Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Publikationen

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Ostdeutsche Gedenktage –

Persönlichkeiten und historische Ereignisse 2013

Der Reigen der diesmal gewürdigten Persönlichkeiten des historischen deutschen Ostens spannt sich von der schlesischen Bildhauerin Renée Sintenis, dem böhmischen Schriftsteller Otfried Preußler und dem mährischen Philosophen Ernst Mach, deren Gedenktage es in den ersten Monaten des Jahres 2013 zu begehen waren, bis hin zu dem pommerschen Schriftsteller Max Kühn und dem aus Breslau stammenden Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, deren Leben bzw. Wirken es gegen Ende dieses Jahres zu gedenken galt. Nicht weniger des Erinnerns wert: Die Stiftung des Eisernen Kreuzes und der Aufruf des preußischen Königs „An mein Volk“ im Jahre 1813.

 

Bonn 2016, 280 S., broschiert, ISBN 978-3-88557-233-0, 10,80 €

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Ostdeutsche Gedenktage –

Persönlichkeiten und historische Ereignisse 2014

Neben allgemein bekannten Persönlichkeiten wie dem schlesischen Arbeiterführer Ferdinand Lassalle, dem ostpreußischen Schriftsteller Siegfried Lenz und dem sudetendeutschen Sozialpolitiker Josef Stingl werden auch weniger bekannte gewürdigt, wie der ostpreußische Offizier und Abenteurer Friedrich von der Trenck, der siebenbürgische Mineralwasserpionier Lucas Wagner oder der pommersche Theologe Johan Joachim Spalding. Als nicht nur für die Region bedeutende Ereignisse werden die große Bauernerhebung unter György Dósza von 1514, das preußisch-russische Bündnis von 1764 und natürlich die bisweilen vergessenen Kriegsereignisse von 1914 in Ostpreußen dargestellt.

 

Bonn 2016, 296 S., broschiert, ISBN 978-3-88557-236-7, 10,80 €

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Wolfgang Rothe – Daniela Wiemer

Zur Siedlungsqeschichte von Preußisch-Litthauen am Beispiel der Region des Kirchspiels Tollmingkehmen und Umgebung

Gemeinsame Hrsg.: Prussia-Gesellschaft –
Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen – KrGem. Ebenrode
Geleitwort: Arno Surminski – Schlussworte: Christian Graf v. Krockow, Joachim Fernau, Marion Gräfin Dönhoff, Verfasser

rothe1Das vorliegende Werk besteht aus zwei Bänden (Band I – Zur Besiedlung der Region; Band II – Anlagen und Dokumentensammlung). Schon der Umfang imponiert: Auf über 460 Seiten wird die Geschichte detailliert dargestellt, der Anlagenband ist fast 300 Seiten stark.

Nach dem 1995 erschienenen „Ortsatlas des Kirchspiels Tollmingkehmen“ ist Wolfgang Rothe, unterstützt von Daniela Wiemer, der er selbst „eine Co-Autorin-Funktion“ beimisst, mit der „Siedlungsgeschichte“ ein großer Wurf gelungen. Sprachlich gut verständlich, präzise in den Schilderungen und zuverlässig, was die Quellen angeht, behandelt er neun Jahrhunderte in allen Facetten, die für das ausgewählte Gebiet von Bedeutung sind.

rothe2Dabei wird das, was lokal wichtig ist, immer in die Gesamtgeschichte eingeordnet. So ist dieses auf einen bestimmten ländlichen Raum bezogene Werk zugleich ein Geschichtsbuch. Das macht es auch für solche Leser interessant, die nicht Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung sind, sondern Interesse an einem Teil Deutschlands haben, der verloren ist und an den die Erinnerung immer mehr verblasst.

Zunächst wird das beschrieben, was man die „Große Wildnis“ nennt und wofür später der Name „Preußisch Litthauen“ gebräuchlich wurde. Die Rahmenbedingungen und die allmähliche Besiedlung gewinnen, immer auf dem Hintergrund der politischen Entwicklung, konkrete Gestalt. Sind es anfangs noch spärliche Quellen, so gewinnt die Darstellung immer mehr an Breite und inhaltlicher Tiefe, je weiter der Autor in den Jahrhunderten voran schreitet. Dabei – und das ist das Erstaunliche – gelingt es ihm, die politischen und lokalen Ereignisse mit Leben zu erfüllen. Der Band liest sich nicht nur als Geschichtsbuch, sondern auch als Beschreibung des täglichen Lebens. Insofern wird den Zahlen und Daten Leben eingehaucht. Das wird z. B. deutlich, wenn in den einzelnen zeitlichen Phasen neben dem Bauernstand auch Handwerk, Handel und Märkte beleuchtet werden. Das ist auch der Fall, wenn die „Repeuplirung“ beschrieben wird, die Wiederbesiedlung im 18. Jahrhundert. Die Situation der Einwanderer, ihre Motive, in den äußerten Winkel Preußens zu kommen, ihre persönliche Betroffenheit über die vorgefundenen Gegebenheiten, die teilweise Ablehnung der schon ansässigen Bevölkerung, die Wahrnehmung der staatlichen (preußischen) Ordnung – alles das wird nicht nur referiert, sondern gewinnt durch die Art der Darstellung plastische Form. Der Vergleich mit dem, was Flüchtlinge 1945 erfuhren, und wie Neuankömmlinge heutzutage betrachtet werden und wie sie sich selbst sehen, ist naheliegend.

