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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Gruber S.J., Pater Wendelin

Jesuitenpater, Wanderseelsorger, Missionar, Redakteur, Autor

* 1914, 13.12.
Filipowa/ Batschka

† 2002, 14.08
Zagreb

Nach Abschluß des Jesuitengymnasiums in Trawnik in Bosnien studierte er zehn Jahre Theologie in Agram, Mailand, Sarajewo und an der Gregoriana in Rom, wo er 1942 zum Priester geweiht wurde. Dann war er am erzbischöflichen Seminar in Agram tätig. Freiwillig begab er sich 1945 in die zehn Vernichtungslager, in denen seine Landsleute „ausgelöscht“ werden sollten. Er leitete Hilfsaktionen ein, tröstete Verzweifelte; er trat für die entrechteten Donauschwaben ein. Dreimal wurde er verhaftet. Dann begann für ihn ein zehnjähriger Leidensweg durch kommunistische Kerker. Durch Vermittlung Bundeskanzler Adenauers wurde er freigelassen. Jetzt wurde er Seelsorger der südostdeutschen Katholiken, Leiter des Gerhardswerkes und gab den Gerhardsboten heraus. Er organisierte die Dankwallfahrt der Donauschwaben nach Altötting. 1963 übernahm er die seelsorgerische Betreuung der 1951 entstandenen fünf donauschwäbischen Dörfer in Brasilien. Er betreut ein Waldgebiet von 150 km Durchmesser, in dem er an die zwanzig Seelsorgestellen mit Kapelle und Schule eingerichtet hat. Sechs neue Kirchen hat er dort gebaut. Bei seinen Reisen durch Brasilien entdeckte er 1972 drei vor hundert Jahren entstandene Siedlungen seiner Landsleute, von denen bisher niemand etwas wußte.

Bibl.: Gerhardsbote 7/1967, 3; Der Donauschwabe 23/1958, 4 und 19/1973, 3.(1974)

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