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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Brachvogel, Eugen

Theologe

* 1882, 08.10.
Bischofstein, Kr. Rössel/Ostpr.

† 1942, 26.02.
Marienburg/Westpr.

Eugen Brachvogel gehörte während der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts zu den geistig und wissenschaftlich bedeutendsten Persönlichkeiten aus dem katholischen ostpreußischen Ermland. Er war von großer Vielseitigkeit und durch sein ausgedehntes Wirken als Gelehrter, Schriftsteller, Erzieher und Seelsorger, aber auch als sozialer und caritativer Helfer und Ratgeber weithin bekannt.

Nach Theologiestudium an der Staatlichen Akademie in Braunsberg und Priesterweihe 1906 war Brachvogel zehn Jahre Domvikar an der Frauenburger Kathedrale. Hier widmete er sich intensivsten heimatgeschichtlichen Studien und legte den Grund zu seinen bedeutenden Copernicus-Forschungen und seinem unerschöpflichen historischen Wissen. 1912 eröffnete er das erste deutsche Copernicus-Museum in der Dachstube des Frauenburger Copernicus-Turmes, ordnete und stellte das Bischöfliche und Domkapitulärische Archiv auf und überführte das Ermländische Museum von Braunsberg in das Alte Palais nach Frauenburg. 1921 ernannte ihn Bischof Dr. Augustinus Bludau zum Subregens, 1927 zum Regens des Ermländischen Priesterseminars in Braunsberg, wodurch er zugleich seine pädagogischen Fähigkeiten im Sinne der katholischen Jugend- und Abstinenzbewegung nutzen konnte. Brachvogel errichtete im Fischerdorf Neupassarge eine stilvolle Kapelle und gründete daselbst wie in Frauenburg Jugendherbergen. 1931 übernahm er die Pfarrei Tiedmannsdorf bei Braunsberg, 1937 Lichtfelde (Westpr.), wo er alle freie Zeit heimatgeschichtlichen Forschungen und deren volkstümlicher oder wissenschaftlicher Darstellung widmete. Unter seinen sehr zahlreichen Veröffentlichungen sind vor allem die Copernicus betreffenden Aufsätze von bleibendem Wert.

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