Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1381.

Namen, die – fast – keiner mehr kennt

Zu ihnen bekennen sich die Bürger von Lötzen/Gizycko

Die Geschichte der Namen ins Lot bringt der Maurerpolier
Bild: der Autor

Im Zentrum der Stadt Lötzen/Gizycko erinnert ein Gedenkstein mit Tafel an alle deutschen Namen der Stadt und weist damit auf den deutschen Teil der Stadtgeschichte hin. Die Vielfalt und Mehrsprachigkeit ist den Bewohnern ein Denkmal wert, das am 29. Dezember 2016 eingeweiht wurde. Obwohl es sehr kalt und nass war, nahmen etwa 200 Personen, darunter Pfarrer Krystian Borkowski sowie Bürgermeister Wojciech Iwaszkiewicz, an der Feierstunde teil.

Grund für die Aufstellung des Gedenksteins war das 70-jährige Jubiläum des Stadtnamens Gizycko. Diesen Namen bekam die Stadt Lötzen erst nach 1945, und damit begann der polnische Teil ihrer Geschichte. Mit dem Hinweis auf die Namensänderung wollte man es nicht bewenden lassen und beschloss, mit dem Gedenkstein auch die Vergangenheit der Stadt monumental zu dokumentieren.
Auf der Informationstafel stehen nicht nur das deutsche Lötzen sowie der polnische Name Gizycko. Die Reihe beginnt mit Letzenburg. Diesen Namen haben höchstwahrscheinlich die Ritter des Deutschen Ordens der Ortschaft gegeben. Die deutschen Ritter bauten auf diesem Gebiet später eine Burg, die sie von Letzenburg in Letzen umbenannt haben. Dieser Name gilt als zweite offizielle Bezeichnung für den Ort. Im 15. Jahrhundert wurde der Name in Neuendorf und im 16. Jahrhundert schließlich in Lötzen geändert.

Die Idee für diesen Gedenkstein vor der evangelischen Kirche kam von Prof. Wojciech Łukowski und dem Vorsitzenden des Vereins „Die Masurische Gemeinschaft“, Krzysztof Kossakowski, sowie von Janusz Pilecki und Jarosław Andrukajtis. Dank dem Verein und der evangelischen Gemeinde konnte die Aufstellung des Steins samt der Tafel finanziert werden. Unter dem Stein wurde eine Kapsel vergraben, die eine Tageszeitung, Münzen sowie einen Stick mit aktuellen Angaben zu Gizycko enthält.

M. Fritsche (KK)

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