Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1386.

Schlesisch-rheinisch

In Heisterbacherrott wird Identität durchdekliniert

Wer richtig sucht, findet etwas von und für sich in allem und jedem, und etwas davon bietet auch die Ausstellung „Typisch schlesisch!?“ im Haus Schlesien
Bild: Dieter Göllner

Die zweisprachige Sonderausstellung des Dokumentations- und Informationszentrums für schlesische Landeskunde in Königswinter-Heisterbacherrott mit dem Titel „Typisch schlesisch!? Regionalbewusstsein und schlesische Identitäten“ wird von mehreren thematischen Veranstaltungen begleitet. In Kooperation mit der VHS Siebengebirge richtete Haus Schlesien die Tagung „Regionale Identitäten – Ursache und Wirkung“ aus. Am Programm der Veranstaltung beteiligten sich auch das Siebengebirgsmuseum, der Bund Heimat und Umwelt e. V., die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, der Heimat- und Geschichtsverein Beuel am Rhein e. V. sowie das Studienhaus für Keltische Sprachen und Kulturen.

Die Identifikation mit einer Region hängt von vielen Faktoren ab, von weit mehr als der Tatsache, dass man in dieser Region lebt und arbeitet. Sie ist in starkem Maße auch dadurch geprägt, welche Gefühle, Erinnerungen und Erlebnisse man mit ihr verknüpft. Als identitätsstiftend für ein Gefühl regionaler Zugehörigkeit werden in der Regel Merkmale wie Landschaft, Sprache, Geschichte und Kultur wahrgenommen. Doch wann und warum identifizieren sich Menschen mit ihrem räumlichen Umfeld, was macht regionale Identität aus und welche Bedeutung hat sie für die Entwicklung der Region sowie für die Menschen, die dort leben? Die Tagungsteilnehmer erhielten von Wissenschaftlern und Volkskundlern am Beispiel Schlesiens und des Rheinlandes Antworten auf den Fragenkomplex zum Thema „Heimatgefühle in Zeiten von Globalisierung“.

Das Entstehen und die Erscheinungsformen regionaler Identität wurden in mehreren Vorträgen beleuchtet. Dr. Arndt Wigger vom Studienhaus für Keltische Sprachen & Kulturen referierte über „Sprache, Gemeinschaft und Identität“, Dr. Inge Gotzmann vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland informierte zum Thema „Regionale Identität – entdecken, gestalten, vermitteln.“ Elmar Scheuren vom Siebengebirgsmuseum Königswinter bot den Beitrag „Deutschland, Frankreich und der Rhein – Bemerkungen zu einer verunglückten Identitätssuche.“ Claudia Waibel von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf-Bad Honnef sprach über den „rheinischen“ Bundeskanzler „Konrad Adenauer – Prägungen, Heimat, Identität“. Inke Kuster vom Heimat- und Geschichtsverein Beuel machte sich unter dem Titel „Erst geht es zum Brünnchen und dann auf Pützchen“ Gedanken zu einem Erinnerungsort.

Den schlesischen Part übernahm das Gastgeberhaus. Silke Findeisen, Kuratorin der Sonderschau „Typisch schlesisch!?“, führte die Tagungsteilnehmer durch die Ausstellung und gewährte abschließend auch Einblicke in die Entstehung und Entwicklung der Begegnungsstätte für Schlesier im Westen Deutschlands: „Hort schlesischer Identität im Rheinland – der Verein Haus Schlesien“. Beim humoristisch-musikalischen Abend mit kulinarischen Spezialitäten aus Schlesien und aus dem Rheinland begeisterte der Königswinterer Karnevalist „Hänschen“ Remig das Publikum mit seinen „Krätzchen“, während Ingeborg Lachmann „Kostproben“ in niederschlesischer Mundart vortrug.

(KK)

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