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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Jauer: Stadt, Fürstentum und Kreis in Schlesien – Geschichte und Erinnerung

19.10.2017 , 18:00
Martin-Opitz-Bibliothek
Berliner Pl. 5, 44623 Herne

Vortrag von Dr. Wolfgang Kessler

Eine slawische Siedlung namens Jawor wurde in Schlesien erstmals 1177 erwähnt, die Stadt Jauer erstmals 1242. 1278 wurde sie Sitz eines herzoglichen Vogtes, in der Folge Hauptstadt des Herzogtums, später Fürstentums Schweidnitz-Jauer (seit der Frühen Neuzeit auch des gleichnamigen Kreises), ohne allerdings je Residenzstadt gewesen zu. Nach dem Tod des letzten piastischen Herzogs erbte seine Nichte Anna von Schweidnitz, die Gemahlin Kaiser Karls IV., das Fürstentum. Nach ihrem Tod gelangte das Herzogtum 1368 an Annas Sohn, den böhmischen König Wenzel und damit an die Krone Böhmens und 1526 an das Haus Habsburg. In der Folge der Reformation überwiegend evangelisch, wurde der Stadt im Westfälischen Frieden der Bau der 1654/55 errichteten Friedenskirche gestattet (heute Weltkulturerbe). Seit 1741 preußisch, wurde das Fürstentum 1809 aufgelöst. Seit 1816 war Jauer Sitz des gleichnamigen, 1933 mit dem Kreis Bolkenhain vereinigten Landkreises. 1945 fiel Jauer mit Niederschlesien an Polen. Eine größere Gruppe von Jaueranern kam 1946 mit einem Transport nach Herne und gründete, unterstützt durch die 1951 von der Stadt Herne übernommeine Patenschaft, die Heimatgruppe Jauer.

Im Vortrag werden die wichtigsten Aspekte der Geschichte von Fürstentum, Kreis und Stadt skizziert und die Entwicklung der Heimatgruppe Jauer und der Heimatstube gewürdigt. Beide werden zum Jahresende 2017 ihre Aktivitäten einstellen, nachdem sich die Heimatgruppe schon seit einigen Jahren wegen Überalterung in Auflösung befindet. Der Archiv- und der Buchbestand werden von der Martin-Opitz-Bibliothek übernommen. Die Veranstaltung soll einen Schlusspunkt unter fast 70 Jahre aktive Arbeit der eng mit der Stadt Herne verbundenen Heimatgruppe Jauer setzen.

Referent: Dr. Wolfgang Kessler, Studium der Osteuropäischen Geschichte und der Slavistik, Magisterprüfung 1973 an der Ruhr-Universität Bochum, Promotion 1978 an der Universität Düsseldorf, 1976-1979 Bibliothekar der Bücherei des deutschen Ostens (Herne), 1973/74 und 1979/89 wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Hochschulassistent an den Universitäten Köln, Düsseldorf und Marburg, 1989-2011 Direktor der Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek (Herne), wohnt in Viersen.

 

Eine Veranstaltung der Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek