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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Tagung : Zwischen Heilsgewissheit und Toleranz

28.04. -29.04.2017
HAUS SCHLESIEN
Dollendorfer Str. 412
53639 Königswinter

 

Die Reformation setzte in Schlesien früh ein und breitete sich rasant aus. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts bekannte sich die Mehrheit der Bevölkerung zu den Lehren Luthers. 1526 fiel Schlesien an das katholische Haus Habsburg. Im Zuge der daraufhin einsetzenden Gegenreformation wurden während und vor allem nach dem Dreißigjährigen Krieg die evangelischen Christen schikaniert und ihre Kirchen rekatholisiert. Unterstütz durch Schweden, entwickelte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts bis zur Eroberung durch Preußen mit Friedenskirchen, Grenz- und Zufluchtskirchen, Gnadenkirchen und Bethäusern eine spezifische evangelische Kirchenlandschaft in Schlesien.

Flucht und Vertreibung der Deutschen ab 1944 hatte durch die Verschiebung der Glaubensmehrheit einschneidende Auswirkungen für die protestantische Kirche in Schlesien. Hier stellt sich die Frage nach der Aktualität des Protestantismus und seiner Geschichte in einem heute überwiegend katholischen Land. Gerade die polnische evangelische Minderheit wurde seit den 1960er Jahren in Zusammenarbeit mit den heimatvertriebenen schlesischen Protestanten und der Evangelischen Kirche in beiden deutschen Staaten zu einem Träger der deutsch-polnischen Versöhnung.

Die vom 28.-29. April 2017 geplante zweitätige Fachtagung in Kooperation mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf, und der Kulturreferentin für Schlesien, Annemarie Franke, gibt einen Überblick über die Auswirkungen des religiösen Wandels im 16. und 17. Jahrhundert auf die Gesellschaft, Politik und Kultur in Schlesien. Aber auch der Bruch 1945, der die Glaubensmehrheiten umkehrte und die Kulturregion Schlesien damit nachhaltig veränderte, sowie Kirche als Beheimatung für die im Westen ankommenden Vertriebenen, sollen thematisiert werden.

Die Tagung ist offen für alle Interessierten. Anmeldungen und nähere Informationen zum Tagungsprogramm erhalten Sie unter 02244 886 231 und kultur@hausschlesien.de.