Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgabe 1388

Was du ererbt, erwirb es – sonst verdirbt es

Donnerstag, 25. Januar 2018

Das Europäische Jahr des Kulturerbes wirft seine Schatten voraus, leider sind sie mancherorts sehr dunkel

Die Chinesen haben es einfacher. Sie kennen zwölf Tierkreiszeichen. Nach diesen war 2017 das Jahr des Hahnes, 2018 ist das Jahr des Hundes, und 2019 ist das Jahr des Schweines. Sind alle Tierkreiszeichen durch, fängt man wieder von vorne an. Daran ändern weder Politiker noch Versammlungen etwas.

Wer sich in Europa einen Begriff von einem „Jahr“ machen will, der muss schon recht lange recherchieren, weil sich die „Jahre“ ganz schön in die Quere kommen und auch überlagern. Zudem gibt es neben den von der EU verkündeten Europäischen Jahren die Internationalen Jahre und Dekaden der UNO. So war 2015 das Europäische Jahr der Entwicklung, gleichzeitig aber auch das Internationale Jahr des Lichts, und beide Jahre lagen inmitten von fünf Internationalen Dekaden: 2017 endete die Dekade zur Bekämpfung der Armut; die Dekaden zur Verbesserung des Straßenverkehrs, zur Bekämpfung des Kolonialismus und zur Erhaltung der natürlichen Artenvielfalt laufen noch bis 2020.

Klaus Weigelt (KK)

 

Kein Märchenschloss und keine Trutzburg mehr, wem aber hat der Deutsche Orden einst die Marienburg vererbt? Wollten wir uns weiter im Symbolisch-Metaphorischen ergehen, ginge uns vielleicht auf, dass der Mond im Spiegelbild fehlt, und damit so manches, das Mangelempfinden ist jedem überlassen
Bild:
Magdalena Oxfort (siehe Seite 18)

„Bazillus des Bösen“

Donnerstag, 25. Januar 2018

In der Tschechoslowakei führte das Benesch-Regime bis 1947 die „Gestapo-Moral“ fast nahtlos fort – gegen die Deutschen

Im Juli 1947 endeten in der Tschechoslowakei die Vertreibungen Deutscher. Im Mai 1939 hatten sie 3 331 415 gezählt, darunter viele Juden, die sich bei Volkszählungen als Deutsche deklarierten und ab Mai 1945 zusammen mit drei Millionen Deutschen vom Benesch-Regime vertrieben wurden: 1945 660 000 in der „wilden Vertreibung“, 1946 2 256 000 in der „organisierten“, wobei insgesamt über 60 000 ihr Leben ließen. 1646 Züge, jeder mit 40 Waggons für 1200 Personen, schafften die Menschen hinaus, 1,5 Millionen in die US-, 800 000 in die sowjetische Zone. Ein „Völkermord“ wurde verübt, befanden UNO-Gutachter wie Felix Ermacora und andere.

Im Lande blieben 204 000 Deutsche, die man im Landesinneren „verstreute“ (rozptyl).

Wolf Oschlies (KK)

 

Böhmische Trümmer – das Emmaus-Kloster in Prag 1945 –, fast wirken sie inszeniert, jedenfalls hat sie Josef Sudek nicht lediglich fotografisch dokumentiert, sondern Hell und Dunkel so einzufangen gewusst, dass man meint, etwas mehr von der Geschichte zu begreifen
Bild: Gerhart-
Hauptmann-
Haus, siehe Seite 29

Verheerungen und Versehrungen – ungezählt

Donnerstag, 25. Januar 2018

Und Erfahrungen vom Ankommen: Tagung des BdV-Frauenverbandes

Dr. Maria Werthan, die Präsidentin des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen e. V., leitete und moderierte die Internationale Begegnungstagung „Angekommen im Westen nach 1945“ in der Politischen Bildungsstätte Helmstedt. Den Teilnehmern wurde ein breitgefächertes Spektrum geboten: detaillierter Unterricht in jüngster Geschichte und Einblicke in persönliche Schicksale.

Bei der Aufarbeitung des Kriegs- und Vertreibungstraumas hat der Frauenverband bisher entscheidend mitgewirkt. Seit dem Jahr 2000 fanden 25 Tagungen zu diesem Thema statt, und allein der Tagungsband 2016 enthält unter dem Titel „Krieg kerbt Frauen- und Kinderseelen“ zehn Beiträge über Gewalterfahrungen und psychische Verletzungen.

