Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
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Ausstellung

tafel 1

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Backsteinarchitektur des Ostseeraums
Neue Perspektiven der Forschung

Greifswald, St. Jacobi

16. September bis 15. Oktober 2016
(deutsch-sprachige Version)

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Architektura ceglana na pobrżezu Bałtyku –
Nowe perspektywy badań

Heilsberg/ Lidzbark Warminski
Museum für Ermland und Masuren

28. Juni bis 3. September 2016
(polnisch-sprachige Version)

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Thematik der Ausstellung

Zeugnisse sakraler und profaner Backsteinarchitektur prägen bis heute die Landschaften der südlichen Ostsee in besonderem Maße – von Lübeck über die mecklenburgische, pommersche, west- und ostpreußische Küste und deren Hinterland bis weit hinauf ins Baltikum –, also von Deutschland über Polen bis nach Litauen und Lettland, zudem nach Dänemark und Südschweden.

Ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtete man in der Region, der es außer dem groben Feldstein kaum geeigneten Naturstein gab, monumentale Bauten aus rot bis gelb gebrannten Kunststein, perfektionierte man diese Technik bei der Errichtung künstlerisch ambitionierter Kathedralen, Kloster-, Stifts- und Pfarrkirchen, aber auch repräsentativer Burgen, Rathäuser und Bürgerhäuser.

Ihre rasche Verbreitung und Dominanz in den nord- und ostdeutschen Küstenstädten verdankt die Backsteinarchitektur vor allem den engen Beziehungen im Verbund der Hanse. Man schuf damit eine Tradition, die bis ins 19. und 20. Jahrhundert fortdauerte und immer noch nachwirkt.

Die Backsteinlandschaft des südlichen Ostseeraums als hochrangige europäische Kulturlandschaft ist dabei heute keineswegs allein touristischer Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt, vielmehr auch wesentlicher Bestandteil der gemeinsamen Identität der Bewohner. Spätestens seit der Wende von 1989/90 macht ihre wissenschaftliche Erforschung so auch nicht mehr an den neuzeitlichen nationalen Grenzen halt, sondern erweist sich als ein intensives völkerverbindendes Bemühen von Kunsthistorikern, Bauforschern und Historikern.

Die Ausstellung bietet anhand von Überblicken und ausgewählten Beispielen einen Einblick in die aktuelle internationale Forschung, zeigt zudem Aspekte des heutigen Umgangs mit den ebenso historisch wertvollen wie ästhetisch ansprechenden mittelalterlichen Backsteinbauten des Ostseeraums auf.

Die wissenschaftliche Leitung der Ausstellung obliegt Prof. Dr. Christofer Herrmann (Uniwersytet Gdanski, Instytut Historii Sztuki) und Prof. Dr. Matthias Müller (Universität Mainz, Institut für Kunstgeschichte). Diese sowie die weiteren Kuratoren der Ausstellung sind ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Backsteinarchitektur und an den präsentierten Forschungsergebnissen meist selbst beteiligt.

Die Ausstellung wird an ausgewählten Orten in Deutschland und ab dem Frühjahr 2016 in einer polnisch-sprachigen Version unter dem Titel „Architektura ceglana na pobrżezu Bałtyku – Nowe perspektywy badan“ in Polen präsentiert.

 

Rückblick auf bisherige Stationen

Ausstellungseröffnung am 10.4.2015
Stralsund, St. Marien
Hier ein Bericht

Begleitende Veranstaltung am 24.7.2015
Ellingen, Kulturzentrum Ostpreußen
Hier ein Bericht

10. Internationaler Kongress Backsteinbaukunst
am 3./4.9.2015, Wismar, St. Georgen
Hier das Programm des Kongresses

Rostock, Societät Rostock maritim
17.9.2015 bis 10.1.2016
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Warendorf, Westpreußisches Landesmuseum
23.1. bis 24.3.2016
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Prenzlau, Kulturhistorisches Museum
7.4. bis 5.6.2016
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Słubice/ Frankfurt a.d.Oder, Dammvorstadt,
Collegium Polonicum
20.4. bis 5.6.2016
(polnisch-sprachige Version)
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Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseumt,
17.6. bis 28.8.2016
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Lidzbark Warminski/ Heilsberg
Muzeum Warmii i Mazur
28.6. bis Ende September 2016
(polnisch-sprachige Version)
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Gliederung der Ausstellung

1. Einführung

   – Tafel 2: Die Backsteinarchitektur im Ostseeraum und ihre Erforschung
   – Tafel 3: Die Verbreitung des Backsteinbaus im Ostseeraum

2. Material und Technologie

   – Tafel 4: Herstellung und Vermauerung des Backsteins
   – Tafel 5: Oberflächenbearbeitung und Dekorformen des Backsteins

