Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Ausgaben: Ausgabe 1384.

Hartmut Koschyk, Wortführer all der vielen Wenige

Minderheitenbeauftragter der Bundesregierung gewürdigt

Hartmut Koschyk dankt Bernard Gaida für
seine Laudatio
Bild: AGDM

In seiner Amtszeit hat Hartmut Koschyk, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, die Deutschen in Mittel- und Osteuropa sowie in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion oft besucht, um sich ein eigenes Bild von der Situation und den Anliegen machen zu können. Das Koordinierungsbüro der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in Berlin wurde auf seine Initiative eingerichtet und mit entsprechenden Mitteln ausgestattet. Ende Oktober 2017 gibt Hartmut Koschyk sein Amt als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ab.

Bei der Eröffnung der Ausstellung „In zwei Welten – 25 Deutsche Geschichten. Deutsche Minderheiten stellen sich vor“ in der ungarischen Botschaft von Berlin wurde er von Bernard Gaida, dem Sprecher der AGDM, offiziell verabschiedet. In der Laudatio würdigte Bernard Gaida besonders, dass sich der Bundesbeauftragte Koschyk für alle Minderheiten gleichermaßen eingesetzt habe und dass das in den letzten Jahren Erreichte ohne sein außergewöhnliches Engagement nicht möglich gewesen wäre. Deshalb „wünschen sich die deutschen Minderheiten, dass er auch der AGDM in Zukunft verbunden bleibt“, betonte Gaida.

Die als Wanderausstellung konzipierte Präsentation „In zwei Welten“ ist in der Botschaft von Ungarn in Berlin bis zum 20. Oktober zu besichtigen. Die Ausstellung zeigt sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede der deutschen Minderheiten in 25 Ländern auf und informiert über wichtige identitätsstiftende Themen. Anhand von Dokumentationsmaterial, von privaten Erlebnissen und über persönliches Bild- und Tonmaterial werden unter anderem die Herkunft und Traditionen, die Vergangenheit, Gegenwart und das lebendige Vereinswesen der Minderheiten eindrücklich dargestellt.

Der Veranstaltung wohnten der für die Angelegenheiten nationaler Minderheiten zuständige stellvertretende Staatssekretär im ungarischen Ministerium für Humanressourcen, Attila Fülöp, und der Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), Lóránt Vincze, bei. An der Vernissage nahmen auch der Botschafter der Republik Estland, Dr. Mart Laanemäe, sowie weitere Vertreter des Diplomatischen Corps teil.

In seinem Grußwort nahm der ungarische Botschafter Dr. Péter Györkös als der Gastgeber Bezug auf die Zahl 25, indem er auf die Verabschiedung des ungarischen Wiedergutmachungsgesetzes vor 25 Jahren hinwies, mit dem auch die deutsche Minderheit in Ungarn rehabilitiert wurde. Diese habe die sich aus dem Gesetz ergebenden Entwicklungsmöglichkeiten sehr gut genutzt, das deutschsprachige Schulwesen sei stark ausgebaut worden und die Zahl der ungarischen Bürger, die sich als Angehörige der deutschen Minderheiten bekennen, habe seitdem stetig zugenommen.

Der Bundesbeauftragte Harmut Koschyk wies darauf hin, dass der Titel „In zwei Welten“ signalisiere, dass es bei den Lebenswelten der deutschen Minderheiten um eine Beziehung als Minderheit zur Mehrheitsgesellschaft im jeweiligen Heimatland, aber auch als deutsche Minderheit zum Mutterland Deutschland gehe. Es sei leicht, von der „Brückenfunktion“ der Minderheiten zu reden, jeder Kenner konkreter Minderheitenpolitik wisse jedoch, wie schwierig dieses in der Praxis sein kann. Jeder, der die Brückenfunktion in Anspruch nehmen wolle, müsse auch bereit sein, die Brückenpfeiler, das heißt die deutschen Minderheiten, zu ertüchtigen.

Die Ausstellung solle künftig in Deutschland und in anderen Ländern über die deutschen Minderheiten informieren und über Kenntnis auch Verständnis erzeugen. Sie knüpft an die Broschüre „Deutsche Minderheiten stellen sich vor“ an, die 2016 vom Bundesministerium des Innern erstmals veröffentlicht wurde und deren aktualisierte Neuauflage ebenfalls am Abend der Ausstellungseröffnung vorgestellt wurde. Unter der Gesamtkoordination der AGDM wurde die Präsentation von Kuratorin Dr. Katharina Weißbach und dem Grafiker-Team DrNice ThemenWelten entwickelt.

Dieter Göllner (KK)

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