Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
Kulturportal Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Ausgaben: Ausgabe 1387.

Zerbrechlich und solide

Glasmuseum und Glasfachschule Rheinbach feiern Jubiläum

In der glücklichen Lage, sich zum Jubiläum selber zuzuprosten, sind die Glas- und Museumsfachleute in Rheinbach
Bild: Dieter Göllner

50 Jahre Glasmuseum und 70 Jahre Glasfachschule sind Jubiläen, die Rheinbach im Jahr 2018 mit verschiedenen Veranstaltungen feiern wird. Grund genug für das Eifelstädtchen, das „Jahr des Glases“ auszurufen. Die Planungen der vom Beirat des Glasmuseums eingerichteten Arbeitsgruppe laufen bereits auf Hochtouren. Das Doppeljubiläum soll u. a. dafür genutzt werden, Glas und Glaskunst in den Mittelpunkt zu rücken und die Tradition Rheinbachs als Glasstadt wieder in den Fokus zu nehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rheinbach durch die Ansiedlung vertriebener sudetendeutscher Glasveredler und Fachschullehrer aus Steinschönau/Kamenicky Senov und Haida/Novy Bor zur Stadt des Glases. Viele der aus der Tschechoslowakei stammenden Glasfacharbeiter und ein großer Teil des Lehrerkollegiums der Glasfachschule Steinschönau-Haida wollten in der Eifel die Tradition ihres Handwerks fortsetzen. Am 1. April 1948 wurde in Rheinbach unter dem damaligen Stadtdirektor Victor Römer und mit Unterstützung des Ministerpräsidenten Karl Arnold, des Wirtschaftsministeriums in Düsseldorf, der Industrie- und Handelskammer Bonn sowie der Handwerkskammer Köln die Staatliche Glasfachschule eröffnet. Die Einrichtung gilt als Nachfolgeschule oder Neugründung der Glasfachschule in Steinschönau.

Das heutige Staatliche Berufskolleg Glas, Keramik, Gestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen Rheinbach wird im Frühling/Frühsommer 2018 einer der insgesamt drei Schauplätze für Veranstaltungen des Jubiläumsjahres sein. Zwei Projekte der Glasfachschule – eine Edition von gläsernen Hausnummern für Bürger und Institutionen sowie das erste Rheinbacher Glassymposium – sind bereits bekanntgegeben worden.

Im April 1968 gründeten Rheinbacher Bürger den Verein Freunde edlen Glases e. V., zu dessen Zielen die Förderung der Glaskunst, die Sammlung bedeutender Gläser aus allen Stilepochen mit dem Schwerpunkt Böhmen sowie die Eröffnung eines Glasmuseums zählten. Am 14. September 1968 wurde das Glasmuseum im Gebäude Vor dem Voigtstor 23 eröffnet, das durch die Verlagerung der Glasfachschule in einen Neubau am Rande Rheinbachs frei geworden war.

Den Grundstock der Dauerausstellung bildete die bedeutende Stiftung Hickisch mit rund 200 hochwertigen, überwiegend böhmischen Gläsern des Barock, Biedermeier, Historismus und Jugendstils. Das Glasmuseum Rheinbach ist als bundesweit erstes Spezialmuseum für nordböhmisches Hohlglas gegründet worden. Bis 1980 stand die Einrichtung in der Trägerschaft der Freunde edlen Glases, danach übernahm die Stadt Rheinbach die Trägerschaft, und aus den „Freunden“ wurde ein Förderverein, der sich auch heute noch aktiv einbringt. Seit 1989 befindet sich das Glasmuseum im Bürger- und Kulturzentrum Himmeroder Hof.

Zu den Veranstaltungen anlässlich des Doppeljubiläums gehören im Herbst neben einem vom Gewerbeverein organisierten Stadtfest und einem Konzert auf Glasinstrumenten auch die Aufwertung der Dauerausstellung durch eine zusätzliche Informations- und Erlebnisebene unter dem Motto „Böhmisches Glas in Biografien“. Zentraler Punkt des Jubiläumsprogramms ist die Ausstellung „50 Jahre – 50 Gläser“ (Arbeitstitel), die im September mit einem Festakt eröffnet wird.

Das Ausstellungskonzept schlägt sich im Katalog nieder: Für jedes der 50 Gläser wird ein „Pate“ aus der Rheinbacher Bevölkerung gewonnen. Mit den in Workshops geschaffenen Kunstobjekten wird im Hans-Schmitz-Haus eine Ausstellung gestaltet.

(KK)

«

»