Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1390.

Netter Zug

Modelleisenbahn im Schlesischen Museum zu Görlitz

Fast wie im richtigen Leben: Das Schlesische Museum zu Görlitz appelliert in seiner Eisenbahnausstellung an den kindlichen Spieltrieb und offenbar auch an einen nicht weniger kindlichen Sinn für Naturromantik
Bild: Dieter Göllner

Die bis Anfang September geöffnete Ausstellung „Achtung Zug! 175 Jahre Eisenbahn in Schlesien“ im Schlesischen Museum zu Görlitz wird mit wechselnden Sonderpräsentationen ergänzt. Bis zum 1. Mai ist die Dokumentation „Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn“ zu besichtigen. In diesem Projekt setzte sich die Deutsche Bahn AG mit der Geschichte ihrer Vorläuferorganisation in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander.

Die Ausstellungstafeln informieren über die Entwicklung der Eisenbahn in Schlesien seit 1842. Die Dokumente zeigen, wie die Deutsche Reichsbahn in den nationalsozialistischen Staat und seine verbrecherischen Ziele eingebunden war. Das Schlesische Museum zu Görlitz hat die Dokumentation mit Informationen über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in Breslau und Görlitz ergänzt.

Nicht nur Spezialisten und Fans von Modellanlagen dürften über die Präsentation von zwei versierten Vereinen beeindruckt sein. Zum Museumsfest am 5. Mai wird ein detailgetreues Modell der Zackenbahn vorgestellt. Es ist ein Werk des Vereins Schlesische Gebirgsbahn e. V., der über viele Jahre hinweg die 49 Kilometer lange Strecke von Hirschberg/Jelenia Góra bis zum tschechischen Korenov (vor 1918 Grünthal, dann Polubny/Polaun) erforscht und in Miniatur nachgebildet hat. Die Besucher können markante Streckenabschnitte wie den schmalen Moltke-Einschnitt bei Niederschreiberhau oder die Iser-Brücke entdecken. Die von 1891 bis 1902 errichtete Zackenbahn zeichnet sich durch eine Steigung von 40 Prozent aus. Dies war übrigens bereits eine der ersten Strecken in Deutschland, die zwischen 1911 und 1923 elektrifiziert wurden. Ab 1927 kamen Triebwagen der DR-Baureihe ET 89 mit dem Spitznamen „Rübezahl“ zum Einsatz.

Beide Modellanlagen können während der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden, an den Wochenenden sind sie mit Fahrbetrieb zu erleben. Die Vereinsmitglieder lassen originalgetreue Züge aus verschiedenen Zeiten verkehren.

(KK)

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