Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1382.

Abstraktes in kristalliner Konkretion

Internationaler Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach

Nicht frisch, dafür „mechanisch“: der Fisch von Ana Łokaj
Bild: der Autor

„Mechanischer Fisch“, „Seelenverwandte“ und „Pfeffer“ sind die Titel der Arbeiten, die von der Fachjury des 9. Internationalen Glaskunstpreises der Stadt Rheinbach ausgezeichnet wurden.

Für den diesjährigen Nachwuchsförderpreis reichten Schüler aus Deutschland und mehreren europäischen Glasfachschulen insgesamt 33 Wettbewerbsarbeiten ein. Die Ausstellung mit den Kunstwerken ist im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ an der Glasfachschule bis zum 24. September zu besichtigen.

Die Architektur des Rheinbacher Glaspavillons ermöglicht es, dass die ausgestellten Arbeiten rund um die Uhr einsehbar sind und die Besucher ihr Votum für den Publikumspreis „Alexandra Bruns“ abgeben können. Bis zum 1. September 2017 besteht übrigens noch die Gelegenheit, für den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis unter www.glaskunstpreis.com oder www.glaskunstpreis-rheinbach.de abzustimmen.

Die Verleihung des Nachwuchsförderpreises findet am 23. September im Rahmen eines Festaktes im Beisein der Schirmherrin, Dombaumeisterin a. D. Prof. Barbara Schock-Werner, statt. Die diesjährige Schirmherrin war maßgeblich am Einbau des spektakulären Fensters von Gerhard Richter im Südquerhaus des Kölner Doms beteiligt.

An dem im Zwei-Jahres-Turnus abgehaltenen Kunstevent beteiligen sich Studierende von europäischen Glasfachulen – unter anderem aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Finnland und Polen. Als Jurymitglieder konnten fünf Persönlichkeiten der internationalen Glaskunstszene gewonnen werden: Catherine Coleman, Glaskünstlerin Gravur (GB), Mariska Dirkx, Glasgalerie Roermond (NL), Jan Mergl, Westböhmische Universität Pilsen, von der Ladislav Sutnar-Fakultät für Kunst und Design & Stellvertretender Leiter des Westböhmischen Museums (CZ), Karin Rühl M. A., Leiterin des Glasmuseums Frauenau – Staatliches Museum zur Geschichte der Glaskultur (D) und Jörg F. Zimmermann, Kunsthochschule Stuttgart (D).

Die Wettbewerbsarbeiten lagen den Juroren anonymisiert vor, nur die jeweiligen Titel waren bekannt, da sie für das künstlerische Konzept relevant sind. Die Jurymitglieder bescheinigten den eingereichten Glasobjekten ein durchgehend hohes Niveau.

Den mit 1.000 Euro dotierten 1. Preis erhielt Anna Łokaj für ihre Bleiverglasung mit dem Titel „Mechanischer Fisch“. Die junge Künstlerin vom Zespół Szkół Plastycznych / Kunstgymnasium, Dabrowa Górnicza (PL) besucht die Klasse Magdalena Łucka-Stojek, Agnieska Mika-Kozek und Cesław Halejak.
Der 2. Preis mit 750 Euro ging an Sandra Urban für ihre modellierten, geschliffenen Figuren „Seelenverwandte“. Die Künstlerin kommt von der Staatlichen Glasfachschule Hadamar, Erwin-Stein-Schule (D), und besucht die Klasse Reiner Eul.

Mit 500 Euro ist der 3. Preis dotiert, der an Shoplar Ashirbekova von der Glaskunstfachschule Kamenický Šenov / Steinschönau (CZ), Klasse Ladislav Prucha ging. Ausgezeichnet wurde ein vierteiliges Set, Kristallglas, formgeblasen mit dem Titel „Pfeffer“.

Aus der Fülle der eingesandten Arbeiten wählte die Jury noch weitere vier interessante Kunstwerke aus und vergab Belobigungen. Die ausgezeichneten Objekte sind: „Teller“ – Glasverschmelzung (Fusing-Technik) von Martin Jašontek (Glaskunstfachschule Kamenický Šenov / Steinschönau/CZ), „Erinnerungen“ (abstraktes Buch) – Plottertechnik, UV-Verklebung von Marius Kaltenberg (Staatlichen Berufskolleg Glas, Keramik, Gestaltung des Landes NRW, Rheinbach/D) sowie „Drei Lampen“ – Hüttentechnik mit schwarzem Glas und Kristallglas von Minna Kunnas (Ikata, Kunstschule Ikaalinen/FI) und „Tier“ – formgeschmolzenes Glas, geschliffen, verklebt von Natalia Laskowska (Kunstgymnasium, Dabrowa Górnicza/PL).

Während der Laufzeit der Ausstellung mit den Wettbewerbsarbeiten zum 9. Internationalen Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach wird im Glasmuseum und im „Hans-Schmitz-Haus“ ein abwechslungsreiches Begleitprogramm unter dem Titel „Kulturpavillon“ angeboten.

Zu den Workshops im Glasmuseum gehören Programme wie „Gravur für Kinder und Jugendliche“ mit Angela Liane Wagner (19. August), „Glasmosaikbilder für Kinder“ mit Helga Feuser-Strasdas (22. August) und „Impressionen aus den Ferien“ – Gestaltung eines Glastellers mit Bozena Yazdan (25. August).

Im Erwachsenen-Workshop „Glas und Farbe – Einführung in die Glasverschmelzung“ verrät der Designer Dr. Wolfgang Schmölders (9. September) kreative Tipps rund um die älteste und zugleich jüngste aller Glastechniken der Glasverschmelzung (Glas-Fusing). „Meine Sicht“ – der Workshop für Erwachsene mit Patricia Roßhoff-Roy findet im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“ statt (30. August).

Den Abschluss der Begleitveranstaltungen bildet das Programm „Textprobe“ am 18. September ebenfalls im Glaspavillon „Hans-Schmitz-Haus“. Unter der Moderation von Gerd Engel präsentiert Rheinbachs talentierte Literaturbühne für Menschen, die gerne schreiben und ihre Texte vor einem aufmerksamen Publikum vorlesen möchten, ein Programm mit Gedichten, Kurzgeschichten, Romanfragmenten, Slam-Poetry, Essays und Liedern.

Fazit: In diesem Sommer tut sich was in der Glas- und Kulturszene Rheinbachs, ein Besuch lohnt sich allemal.

Dieter Göllner (KK)

«

»