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Stiftung deutscher Kultur im Östlichen Europa - OKR Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Hiller, Johann Adam

Kantor

* 1728, 25.12.
Wendisch/Ossig, Görlitz

† 1804, 16.06.
Leipzig

Der Schulmeistersohn Hiller wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, besuchte das Gymnasium in Görlitz und die Kreuzschule in Dresden, wollte zunächst Jurist werden, studierte in Leipzig und erhielt auf Fürsprache Christian Fürchtegott Gellerts 1754 eine Hofmeisterstelle im Hause eines Grafen Brühl, den er 1758 nach Leipzig begleitete, wo er der „gute Genius der Leipziger Musik“ wurde. 1763 übernahm er die Leitung des „Großen Konzerts“, mit dem er 1782 in den neuen Konzertsaal des Gewandhauses einzog. Ein Aufenthalt in Mitau (1785) war nur von kurzer Dauer von 1787-1789 lebte Hiller in Breslau, wo er am 30. Mai 1788 die Aufführung des Händelschen „Messias“ organisierte. Von 1789-1801 war er dritter Amtsnachfolger Joh. Seb. Bachs als Kantor an der Leipziger Thomasschule. 1800 bat er um seine Entlassung, vier Jahre späterstarb er in Leipzig. Hiller hat auf das gesamte Musikleben seiner Zeit einen bedeutenden Einfluß ausgeübt. Er schrieb Singspiele und förderte den Schulgesang, gab „Choralmelodien zu Herrn Prof. Gellem geistlichen Oden und Liedern“ (1761) und ein „Allgemeines Choralmelodienbuch für Kirchen und Schulen“ (1793) heraus.

„Das evangelische Schlesien“, hrsg. v. Gerh. Hultsch, Bd. VI/I (Düsseldorf 1971).(1978)

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