabe (DPS – KK)

 

Ist es Düsternis, ist es schlicht Schönheit? So kunstvoll gefasst, kommt eines zum andern – mit heimeliger Wirkung: Adolf Waldinger, Slawonischer Wald
Bilder aus der Ausstellung „Esseker Spuren“ im städtischen Museum für bildende Kunst Osijek/Essek

„Die ihr Leben in dieses Land einbauten“

Montag, 25. September 2017

Und ihren Tod: Gedenken an die Opfer des Nachkriegslagers Valpovo

Zum Abschluss der Minderheiten-Konferenz von Essek/Osijek (siehe Vorseiten) fuhr man ins nahegelegene Walpach/Valpovo. Dort befindet sich auf einem großen Friedhof am Stadtrand ein Denkmal für die etwa 1600 Opfer des Nachkriegslagers für die Deutschen. Nikolai Mak, der Vorsitzende der Donauschwaben in Walpach, erklärte, dass die Toten auf einer großen Fläche um das heutige Denkmal in Massengräbern bestattet worden seien. Das Arbeitslager, Mak sprach von einem Konzentrationslager, hat von Mai 1944 bis Mai 1945 bestanden und war durchschnittlich mit etwa 4000 deutschen Internierten belegt, die nur ihrer Volksgruppenzugehörigkeit wegen dort waren.

Klaus Weigelt (KK)

 

Kränze der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Landsmannschaft der Donauschwaben am Denkmal in Walpach/Valpovo
Bild: der Autor

Hartmut Koschyk, Wortführer all der vielen Wenige

Montag, 25. September 2017

Minderheitenbeauftragter der Bundesregierung gewürdigt

In seiner Amtszeit hat Hartmut Koschyk, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, die Deutschen in Mittel- und Osteuropa sowie in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion oft besucht, um sich ein eigenes Bild von der Situation und den Anliegen machen zu können. Das Koordinierungsbüro der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in Berlin wurde auf seine Initiative eingerichtet und mit entsprechenden Mitteln ausgestattet.

Dieter Göllner (KK)

 

Hartmut Koschyk dankt Bernard Gaida für
seine Laudatio
Bild: AGDM

Alte Rechnungen bleiben jung

Montag, 25. September 2017

Manche Völker produzieren mehr Geschichte, als sie brauchen können

In seinen „Anmerkungen zu Hitler“ listete der brillante Essayist Sebastian Haffner 1978 dessen „Leistungen“ (Beseitigung der Arbeitslosigkeit) und „Erfolge“ (Anschluss Österreichs, März 1938; Münchner Abkommen, September 1938; erster Wiener Schiedsspruch, November 1938, der Ungarn den ganzen Südteil der Slowakei annektierte) auf. Bis 1941 bemaß Haffner die Erfolgsphase Hitlers, der mit „der Witterung des Geiers“ schwache, blinde, zerfahrene Gegner ausmachte und beraubte.

Haffner übersah die Tatsache, dass Hitlers „Verträge“, „Schiedssprüche“ etc. das alte „Groß-Ungarn“ partiell wiederbelebten, das sich im Viereck Krakau–Lemberg–Temeswar–Split über 282 000 Quadratkilometer erstreckte und wo die Ungarn die Minderheit bildeten.

Wolf Oschlies (KK)

 

Präpotentes Gehabe ist nicht nur ein Ritual ungarischer Folklore wie auf diesem Bild aus der Touristikwerbung, sondern zieht sich bis in die Geschichtsbetrachtung und in die gegenwärtige Politik

Schienen, die die Welt bedeuten

Montag, 25. September 2017

Zum Jubiläum der Eisenbahn in Schlesien zeigt auch das Schlesische Museum zu Görlitz eine Ausstellung

Schon mehrfach ist auf das 175. Jubiläum der Eisenbahn in Schlesien hingewiesen worden. Nun wird auch im Schlesischen Museum zu Görlitz eine Ausstellung gezeigt, in der die rasche Entwicklung des Eisenbahnnetzes in Schlesien und der damit verbundene Aufschwung in Industrie und Tourismus dargestellt werden.

D. G. (KK)

 

Grün ist die Hoffnung – auf Pünktlichkeit?
Bilder aus der Ausstellung

Solidarisch mit der polnischen Solidarität

Montag, 25. September 2017

Dieter Bingen, Direktor des Deutschen Polen-Instituts, erhält die Dankbarkeitsmedaille des Europäischen Solidarnosc-Zentrums

Prof. Dr. Dieter Bingen, der Direktor des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt, wurde am 29. August 2017 in Danzig mit der Dankbarkeits-Medaille des Europäischen Solidarnosc-Zentrums (ECS) geehrt. Die Medaille wurde ihm von dem ehemaligen Solidarnosc-Vorsitzenden und ersten frei gewählten polnischen Präsidenten nach dem Zweiten Weltkrieg, Lech Wałesa, überreicht.

ECS-Direktor Basil Kerski sagte bei der Zeremonie zur Begründung der Auszeichnung: „Heute erhält Dieter Bingen die Medaille für seine Rolle als Wissenschaftler in den 1980er Jahren.

(KK)

 

Wenn zur Solidarität die Freundlichkeit kommt, ist Freundschaft nicht weit: Überreichung der Medaille durch Lech Wałesa (r.) an Dieter Bingen (l.) im Beisein von Basil Kerski
Bild: Deutsches Polen-Institut

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. September 2017

Wer zählt die Straßen, nennt die Namen

Straßennamen dienen der Orientierung, der Auffindung von Menschen, Firmen, Gebäuden und Grundstücken. Je größer der Ort ist, desto wichtiger sind die Straßennamen. Sie vermitteln Geschichte und können anregen, über die Vergangenheit nachzudenken. Sie lassen erkennen, welches Zeitbild die im Ort zur Zeit der Straßenbenennung lebenden Menschen hatten oder mindestens jene, die das Stadtgeschehen bestimmt haben.

Hans-Jürgen Schuch (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. September 2017

Man muß gehen und gehen

Unter den freien und unabhängigen Denkern in der ehemaligen Sowjetunion hatte sich Grigorij Pomeranz einen Namen gemacht, als er 1965 in einem Vortrag am Moskauer Institut für Philosophie eindringlich davor warnte, die Entstalinisierung aufzuweichen und die historische Rolle Stalins zu schönen.

Volker Strebel (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. September 2017

Reisen auf Versfüßen und Buchzeilen

Marcin Wiatr hat einen Reiseführer zu Orten literarischer Relevanz in Oberschlesien vorgelegt. Der 1975 in Gleiwitz geborene Germanist zeigt darin Routen durch das schlesisch-mährisch-polnische Grenzland auf Spuren oberschlesischer Autoren.

Susanne Habel (KK)

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Montag, 25. September 2017

Als würden kleine Fenster geöffnet

Die Dokumentesammlung, also das klassische Archiv des Herder-Instituts in Marburg, startete im Februar 2007 das Internetforum „Archivale des Monats“, um auch auf diesem Wege – „google-recherchierbar“ – auf Archivalien aus ihren Beständen aufmerksam zu machen und einen ganz besonderen Zugang jenseits der Archivdatenbank zu ermöglichen.

(KK)

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