Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1377.

Mäzenatentum, australisch-ungarisch

In Regensburg ward es Ereignis

Im Jahre 1986 schrieb ein Mann namens Györy im fernen australischen Victoria ein Testament. Er war damals nach allen Recherchen wohl gerade pensioniert worden. Dann lebte dieser Györy noch 22 Jahre und starb 2008, sicher fast 90-jährig. Nun wurde das Testament eröffnet und zu aller Erstaunen das Ungarische Institut in München als Alleinerbe des Vermögens festgestellt. In Australien war das Institut naturgemäß gar nicht bekannt war und musste zunächst ermittelt werden. In München wiederum konnte in den Akten nichts über Herrn Györy ausfindig gemacht werden. Rätsel über Rätsel.

Man begann Verhandlungen, nahm 2009 die Erbschaft an und überlegte, was nun zu tun sei. Schließlich wurde der Plan gefasst, eine Stiftung an der Universität Regensburg zu errichten, was noch einmal einige Zeit in Anspruch nahm.  Am 30. Januar 2017 war es so weit: Im Foyer der Zentralbibliothek der Universität Regensburg versammelten sich über drei Dutzend Persönlichkeiten zur Gründungsfeier der Stiftung Ungarisches Institut.

Udo Hebel, der Präsident der Universität Regensburg, gab seiner Freude Ausdruck, im Rahmen der Wissenschaftlichen Institute für Osteuropastudien (WIOS) mit der Errichtung dieser Stiftung einen großen Schritt nach vorn gehen zu können, um die nachhaltige Förderung der Forschung, Lehre und Kooperationen des Hungaricum – Ungarisches Institut zu gewährleisten. Altrektor Alf Zimmer, dem das Hauptverdienst an der Stiftungsgründung zukommt, berichtete über die Entwicklung der Ungarnstudien (Hungarica) in den letzten zehn Jahren.

Zsolt K. Lengyel, der Direktor des Ungarischen Instituts, gab einen Einblick in die außergewöhnliche Geschichte der Erbschaft. Michael Mihatsch vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, sowie Stadtrat Dieter Daminger für die Stadt Regensburg bestätigten die Bedeutung der Gründung für Stadt und Freistaat. Abschließend hob Gábor Tordai-Lejkó, der Generalkonsul von Ungarn in München, den Stellenwert des Ungarischen Instituts im Rahmen der deutsch-ungarischen Beziehungen hervor und unterstrich insbesondere den wertvollen Beitrag, den Hanns-Seidel- und Konrad-Adenauer-Stiftung seit vielen Jahren als Vermittler zwischen beiden Ländern leisten.

Nach den Ansprachen wurden die Gründungsdokumente feierlich unterzeichnet und auf den unbekannten Mäzen Györy in Australien angestoßen.

(KK)

«

»