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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien

26.03.2017 – 08.10.2017
HAUS SCHLESIEN
Deutsches Kultur- und Bildungszentrum e.V.
Dollendorfer Straße 412
53639 Königswinter-Heisterbacherrott

 

KIRCHFAHRER, BUSCHPREDIGER, BETENDE KINDER

20161214_luther2017 jährt sich zum 500. Mal der sogenannte Thesenanschlag Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche. Die in der Folge einsetzende Reformation bildet unbestritten einen der wichtigsten Einschnitte der europäischen Geschichte.

Schlesien gehört zu den Kernländern der Reformation. Seit den 1520er Jahren breitete sich die Lehre Martin Luthers im Bürgertum und im niederen Adel aus und fand bald auch unter den schlesischen Fürsten einflussreiche Förderer. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts waren drei Viertel der Gemeinden Schlesiens evangelisch geworden.

In der Auseinandersetzung mit der Gegenreformation konnte sich der schlesische Protestantismus behaupten, selbst als große Teile der Bevölkerung – während des 30jährigen Krieges auch mit Mitteln der Gewalt – zum Katholizismus zurückgeführt wurden. Die im Westfälischen Frieden 1648 garantierten drei Friedenskirchen bildeten den Ausgang für eine Konsolidierung der lutherischen Konfession. Sie waren die Grundlage für die seit dem 18. Jahrhundert redensartlich gewordene „schlesische Toleranz” in einem bikonfessionellen Land.

Zum Reformationsjubiläum 2017 zeigt HAUS SCHLESIEN vom 26. März bis 8. Oktober 2017 eine deutsch- und polnischsprachige Wanderausstellung zur Geschichte des Protestantismus in Schlesien. Die Ausstellung ist ein Projekt des Schlesischen Museum zu Görlitz in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa.

Die Ausstellung verfolgt die Geschichte des Protestantismus in Schlesien in der Epoche der Industrialisierung und durch die Katastrophen und Bewährungen des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Ein „roter Faden“ ist die Frage nach der Aktualität des Protestantismus und seiner Geschichte in einem heute überwiegend katholischen Land. Gerade die polnische evangelische Minderheit wurde seit den 1960er Jahren in Zusammenarbeit mit den heimatvertriebenen schlesischen Protestanten und der Evangelischen Kirche in beiden deutschen Staaten zu einem Träger der deutsch-polnischen Versöhnung.

Weitere Infos unter:
http://www.hausschlesien.de/ausstellungen/286-reformation