Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Jahrg. 2018

Selbstbewusste Selbstermächtigung

Mittwoch, 25. April 2018

Mit einem „Manifest“ fanden die Esten vor 100 Jahren den Ausgang aus politischer und nationaler Unmündigkeit

Als Gründungstag der Republik Estland gilt der 24. Februar 1918, der auch der Nationalfeiertag ist. Zentrales historisches Dokument ist das „Manifest an alle Völker Estlands“, in dem es heißt: „Estland wird in seinen historischen und ethnographischen Grenzen von heute an zu einer unabhängigen demokratischen Republik erklärt.“

Das „Manifest“ wurde in den Tagen um den 24. Juni an verschiedenen Orten des Landes verkündet, die Verlesung vom Balkon des Endla-Theaters in Pernau/Pärnu am Abend des 23. Juni ist das bekannteste Ereignis. In Tallinn/Reval wurde das Manifest an vielen Stellen ausgehängt und in der Ausgabe der estnischen Zeitung „Päewaleht“ („Tageblatt“) am 25. Februar veröffentlicht.

Dorothee M. Goeze (KK)

 

Auf dem Meer wie in der Geschichte ein bewegtes Bild zu Wasser und in der Luft, einzig die Silhouette Revals verspricht eine filigran-fragile Stabilität:
Gemälde von Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski
Bild: Wikimedia Commons

Sich in die leere Tasche lügen

Mittwoch, 25. April 2018

Die sozialistische Tradition der Wahrnehmungsverweigerung per Statistik feiert in Russland fröhliche Urständ

Bis zum Ende des Kommunismus hat in Osteuropa keine Volkszählung glaubwürdige Resultate erbracht. Die Regimes hatten einfach zu viel zu verstecken, etwa die Vertreibung von Millionen Deutschen aus Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien. Hinzu kamen eigene Kriegstote, Gefallene, Pogromopfer, chronisch hohe Suizidzahlen, Partisanen, Verluste im nationalen Widerstand (z. B. polnische „Heimatarmee“), stalinistischer Terror nach 1945, obstruktive Minderheiten (Albaner in Serbien und im Kosovo, die Volkszählungen grundsätzlich boykottierten) etc. Regionale Spezifika machten Volkszählungen vollends unmöglich:

Wolf Oschlies (KK)

 

Militärparade in Moskau: Nicht nur ein zum Autismus neigendes Regime, das in derlei Grotesken Selbstbestätigung sucht, …
Bilder: Wikimedia Commons

„Mit meinem Pferd konnte ich Deutsch sprechen“

Mittwoch, 25. April 2018

Zum Tod August Roßigs, eines der letzten Ostpreußen in Ostpreußen

In allen Ostgebieten des Deutschen Reiches, die 1945 polnischer Verwaltung unterstellt wurden, blieben Hunderttausende von Einheimischen zurück, die entweder die Flucht vor der Roten Armee nicht angetreten hatten oder aber unterwegs wieder umkehrten, weil der Winter zu streng war und die Flucht zu gefährlich. Der überwiegende Teil dieser Deutschen wurde in den Jahren 1946/48 ausgesiedelt oder vertrieben, ein kleiner Teil, der, freiwillig oder gezwungen, für den polnischen Nachkriegsstaat optiert hatte, durfte bleiben. Im ersten Band der Buchreihe „Die Deutschen östlich von Oder und Neiße 1945–1950.

Jörg Bernhard Bilke (KK)

 

„Diese Erde ist alles, was ich habe.“ Wem das abgeschmackt klingt, der bedenke:
Es gibt Menschen, die nicht vorher gelesen haben, was sie sagen
Bild: Archiv

Wissen schafft

Mittwoch, 25.April 2018

Hans-Jürgen Schuch hat es gelebt

Eigentlich hatte Hans-Jürgen Schuch noch viel zu viele Pläne, als dass er hätte gehen können. So skizzierte er z. B. Mitte Februar vielfältige Vorhaben für das Copernicus-Jubiläum 2023. Und so werden die, die ihn kannten, ihn auch in Erinnerung behalten: stets voller Pläne und Ideen für neue Vorhaben, für Bewahrung von Kulturgut, für Erinnerung an die Geschichte des Weichsellandes und des gesamten deutschen Ostens, für die Kontakte zu den Menschen, die heute dort leben.

Zahllose Ehrenämter im Bereich der Vertriebenenarbeit, der Arbeit für Westpreußen und speziell für seine Heimatstadt Elbing hat er übernommen und über Jahrzehnte ausgefüllt.

Barbara Kämpfert (KK)

 

Dem Ernst der Lage gewachsen sein heißt nicht, über den Dingen stehen, sondern stets mittendrin. Hans-Jürgen Schuch
Bilder: die Autorin

Verbot der Vereinfachung

Mittwoch, 25. April 2018

Podiumsdiskussion zur Aufarbeitung von Flucht und Vertreibung

Rund eine Million Flüchtlinge, Vertriebene und Aussiedler kamen infolge des Zweiten Weltkrieges nach Sachsen. Erst nach der deutschen Vereinigung konnten sie hier ihre eigenen Organisationen aufbauen, sich der kulturellen Erinnerungsarbeit widmen, sich um die Pflege guter Beziehungen zu ihren einstigen Heimatgebieten bemühen. Will man diesen wichtigen Teil der neuesten Zeitgeschichte sachgerecht aufarbeiten, darüber hinaus Perspektiven für die weitere Arbeit der Vertriebenen entwickeln, sollte damit schon angesichts des fortgeschrittenen Alters vieler der Protagonisten nicht länger gezögert werden.

