Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1377.

Der ungarndeutsche Teddybär

Gedenktag in München

Ein leicht ramponierter Teddybär war das Wahrzeichen der Ausstellung „Mitgenommen – Heimat in Dingen“ im Münchner Haus des Deutschen Ostens. Nun kam er auf die Bühne in der Allerheiligen Hofkirche der Residenz München. Eine 14-köpfige Schüler-Theatergruppe der Grassalkovich Antal Altalanos Iskola/Antal-Grassakolvich-Grundschule in Budapest-Soroksár spielte die Geschichte der Ungarndeutschen nach.
Die Schule gilt nach den Worten ihrer Direktorin Erzsébet Kreisz als Eliteschule, in der einige Fächer in Deutsch unterrichtet werden, so dass die Absolventen die Sprache beherrschen. Der Teddybär war von einem Kind im Fluchtgepäck nach Deutschland mitgenommen worden. Die Grundbotschaft, vor dem Schlusstanz der Schülerinnen und Schüler deutlich ausgesprochen, lautete: „Nie wieder Vertreibung“.

Eingeladen zur Gedenkveranstaltung anlässlich des Gedenktages für die vertriebenen Ungarndeutschen hatte Generalkonsul Gabor Tordai-Lejko zusammen mit dem Haus des Deutschen Ostens, dem BdV Bayern und der Deutschen Jugend in Europa (djo) sowie der Landsmannschaft der Karpatendeutschen in Bayern. Der Vizepräsident des Ungarischen Parlaments, Dr. Gergely Gulyas, sagte ebenfalls in fließendem Deutsch: „Der ungarische Staat hat die moralische Verantwortung für die Vertreibung der Ungarndeutschen übernommen. Sie hatten keine Schuld, außer dass sie Deutsche waren.“

Andere Redner erinnerten daran, dass die Deutschen vor rund tausend Jahren mit ihrer Königin Gisela ins Karpatenbecken kamen und dass – eine für die Heimatverbundenheit der Ungarndeutschen bezeichnende Einzelheit – sogar bei der Vertreibung aus einem der Güterwagen die ungarische Flagge hing. Die Ungarndeutschen heute haben zwei Heimaten, so hieß es. Fährt einer von Deutschland nach Ungarn, sagt er: „Ich fahre heim“, reist er von dort zurück, sagte er ebenfalls: „Ich fahre heim“.

Laut der letzten Volkszählung in Ungarn gehören 186 000 Personen zur ungarndeutschen Minderheit.

Norbert Matern (KK)

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