Wolf Oschlies (KK)

 

Über dem Bild und im Bild wabert der Rauch der Geschichte, in der es ja meistens brennt. Der spätbarocke Giebel des donauschwäbischen Hauses ist nur noch ein finsterer Fleck: Sebastian Leicht, Der Fluchtwagen
Bilder: Haus der
Geschichte

Vor, neben und nach Luther

Donnerstag, 25. Januar 2018

Reformations-Tagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Bildete im Jahr 2017 der Wittenberger Thesenanschlag Martin Luthers vor genau 500 Jahren den Anlass für das mit einer Vielzahl von Publikationen, Veranstaltungen und Medienberichten begangene Reformationsgedenken, so brachte dies zwangsläufig eine Fokussierung auf die Reformation Lutherischer Prägung mit sich.

Ernst Gierlich (KK)

 

Dr. Harald Roth
Bilder: der Autor

„Sonderzüge in den Tod“

Donnerstag, 25. Januar 2018

Ausstellung zum „schrecklichen Fatalismus“ auch der Bahngeschichte

Für Görlitz spielt die Eisenbahn bis heute eine elementare wirtschaftliche Rolle, da sich hier nach 1847 eine umfangreiche Waggonbauindustrie ansiedelte, in der zahlreiche technische Innovationen entwickelt wurden.

„Achtung Zug! 175 Jahre Eisenbahn in Schlesien“ ist der Titel der aktuellen großangelegten Sonderausstellung im Schlesischen Museum zu Görlitz.

(KK)

 

Bretter des Unheils
Bilder: Schlesisches Museum zu Görlitz

Selig sind die Fragenden

Donnerstag, 25. Januar 2018

Fritz Gerlich erkannte frühzeitig „eine der größten Verrätereien an der deutschen Geschichte“

Am dritten Adventssonntag eröffnete der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, im Münchner Dom den Seligsprechungsprozess für den Journalisten Fritz Gerlich und den Religionsphilosophen Romano Guardini. Marx nannte Gerlich ein Vorbild für Journalisten, da er früher als andere klar erkannt habe, was die Stunde geschlagen hatte, als die braune Herrschaft einsetzte.

Norbert Matern (KK)

 

Allein mit seinen Zweifeln bis hin zur Verzweiflung: Fritz Gerlich
Bild: Archiv

Das West- im Ostpreußischen

Donnerstag, 25. Januar 2018

Dia-Schau von Magdalena Oxfort aus Warendorf in Lüneburg

Auf eine spannende Reise durch Westpreußen mit Danzig, Marienburg und Thorn hat Magdalena Oxfort, Kulturreferentin am Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf, mit ihrer Dia-Reportage die Besucher des Neubaus im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg mitgenommen.

Das Land am Unterlauf der Weichsel hat eine wechselvolle Geschichte. Heute in Polen gelegen, war es einst das Kernland des Deutschordensstaates.

(KK)

 

Blau blüht nicht nur der Enzian in der Schweiz, sondern auch die Tracht in der Kaschubischen Schweiz

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Januar 2018

Geschichts- ist Selbstvergessenheit

Igor Tschubais: Wie wir unser Land verstehen sollen. Herausgegeben und aus dem Russischen übersetzt von Dietrich Kegler. Shaker Media, Aachen 2016, 107 Seiten, 15 Euro

„Die Sowjetunion verhält sich zum historischen Russland wie ein Mörder zum Ermordeten.“ Diese Einschätzung des russischen Schriftstellers Alexander Solschenizyn mag dem russischen Historiker Igor Tschubais als Inspiration für seine vorliegende Wortmeldung gedient haben.

Volker Strebel (KK)

 

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Januar 2018

Kompendium

Neue „Ostdeutsche Gedenktage“

Die von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen herausgegebenen „Ostdeutschen Gedenktage“ bilden ein umfangreiches Kompendium ostdeutscher Kultur und Geschichte – dies nun schon seit fünf Jahrzehnten. In ihnen werden Kurzbiographien, Werk- und Literaturverzeichnisse von Persönlichkeiten geboten, die aus den historischen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten stammten oder dort ihre Wirkungsstätte hatten und deren Namen Bestandteil ostdeutscher Geschichte geworden sind.

(KK)

 

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Donnerstag, 25. Januar 2018

Für die „Wohnlichkeit“ des Kontinents

Hans Bergel: Blick auf die Welt. Von Menschen, Masken und Mächten. Edition Noack & Block, Berlin 2017, 201 Seiten, 24,80 Euro

„Hunger und vielerlei andere Not bis hin zur Gefährdung aus politischen Gründen treibt heute die rund hundert Millionen Flüchtiger durch die Welt.

Ingeborg Szöllösi (KK)

 
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