Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1335.

Licht der „dunklen Wälder und kristallnen Seen“

Jahr für Jahr strahlt es in Schloss Burg an der Wupper

Licht-der„Tradition, Brauchtum und Gedenken zu pflegen bedeutet nicht, die kalte Asche weiterzugeben, sondern das Feuer und die Flamme im Herzen der Nachfolgenden zu entzünden“, betonte Gregor Golland, Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen, bei der Kundgebung im Rahmen des diesjährigen „Kleinen Ostpreußentreffens“ der nordrhein-westfälischen Landsmannschaft auf Schloss Burg an der Wupper. Für das nunmehr 17. Treffen wählten die Veranstalter ein Zitat von Kaiser Ferdinand I. (1556–1564): „Gerechtigkeit möge walten, damit die Welt nicht zugrunde gehe.“

Auf dem Plateau vor der Gedenkstätte der deutschen Heimatvertriebenen fand ein buntes Kulturprogramm mit Musik und Tanz statt. Das Platzkonzert mit bekannten Märschen und Volksweisen wurde auch diesmal von den Dabringhausener Musikanten bestritten. Mehrere Frauen, darunter auch jene aus der Kreisgruppe Remscheid, hatten zur Feier des Tages ihre schönen ostpreußischen Trachtenkleider und Bernstein-Ketten angelegt. Bernstein in all seiner Pracht konnten die Besucher auch an einem der Stände bewundern. Interesse weckten die zahlreichen Publikationen und Dokumentarfilme rund um das „Land der dunklen Wälder“ sowie CDs mit Märschen und Volksliedern.

Beeindruckende Momente der Begegnung waren u. a. das Trompetensolo von Frank Braun, die Klänge der Königsberger und der Breslauer Glocken sowie das zeremonielle Totengedenken.

Höhepunkt der von Dr. Dr. Ehrenfried Mathiak, dem Ehrenvorsitzenden der Landsmannschaft Ostpreußen NRW, eröffneten Kundgebung auf Schloss Burg zu Füßen des Reiterstandbildes von Graf Engelbert II. von Berg und Erzbischof von Köln war der Festvortrag von Gregor Golland, Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Der 1974 in Brühl bei Köln geborene Sohn ostpreußischer Eltern forderte die Vertreterinnen und Vertreter der Erlebnisgeneration auf, den Mut zu haben, über ihr Schicksal und das ihrer alten Heimat zu sprechen: „Es gilt heute mehr denn je, das Erinnern wachzuhalten und nicht die Deutungshoheit der Geschichte andern zu überlassen. Wer von Ihnen möchte, dass sich die kommenden Generationen noch an Ostpreußen erinnern, der muss spätestens jetzt selber anfangen, davon zu sprechen.“ Ostpreußen sei – so Golland – wie andere ehemalige deutsche Ost- und Siedlungsgebiete „nicht nur ein wunderschönes Stück Natur, ein bezaubernder Landstrich, bei dem Gott ein besonders glückliches Händchen hatte, nein, es ist mehr.“ Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, dass die Geschichte, die Landschaft, die Kultur und die Menschen des historischen Deutschen Ostens nicht in Vergessenheit geraten. „Die Zukunft zu gestalten ist unsere Aufgabe, egal wie jung oder alt wir sind“, schloss Golland.

(KK)

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