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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Albert (Albrecht) Kasimir, Herzog von Sachsen-Teschen

Reichsgeneralfeldmarschall

* 1738, 11.07.
Moritzburg bei Dresden

† 1822, 10.02.
Wien

Der Sohn König Augusts III. war durch seine Mutter Maria Josepha von Österreich und seine Heirat 1766 mit der Lieblingstochter Maria Theresias dem Erzhaus Habsburg eng verbunden. Die Verleihung des Herzogtums Teschen in Österreichisch-Schlesien und der Besitz ausgedehnter Güter in Ungarn machten den in seinem Auftreten sehr gewinnenden jungen Wettiner zum größten Grundherrn der Donaumonarchie. Immer häufiger hatte Albert den Kaiser als Statthalter oder Generalgouverneur zu vertreten, anfangs in Ungarn und schließlich in den österreichischen Niederlanden mit Sitz in Brüssel. In dieser Funktion versuchte er sich mit maßvollen Reformen im sozialen Bereich und mit der Bemühung um Ausgleich zwischen den Ständen, namentlich als es galt, die starken inneren Spannungen in Belgien abzubauen. Zuletzt hat er sich um den Bau der Wiener Wasserleitung verdient gemacht.

Politisch galt Albert als einer der wenigen, die den großdeutschen Gedanken nicht aufgeben wollten, was er durch die Adoption des Erzherzogs Karl, des Helden von Aspern, unterstrich. In seiner militärischen Laufbahn konnte er selbst weniger glänzen, denn bei der Übernahme des Oberbefehls über die Reichsarmee 1794 war die Situation verfahren und Hoffnungen auf ein Gelingen des Feldzugs in Frankreich kaum noch berechtigt, weshalb Albert bald wieder zurücktrat.

Heute erinnern wir uns am meisten an bahnbrechende Leistungen des Herzogs bei der Kunstförderung und im Museumswesen. 1771 hatte er das Kronenkabinett im Preßburger Schloß von Franz Sambach ausmalen lassen, und ab 1801 ließ er in Wien unter Einbeziehung von Resten des Augustinerklosters durch seinen „Hofarchitekten“ Louis Montoyer aus Brüssel das Palais Taroncca frühklassizistisch ausbauen, ein Komplex, der heute einen Teil der Hofburg bildet. Im Inneren schuf Josef Kornhäusel neben der ovalen Minervahalle und dem Säulengang vor allem den heutigen Studiensaal mit Statuen Apolls und der Musen. Hier bildete Albert den Grundstock der weltberühmten Sammlung von Handzeichnungen und Graphik, die nach ihm „Albertina“ genannt wird. Er folgte dabei im Aufbau der Bestände den Richtlinien, die gerade durch Adam Ritter von Bartsch (1757-1821) an der Kupferstichsammlung der benachbarten Hofbibliothek entwickelt worden waren, deren Kataloge in ihrer methodischen Akribie zum Vorbild dienten. Man machte sich frei von der alten Anordnung der Blätter nach „Garnituren“, die in qualitativer Rangfolge dem höfischen Besucher vorgelegt zu werden pflegten, und setzte eine systematische Aufstellung im Sinne der Aufklärung durch, wie sie sich in Bartschs unübertroffenem Handbuch „Le Peintre-Graveur“ (21 Bände) niederschlägt. Beide Sammlungen konnten 1920 vereinigt werden und weisen – um nur etwas Wichtiges herauszugreifen – den umfangreichsten Bestand an Zeichnungen und Graphik Albrecht Dürers auf.

1867/69 ist die Hauptfront des Palastbaus über der hochaufragenden „Albrechtsrampe“ verändert worden, auf welcher 1898 das Reiterdenkmal Alberts von Kaspar von Zumbusch, eine Stiftung der österreichischen Armee, aufgestellt wurde. In der angrenzenden Augustinerkirche zeugt das Grabmal seiner schon 1798 verstorbenen Gattin Maria Christine von Alberts erlesenem Geschmack, es gilt nämlich als Hauptwerk des Bildhauers Canova.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Kasimir_von_Sachsen-Teschen

Gerhard Eimer

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