Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1381.

Böhmisch kam ihnen nichts vor

Sie waren es selbst – und groß auf je eigene Art

Jaroslav Hašeks literarische Figur des „braven Soldaten Schwejk“ hat weltweit Kultstatus und wird bis heute mit dem tschechischen Nationalcharakter in Verbindung gebracht. Die Melodie von Smetanas „Moldau“ taucht unwillkürlich im Kopf auf, denkt man an Prag. Die Schriftstellerin Božena Nemcová, der Komponist Antonín Dvorák, der Jugendstil-Maler Alfons Mucha oder der erfolgreiche Schuhfabrikant Tomáš Bata – zwischen 1800 und 1945 hat das tschechische Volk eine ganze Reihe von Persönlichkeiten hervorgebracht, deren Bedeutung weit über die Grenzen der böhmischen Länder hinausreicht. Fünfzehn von ihnen stellt die neue Ausstellung vor, konzipiert von Dr. Wolfgang Schwarz, dem Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, die im Tschechischen Zentrum München erstmals gezeigt wird.

Die durchgehend deutsch-tschechische Ausstellung umfasst folgende Persönlichkeiten: Tomáš Bata, Karel Capek, Ema Destinová – Emmy Destinn, Antonín Dvorák, Jaroslav Hašek, Leoš Janácek, Josef Jungmann, František Križík, Josef Lada, Karel Hynek Mácha, Tomáš Garrigue Masaryk, Alfons Mucha, Božena Nemcová, František Palacký, Bedrich Smetana.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist die Beziehung der Persönlichkeiten zur deutschen Sprache und Kultur sowie zur Habsburgermonarchie. Leidvolle Erfahrungen finden dabei ebenso Berücksichtigung wie Inspirationen und Dimensionen des kulturellen Austausches. Auch der Frage, welche Spuren die porträtierten Personen hinterlassen haben und welche Bedeutung sie für das tschechische nationale Selbstverständnis haben, wird nachgegangen.

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Kooperation des Kulturreferenten für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein mit dem Tschechischen Zentrum München, finanziell gefördert wurde sie von der Bayerischen Staatskanzlei, dem Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der privaten Sponsorin Professor Dr. Dadja Altenburg-Kohl. Sie ist im Tschechischen Zentrum München bis zum 31. Juli zu sehen. Die Begleitpublikation kann unter sekretariat@stifterverein.de erworben werden: Bedeutende Tschechen. Zwischen Sprache, Nation und Staat 1800–1945. Hg. von Wolfgang Schwarz. ASV, München 2015. 194 Seiten, 8 Euro.

(KK)

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