Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1381.

Bücher, Medien, Veranstaltungen

Internet-Projekt THENOM

„Thesaurus Nominum Auctorum et Mortuorum“

Dr. Martin Kügler, Mitarbeiter des Schlesischen Museums zu Görlitz, der sich u. a. dem Thema Schlesien- bzw. Ahnenforschung widmet, stellte in einem Beitrag die „Datenbank der Namen von Autoren und Verstorbenen“ vor. Seit kurzem ist „Thesaurus Nominum Auctorum et Mortuorum“ (THENOM) online. Hilfreich ist das digitale Instrument vor allem für Wissenschaftler und Forscher, die sich mit der Barockzeit beschäftigen. Unter „www.thenom.online.uni-marburg.de“ bekommen Interessenten Informationen zu Personennamen in historischer und normierter Ansetzung und erhalten zugleich Auskünfte über Biographie, Lebens- und Wirkungszeiten der jeweiligen Persönlichkeiten. Ein großer Teil der ausgewerteten Quellen stammt aus Schlesien. Es ist auf diesem Weg möglich, nicht nur Adlige, sondern auch Mitglieder bürgerlicher Familien, darunter Theologen, Gelehrte und Kaufleute, aufzuspüren und biographische Daten zu gewinnen, die auf andere Art und Weise nicht zu erschließen wären.

Ein erster Schritt in Sachen Digitalisierung fand bereits 2014 statt, als die normierten und personalisierten Namensansetzungen von rund 18 000 Gefeierten, d. h. den Verstorbenen oder „Leichenpredigtempfängern“, ins Internet gestellt wurden. Die Daten wurden aus etwa 33 000 historischen Namen gewonnen und nach den Richtlinien der Deutschen Nationalbibliothek (Gemeinsame Normdatei) erarbeitet. Seit kurzem sind auch ca. 70 000 Namen von Verfassern der barocken Trauerschriften in die Datenbank aufgenommen worden, somit erreichte das Projekt seinen Abschluss.

Die Datenbank entstand unter der Leitung von Professor Rudolf Lenz, Marburg, der unter anderem Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Schlesischen Museums zu Görlitz ist. Die Online-Präsentation ist mit dem Katalog der Deutschen Nationalbibliothek verlinkt und gewährt dem Nutzer den direkten Zugriff auf dessen Informationen. Durch die Beigabe interaktiver Karten wird eine regional-topographische Zuordnung der Namensformen und Quellen ermöglicht und somit das personale Beziehungsgeflecht der Frühen Neuzeit visualisiert. Eine aktive Verlinkung mit dem Digitalen Portraitindex des Bildarchivs Foto Marburg (Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte) gewährt weitere biographische Erkenntnisse und den Zugriff auf bildliche Darstellungen von Personen der Frühen Neuzeit. Links vernetzen die Datenbank mit anderen Personennamendatenbanken. Hilfreich sind auch die umfangreichen Suchmöglichkeiten nach Personen des 16. bis 18. Jahrhunderts in 24 Kategorien.

Der Wissenschaftler Dr. Kügler ist überzeugt, dass sich THENOM für die Schlesienforschung rasch als ein nützliches Instrument zur biographischen Untersuchung der Frühen Neuzeit erweisen wird.

D. G. (KK)

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