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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Führich, Joseph Ritter von

Maler, Zeichner

* 1800, 09.02.
Kratzau/Böhmen

† 1876, 13.03.
Wien

Der Maler und Zeichner Joseph Führich stammte aus einer künstlerisch begabten Familie. Er besuchte die Kunstakademie in Prag und ging über Wien, wo er sich dem „Lucas-Bund“, einer Malervereinigung, anschloß, nach Italien, wo er an den Fresken der Villa Massimo in Rom arbeitete und zu zahlreichen bedeutenden Künstlern seiner Zeit Kontakte unterhielt. Er ließ sich 1834 in Wien nieder. Als Kustos der Akademischen Gemäldegalerie und (seit 1840) Professor an der Wiener Akademie der Künste blieb er bis zu seinem Tode in der Kaiserstadt. Man hat Führich als Haupt der religiösen Maler in Österreich bezeichnet. Fast ausschließlich behandeln seine Gemälde religiöse Themen. Zu seinen größten Arbeiten gehört die Ausstattung der Altlerchenfelder Kirche in Wien. Er schuf Altarbilder für Kirchen in Kratzau, Raspenau, Neustadt, Wartenberg und Schönwald; auf ihn geht der Entwurf zur Wenzels-Statue an der Karlsbrücke in Prag zurück. Durch seine Weihnachtskrippe beeinflußte er die Krippenschnitzerei des Jeschken-Isergebirges. Seine Holzschnitte schmückten Gebet- und Erbauungsbücher und Bibeln. Ein Jahr vor seinem Tode schrieb er eine Autobiographie; sein Lebensbild verfaßte sein Sohn Lukas. Aus seinem Nachlaß wurden die Schriften „Die Kunst und ihre Formen“ und „Von der Kunst“ veröffentlicht. In seiner Geburtsstadt wurde ihm ein Denkmal errichtet.

Bibl.: Mitteilungen des Sudetendeutschen Archivs, 36. Folge/1975 v. Seile: Ostdeutsche Biographien (Würzburg 1955).(1976)

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