Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1386

„Brrr – aha“

Samstag, 25. November 2017

Wie der Name schon sagt, sagt man gerne, ohne zu bedenken, wie oft man recht hat: tragikomische Namenskultur in Tschechien

„Auf Tschechisch heißt Prag: Brrr – aha. Und nicht mit Unrecht“, lästerte Gustav Meyrink vor rund 100 Jahren. Der weltberühmte Verfasser phantastischer Romane und Geschichten, der anfänglich Bankier werden wollte, liebte die böhmische Metropole, obwohl er 1902 ohne eigene Schuld dort eine satte Bankenpleite erlebte. Die verzieh er der Stadt nie, spickte vielmehr seine Werke mit boshaften Sottisen gegen Prag und Prager: Seine Haustore seien „aufgerissene schwarze Mäuler, aus denen die Zungen ausgefault waren“, „die Bewohner Prags hatten von jeher triftigen Grund, das Tageslicht zu scheuen“ etc.

Ernst genommen hat das gewiss niemand, höchstens wurde er dadurch auf die besondere Natur von Prager Toponymen aufmerksam gemacht. Das beginnt beim Stadtnamen selber, seit dem Jahre 723 aktenkundig und laut dem große Historiker Frantisek Palacky von „práh“ abgeleitet, also von Schwelle oder Stromschnelle, wie sie die Moldau unter Prags Hausberg Bila hora zieht.

Wolf Oschlies (KK)

 

In der Großstadt sind nicht allein Menschen einsam, sondern alles andere auch, blicklos, namenlos, bis auf eine Numnmer. So hat Alois Watznauer die Straßenbahn in Prag1925 gemalt
Bild: Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg. © Rudolf Alois Watznauer/ Rechtsnachfolger. Foto: Wolfram Schmidt, Regensburg (siehe Seite 21)

„Auswanderungsharmonie der Kinder Gottes“

Samstag, 25. November 2017

Ein Studientag zur schwäbischen Auswanderung in den Kaukasus

Anlässlich der Auswanderung von Schwaben nach Georgien vor 200 Jahren fand im Evangelischen Oberkirchenrat in Stuttgart ein deutsch-georgischer Studientag statt. Angelehnt an das Motto des deutsch-georgischen Kulturjahres 2017/2018, „Zukunft erben“, lautete der Titel des Studientages „Vergangenheit erinnern – Zukunft erben. 200 Jahre schwäbische Auswanderung in den Kaukasus und ihre Bedeutung bis heute“. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg unterhält seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Georgien. Diese geht in ihren Ursprüngen zurück auf schwäbische Einwanderer, die sich ab dem Jahr 1817 im Kaukasus ansiedelten.

Carsten Eichenberger (KK)

 

Die Siedler mögen sich die Zukunft in helleren Farben ausgemalt haben, als der Maler sie für seine Darstellung gewählt hat: Viktor Hurr, Beim Bau der Helenendorfer Kirche St. Johannis
Bild: Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

Heimat ist nicht nur ein Ort

Samstag, 25. November 2017

Ernst-Wiechert-Gesellschaft mit neuem Domizil

Seit ihrer Gründung 1989 hatte die Internationale Ernst-Wiechert-Gesellschaft (IEWG) ein Domizil im Museum Königsberg in Duisburg. Als das Museum 2015 in das Ostpreußische Landesmuseum nach Lüneburg zog, musste für das Wiechert-Archiv ein neuer Standort gesucht werden. Bücher, Akten, Nachlässe, Dokumente benötigen eine feste Bleibe.

Zwischen Ulm und Sigmaringen (Hohenzollernburg!) liegt der malerische Erholungsort Zwiefalten. Dort gibt es einen traditionsreichen und kulturell sehr aktiven Geschichtsverein, der von einem Mitglied der IEWG geleitet wird.

Bärbel Beutner (KK)

 

Die zwei Türme von Zwiefalten, einem Ort für die nicht nur zwie-, sondern vielfältigsten Gespräche auch über Wiechert
Bild: Klaus Weigelt

„Wir sahen seine Herrlichkeit“

Samstag, 25. November 2017

Hans von Lehndorff suchte zu begreifen, was Gott von ihm fordert

Wenige Wochen nach dem Tode seiner Frau Margarethe starb der ostpreußische Arzt und Schriftsteller Hans Graf von Lehndorff am 4. September 1987 in Bad Godesberg. Die Zeitungsanzeige trägt ein letztes Bekenntnis dieses begnadeten Christen, den Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine für den Todestag: „Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.“ (Phil. 1,21)

Seit Graf Lehndorff in seinen Insterburger Jahren zur Bekennenden Kirche gefunden hatte, waren die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine für ihn zum täglichen Brot geworden.

