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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Anwender, Heinrich

Journalist, Politiker, Buchdrucker

* 1882, 22.08.
Morawitza/Banat

† 1948, 08.02.
Alt-Beba/Banat

Der Journalist und spätere Parlamentarier besuchte die Volksschule in seinem Heimatort im Südbanat und absol­vierte eine Buchdruckerlehre in Werschetz. Seine „Walz“ führte ihn über Ungarn, Österreich, die Schweiz und Deutschland nach fünf Jahren wieder zurück nach Werschetz. Nach der Meisterprüfung wurde er Besitzer der Guttmannschen Druckerei, in der er mit Franz Wettel den „Werschetzer Generalanzeiger” herausgab.

Er war Mitglied der „Ungarländischen Deutschen Volkspartei“ und besaß von 1908-1934 eine Buchdruckerei in Lugosch. In Temeschburg, wo er von 1934 bis zum Zusammenbruch 1944 tätig war, gab er u. a. die im Banat weitbekannte „Pollerpeitsch“ heraus, eine satirische und humoristische Zeitschrift, deren Schrift­leiter Peter Winter war.

Im Oktober wurde Anwender in Tirgu-Jiu interniert, wo er mit dem berühmten Journalisten und Tierschriftsteller Otto Alscher, der in jenem Gefängnis umkam, zusammentraf. Nach seiner Entlassung aus dem KZ Tirgu-Jiu fand er seine Temeschburger Wohnung und den Druckereibetrieb geplündert. Der Rest wurde enteignet. Am 6. Februar 1948 versuchte er bei Alt-Beba die Grenze nach Ungarn zu überschreiten. Die ungarischen Behörden nah­men ihn gefangen und überstellten ihn den rumänischen Grenzern, die ihn am 8. Februar bei Alt-Beba, angeblich „auf der Flucht“, erschossen. Erst 1969 durften seine sterblichen Überreste nach Temeschburg überführt werden.

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