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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Franz Joseph II., Fürst von und zu Liechtenstein

Forstwirt, Schirmherr der vertriebenen Deutschen aus Troppau

* 1906, 16.08.
Schloß Frauenthal/Steiermark

† 1989, 13.11.
Grabs/Schweiz

Fürst Franz Joseph II. von und zu Liechtenstein wuchs im Renaissanceschloß Groß Ullersdorf in Nordmähren auf, erhielt seine Schulbildung in Wien und absolvierte dort ein Studium der Forstwirtschaft. Ab 1929 verwaltete er die in Ostschlesien und in Mähren gelegenen ausgedehnten fürstlichen Ländereien. Seit 1938 Regierender Fürst, verlegte er seinen Wohnsitz in das Fürstentum Liechtenstein, das er durch Umsicht und Sachverstand zu bewundernswerter Blüte führte. Es gelang ihm, das Fürstentum aus Verwicklungen in den Zweiten Weltkrieg herauszuhalten. Sein karitatives Wirken während der Kriegsjahre kam u.a. auch der sudetendeutschen Bevölkerung zugute, mit der er von Jugend her verbunden ist. 1945 verlor das Haus Liechtenstein seine böhmisch-männlichen Hauptbesitzungen.

In seiner maßvollen politischen Einstellung, seinem Rechtsbewußtsein und seiner europäischen Gesinnung gründet des Fürsten Aufgeschlossenheit für die Anliegen der Vertriebenen. Der Fürst war Jahrzehnte hindurch Ehrengast der „Sudetendeutschen Tage“, der Treffen der Südmährer und vieler weiterer Veranstaltungen der Vertriebenen. Er bekundete dadurch immer wieder die Verbundenheit mit den Vertriebenen sowie sein Verständnis und Interesse für deren Belange. Sein besonderes Anliegen war dabei die Förderung des Publikationswesens der Sudetendeutschen Landsmannschaft. 1962 übernahm er die Schirmherrschaft über die vertriebenen Deutschen aus Troppau.

Fürst Franz Joseph II. hat darüber hinaus während seiner langjährigen Regierungszeit im Sinne christlicher Nächstenliebe und im Geiste echter Humanität zahlreichen Menschen aller Völker Mittel- und Osteuropas geholfen, indem er ihnen in Liechtenstein ein erstes Asyl geboten und diesen Asylschutz gegen die Auslieferungsbegehren mächtiger Staaten mutig verteidigt hat. Aus diesem Grunde hat die V. Generalversammlung der „Association Europénne pour Pétude du Problème des Refugies“ (AER) im Jahre 1955 in Helsinki den Fürsten gebeten, das Protektorat über die I. Generalversammlung der zur AWR (Association for the Study of the World Refugee Problem) erweiterten AER, die 1956 in Vaduz stattfand, zu übernehmen. In Verbindung damit sollte der internationalen Erforschung des Weltflüchtlingsproblems in Liechtenstein eine dauernde Heimstätte geschaffen werden. Seitdem hat er die Schirmherrschaft über die AWR inne; er gründete für ihre finanzielle Absicherung die „Fürst Franz Joseph von Liechtenstein-Stiftung“, die zehn Jahre lang bestand (bis 1973) und mit jährlich DM 20000 dotiert war. Auch heute noch fördert er die AWR nachdrücklich durch sein Eintreten für die deutschen Vertriebenen, denen er in der AWR immer schon sein besonderes Interesse zugewendet hat. Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges hat sich der Fürst für die Rechte des tschechischen Volkes unerschrocken eingesetzt. Gleichermaßen tritt er heute für die uneingeschränkten Rechte der deutschen Vertriebenen ein und wirkt so für die Durchsetzung und Anerkennung des Heimat- und Selbstbestimmungsrechtes für die Deutschen wie aller Völker Mittel- und Osteuropas.

Den Einsatz des Fürsten für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen dankte ihm die Sudetendeutsche Landsmannschaft 1956 durch die Verleihung des Ehrenbriefes der Sudetendeutschen Landsmannschaft und 1963 durch die Verleihung des Europäischen Karlspreises.

In Würdigung seiner Verdienste verlieh das Präsidium des Bundes der Vertriebenen am 6.9.1985 in Berlin dem Fürsten von und zu Liechtenstein Franz Joseph II. die Plakette für „Verdienste um den deutschen Osten und das Selbstbestimmungsrecht“.

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Hugo Rasmus

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