Klaus Weigelt (KK)

 

Zeugen und bezeugen, ohne Zorn und Hass: Hans von Lehndorff
Bilder. der Autor

Reformation hat man nie ausgelernt

Samstag, 25. November 2017

„Bönhasen, Störer und arme Prediger“ sowie „Mehr als Luther“ zeigt das Westpreußische Landesmuseum Warendorf

Am 31. Oktober 2017 jährte sich bekanntlich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, der Überlieferung nach, an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug. Mit der eigenen Sonderschau „Bönhasen, Störer und arme Prediger – die städtische Reformation in Westpreußen“ erinnert das Westpreußische Landesmuseum in Warendorf an die Entwicklung der Reformation vor allem in den großen westpreußischen Städten Danzig, Elbing und Thorn.

D. G. (KK)

 

War damals etwa alles Gold, was glänzte? Danziger Abendmahlskrug
Bild: Museum

Schlesisch-rheinisch

Samstag, 25. November 2017

In Heisterbacherrott wird Identität durchdekliniert

Die zweisprachige Sonderausstellung des Dokumentations- und Informationszentrums für schlesische Landeskunde in Königswinter-Heisterbacherrott mit dem Titel „Typisch schlesisch!? Regionalbewusstsein und schlesische Identitäten“ wird von mehreren thematischen Veranstaltungen begleitet. In Kooperation mit der VHS Siebengebirge richtete Haus Schlesien die Tagung „Regionale Identitäten – Ursache und Wirkung“ aus. Am Programm der Veranstaltung beteiligten sich auch das Siebengebirgsmuseum, der Bund Heimat und Umwelt e. V., die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, der Heimat- und Geschichtsverein Beuel am Rhein e. V. sowie das Studienhaus für Keltische Sprachen und Kulturen.

(KK)

 

Wer richtig sucht, findet etwas von und für sich in allem und jedem, und etwas davon bietet auch die Ausstellung „Typisch schlesisch!?“ im Haus Schlesien
Bild: Dieter Göllner

Im Zuge der Erinnerung

Samstag, 25. November 2017

Das Schlesische Museum zu Görlitz setzt sein Ausstellungsthema „Achtung Zug!“ unter Dampf

Die aktuelle Ausstellung „Achtung Zug! 175 Jahre Eisenbahn in Schlesien“ (bis 2. 9. 2018) ist Anlass dafür, dass im Schlesischen Museum zu Görlitz das Thema „Eisenbahn“ im Fokus steht und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. So ist die Fotodokumentation zur Bobertalbahn (bis 14. 1. 2018) eine erste ausstellungsbegleitende Sonderpräsentation.

D. G. (KK)

 

Bild: Museum

Aufenthaltsstipendien

Samstag, 25. November 2017

Der Adalbert Stifter Verein vergibt in Zusammenarbeit mit Kulturallmende München und der Stifter-Gedenkstätte Oberplan, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Bayerische Staatskanzlei, im Jahr 2018 zwei weitere Aufenthaltsstipendien von jeweils vier Wochen im Geburtsort Adalbert Stifters in Oberplan/Horní Planá, Südböhmen. Das erste Stipendium ist für Mai 2018 vorgesehen, das zweite für Juni 2018.

(KK)

 

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Samstag, 25. November 2017

Phantomschmerz ist kein Phantom

„Was die katholische Seelsorge durch die kirchlich bestellten Visitatoren für die Heimatvertriebenen aus dem Ermland (und darüber hinaus) nach der Vertreibung 1945 gelitten, erstritten und geleistet“ habe, sei durch eine Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz 2016 beendet worden, schreibt verbittert der einstige Vertriebenenbischof Gerhard Pieschl (Limburg) im Vorwort zum Buch des ehemaligen Visitators Ermland, Danzig und Schneidemühl, Lothar Schlegel.

Norbert Matern (KK)

 

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Samstag, 25. November 2017

„Hier ist nichts unermeßlich“

Neben dem Schriftsteller Wolfgang Koeppen hat der „Spiegel“ im Jahr 1979 Heinz Piontek (1925–2003) als den mit den meisten Literaturpreisen ausgezeichneten Schriftsteller der Bundesrepublik ermittelt.

Volker Strebel (KK)

 
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