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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Die Friedensverträge von Brest-Litowsk (1918) und Versailles (1919) im Vergleich

15.03.2018, 19:00 – 21:00

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus
Deutsch-osteuropäisches Forum

Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf

Vortrag von Prof. Dr. Guido Thiemeyer

In der Weimarer Republik, die aus der Niederlage im Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreichs 1918/19 hervorgegangen war, gab es viele Kontroversen und unversöhnliche Gegensätze. In einem Punkt indes waren sich fast alle der ansonsten so zerstrittenen politischen Kräfte einig: in der Ablehnung des Friedensvertrages von Versailles nämlich, den die republikanische Regierung im Juni 1919 akzeptieren musste. Die deutschen Vertreter unterzeichneten das »Diktat von Versailles« angesichts der Drohgebärden der Siegermächte nur mit erklärtem Widerspruch, da der Vertrag Deutschland einseitig die Kriegsschuld anlastete und folglich auch erhebliche Gebietsabtretungen und gewaltige Reparationsleistungen abverlangte. Beim vielstimmigen und anhaltenden Protest aus Deutschland wurde häufig verdrängt, dass das Deutsche Reich gemeinsam mit Österreich-Ungarn dem geschlagenen Kriegsgegner Russland im März 1918, bevor die westlichen Alliierten sich militärisch endgültig gegen sie durchsetzen konnten, seinerseits einen überaus harten Frieden aufgezwungen hatte. Den Vertrag von Brest-Litowsk hielt man jedoch der späteren deutschen Kritik am Versailler Vertragswerk vielfach entgegen. Prof. Thiemeyer, der an der Düsseldorfer Universität Neuere und Neueste Geschichte lehrt, analysiert und vergleicht Inhalt und Wirkung beider Verträge.

Weitere Infos unter: http://www.g-h-h.de