2. Neue Forschungen zur Backsteinarchitektur

   – Tafel 6: Die Jerichower Prämonstratenser-Stiftskirche und ihr Umfeld
   – Tafel 7: Die Marienkirche zu Kalundburg auf Seeland – ein Abbild der Himmelsstadt
   – Tafel 8: Der Rigaer Dom und seine Bauskulptur
   – Tafel 9: Die Stiftskirche St. Nikolai zu Beuster (Altmark)
Tafel 10: Die Bauabfolge der Klosterkirche Eldena

   – Tafel 11: Marienwerder bei Seehausen – Wiedergewinnung eines verschwundenen Zisterzienserinnenklosters
   – Tafel 12: Der Ostbau des Zisterzienserkirche in Oliva: Früh- oder Spätdatierung?
   – Tafel 13: Die Überreste der ersten Dominikanerkirche in Danzig/Gdańsk
Tafel 14: Der Einfluss der lübisch-stralsundischen Monumentalbauten auf die Architektur im Ostseeraum
   – Tafel 15: Baugeschichtliche und dendrochronologische Untersuchung der St. Jakobikirche in Thorn/Toruń
   – Tafel 16: St. Johann in Thorn/Toruń – Neue Erkenntnisse zur mittelalterlichen Innenraumfassung
   – Tafel 17: Die Pfarrkirche St. Katharina in Guhrau/Góra (Niederschlesien)
   – Tafel 18: St. Andreas in Gosławice (Großpolen)ein spätgotischer Zentralbau mit Wappengalerie
   – Tafel 19: Die Marienkirche in Naugard/Nowogard (Hinterpommern)
   – Tafel 20: Der Grüttpott über Stolpe an der Oder
   – Tafel 21: Die Tore der askanischen Hofburg Stargard
   – Tafel 22: Die Deutschordensburg in Bäslack/Bezławki
   – Tafel 23: Der Hochmeisterpalast auf der Marienburg – Neue Überlegungen zur Raumnutzung
   – Tafel 24: Neue Forschungsergebnisse zur frühen Verwendung von Backstein bei Lübecker Bürgerhäusern
   – Tafel 25: Gotische Backsteinbürgerhäuser in Thorn – Dendrochronologische Untersuchungen
   – Tafel 26: Bürgerhäuser in Wismar

4. Interpretation und Deutung

   – Tafel 27: Bedeutung und Bildhaftigkeit von Material und Form
   – Tafel 28: Ostsiedlung und Backsteinbau

5. Innere Organisation und Ausgestaltung

   – Tafel 29: Bauherr und Patron – Wer waren die Auftraggeber für die Kirchenbauten?
   – Tafel 30: Kirchenfabrik und Kirchenväter – Bauorganisation
   – Tafel 31: Kirche als Arbeitsplatz. Die Danziger Marienkirche – ein Großbetrieb
   – Tafel 32: Stralsund St. Nikolai: Mehr als nur Prachtentfaltung

6. Funktion und Identität heute

   – Tafel 33: Danziger Marienkirche nach 1945. Probleme der Restitution und Ausstellung des Inventars
   – Tafel 34: Backsteinkirchen als Kulturzentren und Ausstellungsbauten nach 1945
   – Tafel 35: Der Umbau von Backsteinburgen zu Hotels
   – Tafel 35: Die Kirche in Friedland: Von der Rettung eines Denkmals im Kaliningrader Gebiet
   – Tafel 37: Europäische Route der Backsteingotik – Kulturerbe, Tourismus und ein lebendiges Städtenetzwerk

7. St. Marien zu Danzig als prominentes Einzelbeispiel

 

Konzeption und wissenschaftliche Betreuung

– Prof. Dr. Christofer Herrmann, Danzig
– Prof. Dr. Matthias Müller, Mainz
– Dr. Ernst Gierlich, Bonn

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Katalog und Broschüre

Begleiteumschlagnd zur Ausstellung erscheint im Verlag Michael Imhof ein reich bebilderter Katalog mit den Tafeln der Ausstellung und vertiefenden Aufsätzen

Christofer Herrmann, Ernst Gierlich, Matthias Müller (Hrsg.)
Backsteinarchitektur im Ostseeraum
21 x 28 cm, 224 Seiten, 284 Farb- und 59 S/W-Abbildungen, Hardcover
ISBN 978-3-7319-0184-6
24,95 €

 

Hier ein Blick in den Katalog

 

 

Ebenfalls erscheint eine Broschüre mit Abbildungen der Ausstellungstafeln

Christofer Herrmann, Ernst Gierlich, Matthias Müller (Hrsg.)
Backsteinarchitektur im Ostseeraum – Neue Perspektiven der Forschung
15 x 21 cm, 72 Seiten, zahlreiche Farb- und S/W-Abbildungen, Broschur
ISBN 978-3-88557-233-6
4,80 €
Der Katalog und die Broschüre sind erhältlich im Buchhandel oder direkt bei der
Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen
Kaiserstr. 113, 53113 Bonn,
Tel. 0228/ 91512-0,
kulturstiftung@t-online.de