Ein besonders interessantes Kapitel betrifft die landwirtschaftliche Siedlung nach den preußischen Reformen des 19. Jahrhunderts. Hier lassen sich aus dem auf das ausgewählte Gebiet bezogenen Bericht Schlüsse auf andere Bereiche des Agrarlandes Ostpreußen ziehen. So liegt auch darin ein Wert des Werkes: es lässt Schlussfolgerungen zu über das Objekt des Beschriebenen hinaus; viele Erkenntnisse dürfen verallgemeinert werden. Damit ist es zugleich eine Quelle für weitere, vergleichbare Untersuchungen und eine Fundgrube für Detailfragen – ein insgesamt gelungenes Opus, dem eine Verbreitung nicht nur unter 80jährigen Zeitzeugen zu wünschen ist. Da es, wie Bernhart Jähnig, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, feststellt, eine solche Darstellung bisher nicht gibt, sehen die Aussichten nicht schlecht aus.

Schließlich fehlt auch nicht der – unausweichlich leicht melancholische – Brückenschlag zu dem, was heute zu besichtigen ist: das Gebiet droht wieder eine Wildnis zu werden – als Teil einer europäischen Kulturlandschaft (?) – Wie Arno Surminski es in seinem Geleitwort erhofft.

Festeinband, Bd. 1: 498 S., Bd. 2: 288 S., Selbstverlag, 54,- €

Bezug: info@wolfgangrothe.de oder d-wiemer@t-online.de

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Helga Korodi (Hrsg.)

Ein Augenblick und eine Seele –
Im Werk Otto Alschers

alschertitelNeben dem Roman „Gogan und das Tier“ werden entlegen edierte und heute kaum mehr zugängliche Erzählungen und Essays geboten – ein vielschichtiges Werk, dessen Wiederentdeckung sich lohnt. Die kenntnisreich kommentierte Textauswahl spiegelt nicht zuletzt die facettenreiche Kommunikation Otto Alschers mit der Wildnis wider. Eine entsprechende Würdigung dieses donauschwäbischen Autors ist bislang noch nicht erfolgt.

 

 

 

 

Abstract von Helga Korodi

E-Book, Bestellung unter:
http://kulturportal-west-ost.eu/shop/de/Literatur/Ein-Augenblick-und-eine-Seele-E-Book?xa2218=71f8c6adffbd0b3b6d4fd5ef4ed9829a

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Gilbert H. Gornig/Hans-Detlef Horn (Hrsg.)

Territoriale Souveränität und Gebietshoheit  –
Grundlagen der Sicherung des gefährdeten Friedens

territorialeOhne Staatsgebiet kein Staat: Sowohl das Völker- und das Staatsrecht als auch die Allgemeine Staatslehre beschreiben bis heute den Staat als ein notwendig territoriales Ordnungsmodell. Auch die Vorgänge der Europäisierung und Globalisierung ändern daran nichts. Das Territorium bleibt das buchstäblich Grund legende Element eines Staates und der universell maßgebende Bezugspunkt für die politische Gliederung der Welt. Die gebietsbezogenen Kompetenzen des Staates äußern sich in seiner Gebietshoheit, i.e. der (Ordnungs-)Gewalt in dem Gebiet, und in seiner territorialen Souveränität, i.e. der (Verfügungs-)Gewalt über das Gebiet. In der Staatenpraxis können beide jedoch auseinanderfallen, wenn es zur Ausübung von Hoheitsgewalt auf fremdem Staatsgebiet kommt. Solche Situationen bergen nicht selten rechtlich schwierige und politisch brisante Konflikte, sowohl im innerstaatlichen Bereich als auch für die internationalen Beziehungen.

Die Beiträge des Bandes, allesamt aus einem Symposium der Studiengruppe für Politik und Völkerrecht hervorgegangen, nehmen zahlreiche der damit aufgeworfenen Problemstellungen auf und versuchen dabei auch, im Dienste der friedlichen Kooperation der Völker in Europa und in der Welt staatenübergreifende Perspektiven zu entwickeln.

Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2016, 278 S. Broschur (370 g),
ISBN 978-3-428-14900-1, EUR 99,90
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Der Band ist zu beziehen über den Buchhandel.