Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR
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Buchreihen

Vertreibungsgebiete und vertriebene Deutsche

Eine Studienbuchreihe zur Zwischenbilanz der Umsiedlung, Flucht, Deportation, Vertreibung und Aussiedlung

Im Auftrag der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat, nachmals Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa – OKR, herausgegeben von Wilfried Schlau

Langen Müller, München

Band 1

Fritz Peter Habel: Die Sudetendeutschen. 261 Seiten mit Abbildungen, Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2379-5

Der Abschluss des deutsch-tschechoslowakischen Nachbarschaftsvertrages ist der Beginn neuer Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen. Die Diskussionen in beiden Ländern im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung zeigen den Nachholbedarf an Informationen über die jahrhundertelange gemeinsame Geschichte. Fritz Peter Habel hat in dem Band „Die Sudetendeutschen“ kein Kapitel ausgespart. Schließlich lässt der Autor auch das Schicksal der in der Heimat verbliebenen Deutschen und die neueste Entwicklung dort nicht aus. Somit bietet dieses Buch die Grundlage zu einer neuen Verständigung und guten Nachbarschaft zwischen Deutschen und Tschechen.

Band 2

Alfred Eisfeld: Die Russlanddeutschen. 244 Seiten mit Abbildungen, Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2382-5

In den neunziger Jahren kamen jährlich fast 150 000 Deutsche als Aussiedler aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion zu uns. Viele von ihnen sprechen einen altertümlichen deutschen Dialekt, und ihre Erscheinungsform passt so gar nicht in unsere Gesellschaft.

Unter Mitarbeit von Detlef Brandes und Wilhelm Kahle informiert Alfred Eisfeld über die deutsche Auswanderung in das Schwarzmeer- und in das Wolgagebiet, über die Aufbauarbeit der Deutschen und das schwere Schicksal, das diese Deutschen im Laufe der 200 Jahre ihrer Siedlungsgeschichte erlitten haben.

Band 3

Joachim Rogall: Die Deutschen im Posener Land und in Mittelpolen. 208 Seiten mit Abbildungen, Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2444-9

Der Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit aus dem Jahre 1991 bedeutet einen Neuanfang zwischen Deutschland und Polen. Seit dem Mittelalter lebten Deutsche im gesamten polnischen Siedlungsgebiet. Aber erst mit dem Aufkommen nationalstaatlichen Denkens in den letzten 200 Jahren kam es zu schwerwiegenden Spannungen. Joachim Rogall gibt in diesem Band einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Deutschen im westlichen Polen, welche zugleich Teil der deutschen und der polnischen Geschichte ist, und leistet damit einen Beitrag zur Verständigung beider Völker.

Band 4

Ernst Hochberger, Anton Scherer, Friedrich Spiegel-Schmidt: Die Deutschen zwischen Karpaten und Krain. 160 Seiten mit Abbildungen, Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2478-3

In der Slowakei, in Westungarn (Ödenburg/Sopron) und in Slowenien (Untersteiermark, Krain, Gottschee) haben Deutsche bis zum Zweiten Weltkrieg fast über 700 Jahre hinweg das öffentliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben mitbestimmt. Sie lebten dort u. a. zusammen mit Slowaken, Ungarn, Slowenen, Kroaten, Juden und Serben im Reich der Stephanskrone und im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Kunstwerke der Gotik und des Barock und die Entwicklung moderner Technik im Maschinenbau kennzeichnen diese Region ebenso wie die Musiker Johann Nepomuk Hummel und Franz Lehár oder der Burgschauspieler Josef Kainz.

Band 5

Ingomar Senz: Die Donauschwaben. 240 Seiten mit Abbildungen, Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2522-4

Nach den Türkenkriegen begannen die Habsburger im 18. Jahrhundert mit der Neubesiedelung der fast menschenleeren Gebiete im mittleren Donauraum (zentrales Theißland). Unter Mitarbeit von Helmut Erwert beschreibt Ingomar Senz die Geschichte der überwiegend aus Süddeutschland stammenden Siedler im Banat, der Batschka, der Schwäbischen Türkei, in Slawonien, in Syrmien und im Sathmarer Raum. Nach dem Ersten Weltkrieg fanden sich diese als Bürger einer veränderten Staatenwelt wieder: in Rumänien, Jugoslawien und in (Trianon-) Ungarn.

Band 6

Wilfried Schlau: Die Deutschbalten. 176 Seiten mit Abbildungen, Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2524-0

Von der „Aufsegelung“ Livlands durch deutsche Kaufleute Ende des 12. Jahrhunderts bis zur Selbständigkeit Estlands und Lettlands nach den beiden Weltkriegen reicht diese Geschichte der baltischen Deutschen. Wilfried Schlau hat mit Michael Garleff, Wilhelm Wöhlke und Bastian Filaretow die historischen, geographischen und soziologischen Gegebenheiten dieser europäischen Region aufbereitet. Zwei Vertreter der Titularnationen, die estnische Agrarwissenschaftlerin und Historikerin Sirje Kivimäe und Janis Stradins, Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften Lettlands, nehmen aus ihrer Sicht Stellung zur gemeinsamen Vergangenheit von Esten, Letten und Deutschen.

