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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Gündisch, Gustav

Historiker

* 1907, 15.09.
Heltau/Siebenbürgen

† 1996, 19.09.

Gustav Gündisch wurde in Heitau geboren. Als Absolvent des Hermannstädter Brukenthal-Gymnasiums hat er seine wissenschaftliche Ausbildung an den Universitäten Bukarest, Berlin und Wien erhalten. Entscheidend war dabei seine Mitarbeit im Institut für Österreichische Geschichtsforschung und seine archivistische Ausbildung durch Ludwig Bittner, den Leiter des Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Dessen Tochter Herta – sie verschied am 19. März 1981 in Hermannstadt — sollte seine Frau und treueste Mitarbeiterin werden.

Nach seiner Promotion zum Dr. phil. in Wien – 1932 – kehrte Gustav Gündisch in die Heimat zurück. Er wirkte zunächst als Kustosadjunkt am Brukenthal-Museum von Hermannstadt und von 1937-1944 als Leiter des Sächsischen Nationsarchivs. Damit stand er an der Spitze einer der Zentralstellen siebenbürgisch-sächsischer Geschichtsforschung. Nachdem in den Nachkriegsjahren das Sächsische Nationsarchiv in Staatseigentum übergegangen war und Gündisch eine längere Haft erdulden mußte, fand er als Bibliothekar und Kulturreferent beim Konsistorium der evangelischen Landeskirche Rumäniens bis zu seiner Emeritierung eine Anstellung. Ihm oblag in diesem Amt u. a. die Aufsicht über die Restaurierungsarbeiten an den evangelisch-sächsischen Kirchen und Kirchenburgen.

Gündischs Name ist vor allem mit der Fortführung der Herausgabe des „Urkundenbuches zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen“ verbunden. Ergab davon den IV., V. und VI. Band -1937,1975,1981 – heraus. Für die Weiterführrung dieser wertvollen Quellenedition hat er in den letzten Jahren zwei jüngere Historiker herangezogen, seinen Sohn Konrad Gündisch und Gernot Nussbächer.

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