Markus Bauer (KK)

 

Leipzig liest, und Leipzig hört auch zu, so hoffen zumindest (v. l.) Friedrich Zempel, Dr. Jens Baumann, Professor Dr. Frank-Lothar Kroll und Falk Drechsel
Bild: der Autor

„In der Mitte Europas“ – doch wo ist sie?

Mittwoch, 25. April 2018

Das 27. Brünner Symposium fragt danach

Gut 300 Teilnehmer vor allem aus Deutschland, Tschechien und Österreich lockte auch heuer am Palmsonntag-Wochenende das inzwischen 27. Brünner Symposium „Dialog in der Mitte Europas“ in die Metropole Mährens. Bei Vorträgen und Podiumsdiskussionen ging es um das Thema „Europa zwischen Integration und Desintegration 1918/2018. Wohin steuert Ostmitteleuropa?“ Veranstalter waren die Ackermann-Gemeinde und die Bernard-Bolzano-Gesellschaft.

Bei der ersten Podiumsrunde zur Frage „Zwischen Kooperation und Sonderweg. Spaltet die Visegrád-Gruppe Europa?“ kristallisierte sich als einer der Hauptpunkte heraus, dass die Visegrád-Staaten angesichts des angedachten Umbaus der EU in eine polyzentrische Gemeinschaft ihre strategische Autonomie erhalten, also die bisherige Form der EU verteidigen wollen.

Markus Bauer (KK)

 

Dialog, groß geschrieben, aber leider immer noch nicht so großgeschrieben, wie es wünschenswert ist (v. l.): Pavel Fischer, Professor Dr. Ellen Bos, Moderator Kilian Kirchgeßner, Professor Dr. Jirí Pribán, Professor Dr. Thomas Sternberg
Bild: der Autor

Neue Struktur für die Infrastruktur

Mittwoch, 25. April 2018

In Preußisch Stargard/Starogard Gdanski arbeitet man daran

Umfangreiche Bauarbeiten finden seit einigen Wochen am Bahnhof von Preußisch Stargard statt. Das Bauvorhaben hat die Errichtung eines neuen Verkehrsknotenpunktes zum Ziel. Die Arbeiten umfassen dabei auch den Wiederaufbau des gesamten stark vernachlässigten, teilweise schon seit Jahren nicht mehr vollständig genutzten Bahnhofsgebäudes nach seiner kompletten Entkernung. Lediglich der Warteraum, die Fahrkartenverkaufsstelle und eine Pizzeria waren noch genutzt worden.

Manfred E. Fritsche (KK)

 

Den einen ein Ort romantisierender Nostalgie, den anderen eine Herausforderung an Ingenieurskunst und technischen Sachverstand
Bild: der Autor

Bücher, Medien und Veranstaltungen

Mittwoch, 25. April 2018

Zweisprachig, mehrdimensional

Die Geschichte Ostpommerns zur Zeit der Greifenherrschaft liegt weitestgehend im Dunkeln. Das ist vor allem auf die dürftige Quellenlage zurückzuführen. Hinzu kommt aber, dass die Forschungen deutscher und polnischer Historiker bis heute stark vom jeweiligen nationalen und politischen Kontext geprägt sind. Ferner bereitet es Probleme, die Region Ostpommern eindeutig abzugrenzen, da dieser Begriff nie als offizielle Bezeichnung für ein staatliches Gebiet diente.

Elsbeth Vahlefeld (KK)

 

Bücher, Medien und Veranstaltungen

Mittwoch, 25. April 2018

Neumondsüchtig

In ihrer neusten Buchpublikation fasst die in Aussig an der Elbe geborene und in München lebende Ursula Haas, die 2010 mit dem Nikolaus-Lenau-Preis der KünstlerGilde Esslingen ausgezeichnet wurde, das Ergebnis ihres literarischen Schaffens im Zeitraum zwischen 2010 und 2017 zusammen. Unterstrichen und aufgelockert durch vier farbige Bildkompositionen des Malers und Performance-Künstlers Beat Toniolo, wird dieser Band in einer auch künstlerisch sehr ansprechenden Form dargeboten.

Anneliese Merkel (KK)

 

Bücher, Medien und Veranstaltungen

Mittwoch, 25. April 2018

Helfen – trösten – raten

Das Fragezeichen im Buchtitel wird auf der letzten Seite positiv aufgelöst. Diese von Dr. Michael Hirschfeld an der Universität Vechta betreute Dissertation analysiert die Friedens- und Versöhnungsarbeit der katholischen Jugendorganisationen der Heimatvertriebenen nach dem Krieg bis zur Wende.

Norbert Matern (KK)

 
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