Band 7

Joachim Bahlcke: Schlesien und die Schlesier. 360 Seiten mit Abbildungen, Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2549-6

Die letzten 50 Jahre haben das Gesicht Schlesiens, dem Preußen seinen Aufstieg zur deutschen Führungsmacht verdankte, grundlegend gewandelt, politisch ebenso wie ethnisch und kulturell. Zusammen mit Brigitte Bönisch-Brednich, Reinhard Krämer, Andrea Langer, Joachim Rogall und Mat-thias Weber untersucht Joachim Bahlcke nicht nur die historische, geistesgeschichtliche und wirtschaftliche Entwicklung dieser Landschaft, sondern auch das Schicksal ihrer Menschen nach Flucht und Vertreibung. Der sorgfältig ausgestattete Band ist eine einzigartige Reise durch die bewegte Geschichte Schlesiens.

Der Band ist in polnischer Übersetzung in Polen erschienen.

Band 8

Konrad Gündisch: Siebenbürgen und die Siebenbürger Sachsen. 304 Seiten mit Abbildungen, Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2685-9

Siebenbürgen, eine Region im südöstlichen Mitteleuropa, gehörte im Laufe der Geschichte unterschiedlichen Staaten an. Die im 12. Jahrhundert hier angesiedelten Siebenbürger Sachsen erbrachten beachtliche wirtschaftliche Leistungen, errichteten wehrhafte Städte und Kirchenburgen, schufen im Zusammenleben mit den anderen Völkern des Landes (Rumänen, Ungarn, Juden u. a.) und in beständigem Kontakt zu Deutschland eine eigene Kultur. Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen, insbesondere die kommunistische Diktatur in Rumänien, die ihnen Freiheit und Besitz raubte, haben den Großteil dieser Gruppe zur Auswanderung nach Deutschland bewogen.

Der Band wird in rumänischer Übersetzung in Rumänien erscheinen.

Band 9

Eberhard Völker: Pommern und Ostbrandenburger. 224 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Übersichtskarten, ISBN 3-7844-2756-1

Die lange und wechselhafte Geschichte Pommerns und Ostbrandenburgs begann mit den slawischen Einwanderern im 6. und 7. Jahrhundert. Trotz der großen Verheerungen im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg sowie in den napoleonischen Feldzügen konnte sich in Friedenszeiten immer wieder eine eigenständige Kultur bilden. Die Darstellung, die auch Kunst und Literatur behandelt, führt über den tiefen Einschnitt von 1945 hinweg, fragt nach den Schicksalen der vertriebenen Deutschen aus Stettin und aus den östlich der Oder gelegenen Teilen ebenso wie nach den Schicksalen derer, die bleiben konnten oder mußten, schildert aber auch die neueste Geschichte.

Band 10

Peter Mast: Ostpreußen und Westpreußen und die Deutschen aus Litauen. 224 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. ISBN 3-7844-2796-0

Auch wenn Ost- und Westpreußen – abgesehen von wenigen Jahren im Gefolge der Paulskirche – nicht zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation bzw. nach 1815 zum Deutschen Bund gehörten, waren diese Landschaften doch integrierende Teile des deutschen Sprach- und Siedlungsraumes in Mitteleuropa. An die Darstellung des mittelalterlichen Ordensstaates schließt sich die Geschichte des Herzogtums Preußen und des kurbrandenburgischen Jahrhunderts an. Von der Begründung des preußischen Königtums über den Status als preußischen Provinz führt der fatale Weg durch die Weltkriege in den Untergang. Ein Epilog steht unter dem beziehungsreichen Titel „Zwischen gestern und morgen“.

Band 11

Ortfried Kotzian: Die Umsiedler. Die Deustchen aus West-Wolhynien, Galizien, der Bukowina, Bessarabien, der Dobrudscha und in der Karpatenukraine. 384 Seiten mit Abbildungen. ISBN 3-7844-2860-6

Unter den ersten der rund 18 Millionen Europäer deutscher Volkszugehörigkeit, die durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen ihre Heimat verlassen mußten, waren die Gruppen, die schon im Herbst und Winter 1939 aufbrechen mußten und denen dieser Band gewidmet ist. Sie hatten größtenteils der letzten großen deutschen Auswanderungswelle des auslaufenden 18. und des 19. Jahrhunderts angehört, die sie überwiegend auf den ukrainischen, zum Teil auch den rumänischen bzw. osmanisch(türkisch)-bulgarischen Volksboden (Dobrudscha) geführt hatte, von wo sie sich jetzt wieder nach Westen aufmachten. Ihr weiteres Schicksal ging im Chaos des Krieges und Nachkrieges unter, nur die Bessarabiendeutschen sammelten sich auf Initiative weitsichtiger Landsleute in der früheren schwäbischen Heimat.

Band 12

Wilfried Schlau: Die Ostdeutschen. Eine dokumentarische Bilanz 1945–1995. 288 Seiten mit Karten und Dokumenten, ISBN 3-7844-2561-5

Mit Beiträgen von Wilfried Schlau, Hans Raupach, Eugen Lemberg, Karl Heinz Schäfer, Heinz Berresheim zieht der Ostdeutsche Kulturrat eine Bilanz des gesamten Vertreibungsgeschehens. Vertreibung und Ausweisung, Wiederaufbau und Integration, Lastenausgleich und Bundesvertriebenengesetz sowie das soziologische Problem der Entwurzelung und der Verwurzelung sind akribisch dargestellt; die jüngste Entwicklung wird eingehend berücksichtigt. Eine weitergehende Beschäf-tigung mit dem Thema ermöglicht die von Gertrud Krallert-Sattler kommentierte Auswahlbibliographie zur Geschichte der Deutschen im Osten.

Rara zum deutschen Kulturerbe des Ostens